DAM Preis 2026 geht an Peter Grundmann Architekten
(4.2.2026) Der DAM Preis 2026 wurde an Peter Grundmann Architekten für das ZK/U Zentrum für Kunst und Urbanistik in Berlin vergeben. Ausgezeichnet wurde die Umnutzung einer ehemaligen Güterbahnhofshalle zu einem öffentlich zugänglichen Ort für Kunst und Austausch.
In Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Verein KunstrePublik e.V. wurde die zuvor eingeschossige Lagerhalle mit einer leichten Stahl-Glas-Konstruktion umhüllt und um ein zusätzliches Geschoss ergänzt. Die Umsetzung erfolgte mit hohem Eigenleistungsanteil und innerhalb eines begrenzten, eingehaltenen Budgets. Durch den Umbau entstanden auf allen Ebenen – einschließlich Gewölbekeller und Dachterrasse – flexibel nutzbare Flächen. Das Projekt zeigt einen unkonventionellen Umgang mit architektonischen Standards und entwickelt diese bewusst weiter.
Der Bau geht auf die 2012 erfolgte Gründung des Vereins KunstrePublik zurück, der in einem leer stehenden Güterbahnhof in Berlin-Moabit ein vielfältiges Kultur- und Nachbarschaftsprogramm etablierte. Mit der Bewilligung von rund 6 Mio. Euro Fördermitteln wurde eine bauliche Erweiterung möglich. Aus einem europaweiten Vergabeverfahren ging 2019 das Büro Peter Grundmann Architekten als Auftragnehmer hervor.
Konstruktiver Umgang mit dem Bestand
Die Konstruktion ist so ausgeführt, dass Lastabträge über neu eingefügte Stützen klar ablesbar sind. Nicht mehr tragende Bestandswände blieben erhalten. Die vorhandene Bausubstanz wurde insgesamt nicht verändert. Komplexe Fassadenanschlüsse wurden in Eigenleistung ausgeführt. Die Baukosten liegen bei rund 2.000 Euro pro m².
Neue Raumschicht
Die ehemalige Lagerhalle im Erdgeschoss blieb als Hülle erhalten und bildet den Veranstaltungsraum. Darunter befindet sich ein Gewölbekeller mit Ausstellungsfläche und Bar. Um den Bestand wurde eine zweite Raumschicht aus Glas und Stahl gelegt. Diese dient dem Wärmeschutz und erfüllt die energetischen Anforderungen ohne zusätzliche Dämmung.
Auf der Eingangsseite bildet die Hülle Foyer und Windfang, auf der Gartenseite entsteht ein rund sechs Meter tiefer Raum mit Bar. Das neue zweite Geschoss liegt auf einer vorgespannten Decke. Zurückgesetzte Fassaden übernehmen den Sonnenschutz. Ein umlaufender Laubengang erschließt alle Räume und ermöglicht flexible Nutzungen. Stahltreppen verbinden beide Ebenen mit der Dachterrasse. Das ZK/U ist in einen öffentlichen Park eingebettet, dessen Pflege vom Verein übernommen wird.
Architektonisches Konzept
Das Projekt verbindet konstruktive Klarheit mit wirtschaftlicher Planung. Die sichtbare Bauweise und der bewusste Umgang mit dem Bestand zeigen, dass funktionale, ökonomische und räumliche Anforderungen miteinander vereinbar sind.
Seit 2017 zeichnet JUNG als enger Kooperationspartner des Deutschen Architekturmuseums (DAM) im Rahmen des DAM Preises jährlich herausragende Bauten in Deutschland aus.
Die besten Bauten wurden im Deutschen Architektur Jahrbuch 2026 veröffentlicht. Das Jahrbuch stellt in Besprechungen von namhaften Autoren die Shortlist von 21 Gebäuden aus Deutschland sowie zwei Beispiele im Ausland vor, die eine Jury für den DAM Preis für Architektur in Deutschland 2026 ermittelt hat.
Deutsches Architektur Jahrbuch 2026
- Yorck Förster, Christina Gräwe, Peter Cachola Schmal (Hg.)
erschienen bei DOM publishers, 2026 - 240 Seiten, 220 × 280 mm, 400 Abbildungen
- Preis: 38,- Euro, Leinenhardcover, Deutsch/Englisch
- ISBN: 978-3-86922-955-3 (deutsch/englisch)
- erhältlich bei DOM publishers und via Amazon
siehe auch für zusätzliche Informationen:
- DAM Preis für Architektur in Deutschland
- Deutsches Architekturmuseum
- Albrecht JUNG GmbH & Co. KG
- DOM publishers
- Peter Grundmann Architektur
ausgewählte weitere Meldungen:
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- Brick Award 26: Shortlist präsentiert 50 herausragende Ziegelbauwerke aus 21 Ländern (2.12.2025)
siehe zudem:
- Architektur Awards und nachhaltiges Bauen im Architektur-Magazin auf Baulinks
- Literatur / Bücher zu den Themen Nachhaltigkeit und Architektur bei Amazon.de


