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Denkmalgerechte Sanierung der Dresdner Augustusbrücke mit Beton im Sandstein-Look

(27.11.2019) Die Augustusbrücke überspannt die Elbe zwischen Dresdens Altstadt und Neustadt (siehe Google-Maps). Schon seit dem 12. Jahrhundert gibt es hier eine Flussquerung; mit bis zu 561 m  war die damalige Brücke sogar die längste Steinbogenbrücke Europas:

August der Starke ließ die Brücke um 1730 aufwändig im barocken Stil umbauen; danach soll sie die schönste Brücke Europas gewesen sein. Zuletzt wurde die Augustusbrücke zwischen 1907 und 1910 aufgrund des neuen Bedarfs als Reihe unbewehrter Dreigelenkbögen in Beton komplett neu konstruiert. Die Ansichtsflächen der neun Brückenbögen und acht Pfeiler wurden dabei mit Sandsteinen verkleidet. Den Kern der massiven Gewölbebrücke bildet Stampfbeton.

Derzeit lassen das Dresdner Straßen- und Tiefbauamt, die Dresdner Verkehrsbetriebe sowie diverse betroffene Medienträger als Auftraggeber-Gemeinschaft die Augustusbrücke denkmalgerecht sanieren. Denn insbesondere das Hochwasser im Juni 2013 hatte das Bauwerk zuletzt stark beschädigt.

Im Rahmen der Sanierung bezieht die ausführende Hentschke Bau GmbH von April 2017 bis voraussichtlich Frühjahr 2020 rund 4.000 m³ Transportbeton von Cemex. Die Sanierung umfasst u.a. den vollständigen Ersatzneubau des Brückenbogens 1 am Widerlager Altstadt über dem Terrassenufer. Alle anderen Bögen und Pfeiler erhalten als Grundlage für die neuen Abdichtungssysteme ergänzende Stahlbetonplatten. Zudem werden sämtliche Ansichtsflächen aus Sandstein aufwendig instandgesetzt.

Fotos © CEMEX Deutschland AG / Sebastian Lechler 

Beton optisch nach altem Vorbild

„Die größte betontechnologische Herausforderung ist die Wiederherstellung des Brückenbogens über dem Terrassenufer aus einem Beton, dessen Erscheinungsbild identisch mit dem historischen Beton von 1910 ist“, erklärt Uwe Engelhardt, Gebietsleiter Transportbeton Sachsen der Cemex Deutschland AG. „Diese Baustelle ist durch ihre besondere Lage vor der Kulisse der historischen Altstadt schon etwas Besonderes. Was hier entsteht, wird weithin wahrgenommen.“

Farbbeton vom Feinsten

Cemex produziert für die Sanierungsarbeiten u.a. Betone nach ZTV-ING. Ein Beton der Druckfestigkeitsklasse C30/37 dient als verstärkender Füllbeton in Bögen und Pfeilern des Brückenkörpers. Das betontechnologische Highlight allerdings sind rund 500 m³ eines Farbbetons zur Neuerrichtung des Bogens I - und zwar in einem Look, der den ursprünglichen Farbton der Augustusbrücke aufgreift und erhält. Unter Berücksichtigung einer mit den Ausschreibungsunterlagen vorgegebenen Betonrezeptur stellten die Betontechnologen von Cemex in Abstimmung Hentschke einen individuellen, auf die Einbaubedingungen abgestimmten Farbbeton zusammen. Das Bauunternehmen reichte die Rezeptur beim Bauherrn ein und betonierte auch ein Probestück.

Die Betonfachleute stellen den Farbbeton unter Zugabe von Kalksteinsplitt und Kalksteinmehl mit einem größeren Anteil gelber und etwas roter Farbe her. Zur Rezeptur gehört auch ein spezielles Bindemittel: Ein Hochofenzement CEM III A der Cemex Zement GmbH sorgt in den bis zu 3 Meter starken Brückenbauteilen für eine langsame Festigkeitsentwicklung und verringert die Wärmeentwicklung.

Mittlerweile ist der Ersatzneubau des Bogens I an der Augustusbrücke fertiggestellt und ausgeschalt. Mittels sanftem Strahlen wurde die Gesteinskörnung an der Oberfläche freigelegt. Das entspricht nun der Optik der 1910 hergestellten Bögen - damals wurde dies allerdings durch weitaus aufwändigere handwerkliche Arbeit erreicht. Das Ergebnis mit dem modernen Baustoff Beton überzeugte nicht nur den Auftraggeber, sondern auch die Vertreter des Landesamtes für Denkmalpflege.

Weitere Informationen zu Farbbeton können per E-Mail an Cemex angefordert werden.

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