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Hersteller von Baustoffen fürs geneigte Dach im Zwei-Fronten-Kampf

(26.11.2019) Der deutsche Markt für geneigte Dächer verpasst auch 2019 den Turnaround. Denn die Hersteller kämpfen an zwei Fronten - zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Marktstudie von Branchenradar.com.

Trotz florierender Baukonjunktur entwickelt sich die Nachfrage nach Dachmaterial für geneigte Dächer weiterhin leicht rückläufig. Bei nahezu konstantem Durchschnittspreis sinken - nach einer Neuvermessung des Gesamtmarktes - die Herstellererlöse voraussichtlich um rund ein Prozent auf 950 Mio. Euro. Erlösseitig betroffen sind von dem Abschwung ...

  • Dachziegel (-1,2% gegenüber 2018),
  • Bedeckungsmaterial aus Faserzement (-4,5%) sowie
  • Bitumenprodukte (-1,4%).

Moderate Zuwächse verzeichnen hingegen Beton-Dachsteine. Metalleindeckungen entwickeln sich seitwärts.

Schlechtes Sanierungsgeschäft und fehlende Fachkräfte

Verantwortlich für die Absatzerosion, die nun schon sieben Jahre anhält, ist zum einen das rückläufige Sanierungsgeschäft: Alleine in den letzten vier Jahren hat man hier 8% des Absatzvolumens verloren - nicht zuletzt, weil vielerorts Sanierungsvorhaben infolge des Fachkräftemangels nicht umgesetzt werden konnten.

Zu viele Pult- und Flachdächer

Zum anderen liefert auch der Neubau kaum Wachstumsimpulse für das geneigte Dach. Grund dafür ist die bei Neuerrichtungen steigende Bedeutung von kubischen Baukörpern auf kleinen Grundrissen mit geringerer Geschossfläche sowie Pult- und Flachdächern. Und wenngleich Pultdächer aufgrund des Neigungswinkels oftmals mit Dachziegeln, Beton-Dachsteinen & Co gedeckt werden, ist die zu bedeckende Dachfläche im Vergleich zu Sattel- oder Walmdächern doch deutlich geringer.

Schlechte Aussichten für die Branche

Beiden Herausforderungen stehen die Hersteller von Dachmaterial nahezu ohnmächtig gegenüber, zumal man trotz hohem Organisationsgrad in verschiedenen Verbänden auf politischer Ebene kaum Durchschlagskraft entwickelt. Dabei gäbe es durchaus gute Argumente, liegt doch beispielsweise die Sanierungsrate bei Steildächern mittlerweile bei unter einem Prozent. Das bedeutet, im Durchschnitt erfolgt eine Neueindeckung alle 100(!) Jahre.

Unter den aktuellen Rahmenbedingungen sind daher auch die Aussichten für die beiden kommenden Jahre wenig erfreulich. Branchenradar.com Marktanalyse geht von einem weiteren Rückgang der Herstellererlöse von ein bis zwei Prozent pro Jahr aus.

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