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Im neuen IzR-Heft des BBSR: Herausforderungen und Potenzial kleiner Städte


  

(31.3.2019) In den bundesweit mehr als 2.100 Kleinstädten leben 24,2 Mio. Menschen, das sind annähernd 30% aller Einwohner Deutschlands. Die aktuelle Ausgabe der vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) herausgegebenen Fachzeitschrift „Informationen zur Raumentwicklung“ (IzR) zeigt, vor welch unterschiedlichen Herausforderungen die kleinen Städte stehen.

Kennzahlen zu u.a. Demografie, Beschäftigung, Pendeln oder Breitbandversorgung unterscheiden sich je nach Lage und Größe von Kleinstädten stark. Ein Beispiel ist die Entwicklung der Bevölkerung: Während 42% der Kleinstädte zwischen 2007 und 2017 schrumpften, wuchsen weitere 42%. Besonders dynamisch entwickelten sich kleinere Kommunen im Umland der Metropolen - etwa Unterföhring (+35%) und Feldkirchen (+27%) bei München, Teltow (+27%) bei Berlin oder Kelsterbach (+24%) unweit von Frankfurt am Main. Peripher gelegene Kleinstädte verloren dagegen eher Einwohner.

Im Fokus des IzR-Hefts stehen die Themen Wirtschaft und Stadtplanung. Auch in Kleinstädten spielt die unternehmerische Basis eine entscheidende Rolle, wenn es um wirtschaftliche Dynamik geht. Kleinstädte profitieren, wenn Betriebe und Unternehmen Fachkräfte anlocken, den beruflichen Nachwuchs fördern und sich vor Ort engagieren. Die Nähe zu einer Großstadt, eine gute Verkehrsanbindung und freie, preiswerte Flächen begünstigen derzeit die wirtschaftliche Entwicklung einer Kleinstadt. In der Folge wächst das Angebot an qualifizierten Jobs. Auch peripher gelegene Kleinstädte verfügen über Stärken und Potenziale.

Eine spezielle Rolle spielen die „Hidden Champions“: Etwa 20% der rund 1.700 heimlichen Weltmarktführer in Deutschland sitzen einer Auswertung für das BBSR zufolge in Kleinstädten - viele von ihnen bereits seit Jahrzehnten. Die Potenziale reichen aber weit darüber hinaus. Hierzu zählen vor allem die vielen engagierten und vorausschauenden Menschen vor Ort, die mit Tatkraft und vereinten Kräften zur Entwicklung ihrer Kommune beitragen.

Gleichwohl brauchen Kleinstädte für ihre Planung ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen. Nur so können sie die Lebensqualität ihrer Bewohner steigern und wettbewerbsfähig bleiben. Wichtig ist, dass Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft eng zusammenarbeiten. Wie eine kooperative Kleinstadtentwicklung gelingen kann, zeigen die Modellvorhaben im Forschungsfeld „Potenziale von Kleinstädten in peripheren Lagen“ des BBSR: Acht Kommunen haben in einem gemeinsamen Prozess mit den Bürgerinnen und Bürgern Zukunftsbilder für die Bereiche Wohnen, Wirtschaft, Bildung, Digitalisierung, Kultur und Tourismus erarbeitet - und setzen diese um.

Das Heft mit dem Titel „Kleinstädte - Chancen, Dynamiken, Potenziale“ ist im Franz Steiner Verlag erschienen und kann für 19 Euro zuzüglich Versandkosten per E-Mail an Steiner Verlag bestellt werden. Eine Leseprobe und weitere Informationen zu den Autoren gibt es unter bbsr.bund.de > Veröffentlichungen > Informationen zur Raumentwicklung.

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