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Projekt HochEff-TWE zur Erforschung hocheffizienter Trinkwassererwärmungssysteme

(31.7.2020) In Zusammenarbeit mit der Münchner Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG sowie der Postbaugenossenschaft München und Oberbayern erforscht die Hochschule München, wie sich eine optimale Energieeffizienz in Neubauten und in Bestandsanlagen realisieren lässt. Dazu haben Prof. Dr. Franz Josef Ziegler, Dr. Jürgen Zeisberger und Johannes Elfner vom Bereich Versorgungs- und Gebäudetechnik im Rahmen des Projektes „HochEff-TWE - Entwicklung und Optimierung hocheffizienter Trinkwassererwärmungssysteme für Wohn- und Hotelgebäude“ eine neu entwickelte Trinkwassererwärmungsanlage in insgesamt fünf Pilotanlagen in München installiert.

Hocheffiziente Trinkwassererwärmung in einer Wohnanlage der GEWOFAG in München Riem, Londonstraße (Foto © GEWOFAG) 

In vorangegangenen Untersuchungen des Trinkwassererwärmungssystems (TWE) der Hochschule München am Laborprüfstand und bei der anschließenden Auswertung einer Pilotanlage zeigte sich bereits eine Reihe von Vorteilen:

  • Die Rücklauftemperaturabsenkung und verbesserte Spitzenlastglättung ermöglichen einen wirtschaftlicheren Betrieb vor allem bei der geothermalen Wärmeerzeugung.
  • Durch eine effiziente Anlagentechnik reduzieren sich wegen der besseren Lastglättung die Anschlussgebühren für Fernwärme auf einen Bruchteil
  • Brennwertkessel in Gebäuden können kleiner dimensioniert werden.

Das an der Hochschule München entwickelte Anlagenkonzept kommt bereits in mehreren GEWOFAG-Liegenschaften zum Einsatz: In einer Wohnanlage in Trudering beispielsweise wurde die bestehende Solaranlage ertüchtigt und in das neue Anlagenkonzept mit Brennwerttechnik integriert. Im Vergleich zum Durchschnittsverbrauch der letzten Jahre sank der Gasverbrauch hier um rund 15%, was eine jährliche CO₂-Ein­sparung von ca. 24 t bedeutet. Verbesserungen in diesem Maßstab konnten bei allen Pilotprojekten erzielt werden. So seien die im Gebäudebestand gemessenen Nutzungsgrade in der Regel 8 bis 25% niedriger als die Werte, die entsprechend Herstellerangaben im Energieeinsparverordnung-Nachweis angesetzt wurden.

Anderes Beispiel: Im Zuge einer Sanierung einer Wohnanlage der Baugenossenschaft des Post- und Telegrafenpersonals aus dem Jahr 1982 im Schwabinger Norden wurde in Kooperation mit der Isarwatt eG ein Mieterstromprojekt realisiert - sprich: Der dezentral erzeugte Strom wird direkt vor Ort durch die Mieter verbraucht: Um den wirtschaftlichen Betrieb der BHKW-Anlage zu gewährleisten, wurde das TWE-System der Hochschule München mit hohem Lastverschiebungspotential und hohen BHKW-Lauf­zeiten ausgewählt.

Neuer GEWOFAG-Standard

Professor Ziegler sieht die Arbeit des Teams bestätigt: „Wenn unsere Partnerin GEWOFAG unsere Anlagen in ihrem letzten Energiebericht zum „neuen GEWOFAG-Standard“ erhebt, dann wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Gestiegene gesetzliche Anforderungen und das Bestreben nach einer Reduktion der Betriebskosten werden diesen Anlagen den Weg zu einer breiten Akzeptanz ebnen.“

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