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Zum Hotel umgebauter Wasserturm in Radolfzell versorgt sich vollständig selbst mit Energie

(2.8.2017) Gebäude mit besonders niedrigem Energiebedarf können sich schon heute energetisch selbst versorgen. Eine vorgehängte hinterlüftete Photovoltaik-Fassade trägt gleich mehrfach dazu bei: Sie dämmt, erzeugt Strom und schützt die Bausubstanz. Beim umgebauten aquaTurm in Radolfzell (siehe Google-Maps) fügt sich die Solarfassade wie ein Puzzleteil in diverse andere Maßnahmen zur Energiegewinnung und Ressourceneffizienz ein - und so gelingt die umweltfreundliche Energieversorgung sogar bei einem Hotel.

Das weltweit erste Hochhaus, das weniger Energie verbraucht, als es selbst produziert, steht in Radolfzell. Dort haben Jürgen, Norman und Thorsten Räffle, die zugleich Bauherr, Investor und Architekt sind, den historischen Wasserturm des alten Milchwerks in ein wahrhaft herausragendes High-Tech-Hotel verwandelt und im April 2017 eröffnet. In den 14 Geschossen des spiegelnden Hotelturms stehen künftig 15 Doppelzimmer, vier Einzelzimmer und die Zeller-Spa-Suite im obersten Stockwerk für Gäste bereit.

aquaTurm Hotel
alle Fotos © kuhnle + knödler fotodesign, Radolfzell / Sto SE & Co. KGaA

Der über 50 Meter hohe Turm ist das zweithöchste Gebäude der Stadt am Bodensee. Seine bemerkenswerten energetischen Eigenschaften, die als Modellprojekt vom Bundesumweltministerium gefördert wurden, basieren auf extrem hoher Effizienz (geringe Verbräuche) und einem ausgeklügelten Mehrfachkonzept regenerativer Energiegewinnung.  Vor dem Turm unterstreichen neun Elektro-„Tank“-Stellen für Autos und E-Bikes die Zukunftsorientierung des Bau- und Nutzungskonzepts.

Kraftwerk Gebäudehülle

Energieeffiziente Gebäude können die für Heizung, Warmwasser und sonstige Haustechnik benötigte Energie zu einem großen Teil von der Sonne beziehen. StoVentec ARTline Inlay verbindet dazu beide Schlüsseltechnologien der Energiewende in einem Produkt:

  • Eine Mineralwolledämmung sorgt unter der vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) für einen niedrigen Heizwärmebedarf.
  • Die darüber liegenden PV-Module erzeugen aktiv Strom. (Im konkreten Fall werden von den 700 m² über 39.000 kWh/Jahr erwartet. Eine vierköpfige Familie in Mitteleuropa verbraucht übrigens durchschnittlich zirka 4.500 kWh/Jahr.)
  • Zudem dienen die Module als Wetterschale für die Fassade.

Neben der Photovoltaik tragen zur Energieversorgung des aquaTurms auch Windkraft sowie Solarthermie und Erdwärme bei, wobei letztere die Temperatur des Grundwassers nutzt und sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen des Gebäudes dient.

Ob die Energieverbräuche und Erträge auch während der realen Nutzung als Hotel den Berechnungen entsprechen, wird während der nächsten drei Jahre kontinuierlich gemessen und überwacht. So lange wird der Betrieb des Gebäudes wissenschaftlich begleitet und dokumentiert, sowie - falls notwendig - optimiert.


Natürlich nachhaltig und behaglich

Im Rahmen eines Nachhaltigkeits-Konzepts kamen nur ökologische Baustoffe und möglichst lokale oder regionale Kräfte zum Einsatz -Beispiele:

  • Zusammen mit einem nahe gelegenen Betrieb wurden Fenster entwickelt, die den ehrgeizigen Passivhausstandard um 30% unterbieten.
  • Das Lüftungssystem mit über 90% Wärmerückgewinnung sorgt für frische, feinstaub- und pollenfreie Luft.
  • Die Toiletten werden mit Regenwasser gespült.
  • Im Inneren finden sich Echthölzer und recycelte Holzwerkstoffe, Natursteine und die sparsamsten Wasserhähne der Welt - siehe auch Beitrag „0,60 l/min: Schweizer entwickeln sparsamste Armatur der Welt“ vom 11.11.2013.
  • Die Wände wurden mit Kalk und Ton verputzt. Im Treppenhaus galt es dabei, eine besondere Hürde zu nehmen: Da dort nicht geheizt wird, um keine Energie zu verschwenden, besteht die Gefahr der Kondenswasserbildung. Das war jedoch mit dem mineralischen Regulierputzsystem StoCalceFunctio in den Griff zu bekommen - siehe Beitrag „Feuchtespeicherputz auf mineralischer Basis schluckt Wasserdampf besser als Lehm“ vom 4.2.2014.

Weitere Informationen zu StoVentec ARTline Inlay können per E-Mail an Sto angefordert werden.

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