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Kirchenglocken des Freiburger Münsters hören auf Berker Master Control

(11.2.2010) Seit fast 700 Jahren prägt der Turm des Freiburger Münsters das Bild der Stadt und ist Mittelpunkt der gesamten Region. "Schönster Turm der Christenheit" wird der 116 Meter hohe Glockenturm oftmals genannt (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps). Über solche Attribute lässt sich streiten, doch fest steht: Die Glockensteuerung des Münsters ist seit kurzem eine der modernsten der Welt. Von der Sakristei aus kann der Messner das gewünschte Geläut mit Hilfe der Zentralsteuerung Berker Master Control auslösen.


Das Münster verfügt über 19 läutbare Glocken, von denen die älteste - die Hosanna aus dem Jahr 1258 - zu den ältesten erhaltenen Glocken in dieser Größe zählt. Seit 2002 wurde an der Sanierung des historischen Glockenstuhls gearbeitet, dessen Balken teilweise von Bäumen stammen, die 1290/91 gefällt wurden. Diese Arbeiten wurden Mitte 2008 mit einer neuen Hängung des Geläuts abgeschlossen. Mit einem Tonumfang von über zweieinhalb Oktaven und einem Gesamtgewicht von rund 25 Tonnen gehört das Freiburger Münstergeläut zu den größten Domgeläuten in Deutschland.

Komplexe Baustelle

Glockenbauer und Planer favorisierten zunächst herkömmliche Technik zur Bedienung der Glockenanlage. Doch die ausführende Freiburger Elektroinstallationsfirma überzeugte im Dialog mit dem Berker-Außendienst den Bauherren, dass die EIB-Technik zur Steuerung des historischen Geläuts geeignet ist. "Anfängliche Vorurteile gegen die EIB-Technik wurden zerstreut als deutlich wurde, wie flexibel das Bussystem eingesetzt werden kann", erinnert sich Sascha Lehmann von Elektro-Ullmann. "Gemeinsam mit den Messnern, die Tag für Tag mit der Steuerung arbeiten müssen, legten wir fest, was sie leisten soll", ergänzt Uwe Krumm, der für Berker in der Freiburger Region als Außendienstmitarbeiter unterwegs ist.

Passendes Geläut

Im Verlauf der Installation der Glockensteuerung wurde die Läuteordnung Schritt für Schritt überarbeitet und genau festgelegt zu welchem Anlass welche Glocken wie lange läuten sollen. In Zusammenarbeit mit dem Musikwissenschaftler Andreas Phillipp entstanden bis heute rund 100 Läuteszenarien, die programmiert werden mussten und nun über das Menü des Berker Master Control angesteuert werden - und zwar sowohl automatisch als auch manuell.

Wenn man die Sakristei des Freiburger Münsters betritt, ahnt man nicht, welch moderne Technik sich hinter Vorhängen und in edlen Holzschränken mit wertvollen Intarsienarbeiten verbirgt. "Neben dem Bedienzentrum Master Control wurden im Münster eine IP-Control, Schaltaktoren, Binäreingänge, ein Zeitsender REG mit DCF-Antenne für Empfang der Funkuhr und als Vor-Ort-Bedienung für Revisionsarbeiten direkt im Glockenstuhl ein EIB-Funkempfänger mit Fernbedienung eingebaut", führt Uwe Krumm aus.

Mit Hilfe des Master Control in der Sakristei wird die Steuerung bedient. Sowohl der Automatikbetrieb als auch einzelne nicht einprogrammierte Geläute werden von hier aus in Gang gesetzt. Die Messner nutzen eine Touch-Oberfläche, die die Ansteuerung der programmierten Geläute sowie den manuellen Zugriff auf jede einzelne Glocke ermöglicht. Mit Schaltaktoren werden die Motor-Wendeschaltungen der Glockenantriebe angesteuert. Ein zweiter Satz Aktoren ist nur für die Funkbedienung zuständig. Im Funkbetrieb kann der Glockenbauer, direkt neben der Glocke stehend, den Antrieb ein- und ausschalten und somit Reparaturen oder Revisionen optimal ausführen.


Technik in luftiger Höhe, der Verteiler im Glockenstuhl: Schaltaktoren für die Glocken, Binäreingänge 230V für die Rückmeldung der Glockenantriebe, die IP-Control, Programmierschnittstellen und die Spannungsversorgung 640mA für die EIB-Anlage sowie ein Netzgerät und ein Switch für die Verbindung zur Datendose in der Sakristei für den Anschluss an die IP-Control

Binäreingänge nehmen außerdem die Rückmeldung der Glockenbewegungen auf. Mit Hilfe von Tasterschnittstellen und LED werden in der Sakristei die Glockenbewegungen optisch signalisiert. Durch den Einsatz eines Zeitsenders REG in Verbindung mit der DCF-Antenne wird wiederum gewährleistet, dass die Steuerung pünktlich und zuverlässig arbeitet.

Die IP-Control schließlich wurde als Funktionsbaustein mit logischen Verknüpfungen und Zeitgliedern, Wochen- sowie Jahresschaltuhr eingesetzt und lässt im Freiburger Münster IP- sowie KNX/EIB-Welt enger zusammen wachsen: "Theoretisch könnte der Erzbischof, wenn er gerade in Rom weilt, von dort aus via Internet ein bestimmtes Geläut im Münster auslösen", erläutert Norbert Keller, einer der vier zuständigen Messner, mit einem Augenzwinkern.

Weitere Informationen zur Zentralsteuerung Master Control sowie IP-Control können per E-Mail an Berker angefordert werden.

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