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Solarwirtschaft rechnet mit Stromlücke ab 2023

(22.6.2020) Marktforscher von EuPD Research warnen davor, dass 2023 eine Lücke in der deutschen Stromversorgung entstehen könne. Nur wenn der derzeitige Photovoltaikausbau ab 2021 verdoppelt und ab 2022 verdreifacht würde, könnten die Versorgungssicherheit gewährleistet und die Klimaziele erreicht werden.

Als Auswirkung der Wirtschaftskrise infolge des Corona-Lockdowns rechnen die Forscher für 2020 zwar einen Rückgang der Nettostromnachfrage um 4% auf knapp unter 500 TWh. Allerdings lassen Prognosen zur wirtschaftlichen Erholung bereits 2021 wieder einen steigenden Stromverbrauch der Wirtschaft erwarten.

Infolge des Atom- und Kohleausstiegs und aufgrund eines nur schwachen Netto-Windenergieausbaus an Land könnte also die Stromerzeugung in spätestens drei Jahren mit der anziehenden Stromnachfrage nicht mehr mithalten. Die erwartete Stromerzeugungslücke könnte 2023 bei 46 TWh liegen und bis 2030 auf 77 TWh anwachsen - was 12% des zu diesem Zeitpunkt erwarteten Strombedarfs entspricht:

Dr. Martin Ammon, Geschäftsführer der EUPD Research, fasst die Studienergebnisse zusammen: „Zur Vermeidung einer Stromerzeugungslücke muss der jährliche Pho­to­voltaik-Ausbau von gegenwärtig rund 4 Gigawatt im Jahr bereits 2021 auf 8 Gigawatt verdoppelt und ab 2022 sogar auf 12 Gigawatt verdreifacht werden. Verbleibt hingegen der gesetzlich festgelegte Zubau für Photovoltaik bei 2,5 GW pro Jahr ergibt sich bereits in 2023 eine Stromlücke.“ Und Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, appelliert mit diesen Zahlen im Gepäck an die Bundesregierung: „Es ist an der Zeit, die Ausbauziele im Erneuerbare-Energien-Gesetz entsprechend zu erhöhen. Gleichzeitig müssen alle Marktbarrieren für die Solartechnik endlich weg: Wer A sagt und zu Recht aus Atom- und Kohlekraft aussteigt und zugleich mehr Strom oder grünen Wasserstoff u.a. in der Mobilität sehen möchte, der muss jetzt auch B sagen und den Ausbau Erneuerbarer Energien beschleunigen.“

Vor dem Hintergrund der jüngsten gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen hat EUPD Research außerdem die in Kooperation mit dem Bundesverband Solarwirtschaft und der Innovationsplattform The smarter E im letzten Herbst erstellte Studie „Energiewende im Kontext von Atom- und Kohleausstieg - Perspektiven im Strommarkt bis 2040“ im Juni 2020 aktualisiert. Ziel der Studie war es, ein realistisches Zukunftsbild des deutschen Strommarktes zu entwerfen. Neben der Modellierung des deutschen Strommarktes werden volkwirtschaftliche Dimensionen des Umbaus sowie die Auswirkungen auf den Strompreis untersucht. Als Darstellungsebene fungieren Lastgänge und Erzeugungsprofile auf 15-Minuten-Basis. Der Modellansatz folgt dem sogenannten Zieldreieck der Energiepolitik aus Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit. Das Update der Studie ist via thesmartere.de > News & Presse > Download Bereich > Publikationen downloadbar.

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