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EWE und Buderus planen Bau und Betrieb klimaneutraler Energiesysteme in Quartieren

(6.3.2022) Wärmekonzepte, die mit der Zukunft gehen, wollen der Energiedienstleister EWE und der Heizsystemanbieter Buderus gemeinsam umsetzen. Dafür haben Michael Heidkamp, EWE-Marktvorstand, und Stefan Thiel, Vertriebsleiter Buderus Deutschland, am 4.3. einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Der Fokus der Zusammenarbeit liegt auf der Entwicklung von Quartierssystemen mit Wärmepumpen, bei denen die Energie über ein kaltes Nahwärmenetz verteilt wird.

Foto © Buderus 

In größeren Neubaugebieten und energetisch sanierten Quartieren wird durch höhere Baustandards weniger Wärme benötigt. „Weniger Wärmeverbrauch ist ein großes Plus für das Klima. Kombiniert man den geringen Verbrauch mit Umweltwärme, die durch Wärmepumpen nutzbar gemacht wird, kann ein Quartier klimaneutral wärmeversorgt werden. Das ist unser großes, gemeinsames Ziel und ein wichtiger Beitrag in Richtung Klimaneutralität“, konstatiert Michael Heidkamp. Der Energiedienstleister hat mehr als 30 Jahre Erfahrung mit der energetischen Versorgung von Wohnquartieren und großen Immobilien. Maßgeschneiderte Energiekonzepte hat EWE beispielsweise im Quartier am Wald im Künstlerort Worpswede und in verschiedenen Pflegeeinrichtungen der Specht-Gruppe umgesetzt. Insgesamt betreibt EWE rund 500 Kilometer Nah- und Fernwärmenetze in Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Bisher kommen für die zentrale Versorgung meist Blockheizkraftwerke zum Einsatz. Durch die gekoppelte Strom- und Wärmeversorgung sind diese derzeit eine der effizientesten Erzeugungstechnologien, die Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz sinnvoll miteinander verbinden.

Einen Schritt weiter Richtung Klimaneutralität geht eine regenerative Wärmeversorgung aus Wärmepumpen: Umweltwärme - zum Beispiel Erdwärme - wird zentral mittels Wärmepumpe(n) gewonnen, über eine kalte Ringleitung an die angeschlossenen Gebäude verteilt und hier nochmals mittels gebäudebezogener Wärmepumpe auf Betriebstemperatur für Heizung und Warmwasser gebracht. So können auch eng bebaute Siedlungen regenerative Wärme und auch Kälte nutzen, ohne auf dem eigenen Grundstück eine Energiequelle erschließen zu müssen. Zudem müssen die in kalten Wärmenetzen eingesetzten Rohrleitungen aufgrund des geringen Temperaturniveaus nicht gegen Wärmeverluste gedämmt werden. Das spart Kosten und Ressourcen. „Ohne staatliche Förderung ist diese zentrale, regenerative und ressourcenschonende Wärme- und Kälteversorgung allerdings heute noch nicht wirtschaftlich zu bauen und zu betreiben“, sagt EWE-Vor­stand Michael Heidkamp.

Voraussetzung für die Förderung ist eine Machbarkeitsstudie. Sie geht dem Bau und dem Betrieb einer regenerativen Wärmeversorgung voraus. In der Machbarkeitsstudie werden unter anderem die geologische Grundlage überprüft und die mögliche Umsetzung einer klimaneutralen Wärmelösung nachgewiesen. Die beiden Kooperationspartner EWE und Buderus werden in den nächsten Wochen die ersten Machbarkeitsstudien erstellen und dabei ihre Kompetenzen bündeln. Gespräche mit Investoren laufen bereits.

„Gemeinsam wollen wir einen Beitrag für die Wärmewende leisten. Sie ist maßgeblich für das Erreichen der Klimaneutralität des Gebäudebestandes bis zum Jahr 2045, denn fast 40 Prozent aller CO₂-Emissionen in Deutschland entstehen im Wärmemarkt. Dafür bündeln wir unsere Kompetenzen und gehen die Herausforderungen der Wärmewende gemeinsam an. EWE als regionaler Energiepartner in Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, und wir von Buderus mit unseren ressourcenschonenden Heizsystemen“, betont Stefan Thiel.

Weitere Informationen zu Wärmepumpen in kalten Nahwärmenetz können per E-Mail an Buderus bzw. per E-Mail an EWE angefordert werden.

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