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Photovoltaik - der Joker der Energiewende?

DI-Publikation „Photovoltaik im Energiesystem – Der Joker der Energiewende?“
  

(19.8.2020) Die photovoltaische Stromerzeugung kann eine der zentralen Schlüsseltechnologien bei der Defossilisierung des Energiesystems werden. Diesen Trend beleuchtet die aktuelle VDI-Publikation „Photovoltaik im Energiesystem - Der Joker der Energiewende?“ aus mehreren Perspektiven.

„Photovoltaik kann maßgeblich die Reduzierung der Klima­gas­emis­sio­nen - idealerweise im Zusammenspiel mit der Wind­ener­gie - unterstützen“, konstatiert Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt, Leiter des Instituts für Umwelttechnik und Energiewirtschaft der TU Hamburg und Vorsitzender des VDI-Fach­aus­schusses für Regenerative Energien.

Performance der Photovoltaik übertrifft alle Marktprognosen

Weltweit wächst der Photovoltaik-Markt enorm. Im vergangenen Jahrzehnt hat die Solarstromerzeugung rund um den Globus um den Faktor 30 bis 35 zugenommen, während die Photovoltaikmodul- und -systempreise um rund 80% gefallen sind. Ein Ende ist noch nicht in Sicht. „Demzufolge wird der Photovoltaikmarkt auch außerhalb der staatlichen Förderregime stark wachsen“, prognostiziert Prof. Kaltschmitt.

Stromgestehungskosten aus PV-Großanlagen liegen in Deutschland unter 4 Cent/kWh

Die Stromgestehungskosten aus Photovoltaik-Großanlagen sind inzwischen enorm günstig: In Deutschland liegen sie derzeit schon unter 4 Cent/kWh. In Ländern mit einem höheren solaren Strahlungsangebot liegen die Gestehungskosten sogar rund bei der Hälfte - und teilweise noch darunter.

Die Stromgestehungskosten werden künftig weiter sinken, da die Photovoltaikanlagen aufgrund ihrer Langlebigkeit auch nach dem Auslaufen der Abschreibungsdauer ohne große Leistungseinbußen  weiter betrieben werden können. „Mit den dann nur noch anfallenden Betriebskosten sind Stromgestehungskosten von unter 0,01 EUR/kWh gut möglich“, erwartet Herr Kaltschmitt. „Für Deutschland bedeutet das, dass die Photovoltaikanlagen, die aus dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) fallen, aus Kostensicht konkurrenzlos Strom ins Netz einspeisen können.“

Kostenreduktion bei Batterien

Auch wenn unter heutigen Bedingungen der Einsatz von Batterien als Energiespeicher nur begrenzt wirtschaftlich ist, kann sich das in den nächsten Jahren ändern: Sollten die Preise für Batterie- und für Photovoltaiksysteme weiter fallen, entsteht ein erhebliches Marktvolumen. Zu solch einer Kostenreduktion von Batterien wird nicht zuletzt auch die hohe Nachfrage nach Elektromobilität beitragen.

Darüber hinaus kann Photovoltaikstrom auch zur Erzeugung von Wasserstoff genutzt werden. Dieser speichert langfristig und annähernd verlustfrei Energie. Bisher sind die Kosten für nahezu alle Anwendungsfelder von strombasiertem Wasserstoff jedoch trotz verfügbarer Förderinstrumente noch sehr hoch. Die jüngst beschlossene nationale Wasserstoffstrategie will das erfreulicherweise ändern: Sie hat unter anderem zum Ziel, die Bereitstellungskosten für strombasierten Wasserstoff durch Technologieentwicklungen zu reduzieren - siehe auch Beitrag „Bundesregierung verabschiedet Nationale Wasserstoffstrategie“ vom 14.6.2020.

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