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Viega verfolgt mit „AquaVip Solutions“ ganzheitlichen Ansatz zum Erhalt der Trinkwassergüte

(22.3.2019; ISH-Bericht am Weltwassertag) Mit dem Trinkwasser-Management-System „AquaVip Solutions“ will Viega das Thema Trinkwasserhygiene in großen Trinkwasseranlagen, wie man sie in Klinken, Alten- und Pflegeheimen oder Wohnkomplexen findet, auf ein neues Niveau heben: Dazu werden Trinkwasseranlagen in aller Konsequenz ganzheitlich betrachtet und elektronisch vernetzt. Das ermöglicht, die entscheidenden Einflussfaktoren auf den Erhalt der Trinkwassergüte permanent zu überwachen und so zu steuern, dass eine negative Beeinflussung der Trinkwasserhygiene selbst bei schwankender Nutzungsintensität ausgeschlossen ist - so das in Frankfurt abgegebene Versprechen.

Auf der Grundlage jüngster Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung ist eine Reduzierung der Systemtemperaturen von bislang 60/55°C auf beispielsweise 48/45°C möglich, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen - wie Temperaturhaltung, Wasseraustausch und Nährstoffangebot - eingehalten werden. Damit geht eine signifikante Primärenergieeinsparung einher. Das wiederum erlaubt verstärkten Einsatz regenerativer Energiequellen zur Warmwasserbereitung - beispielsweise durch durch Wärmepumpen - ohne aufwendiges Nachheizen.

Ganzheitlicher Ansatz

Nach dem sogenannten Wirkkreis der Trinkwassergüte hängt der Erhalt der Trinkwasserhygiene von vier entscheidenden Einflussgrößen ab:

  • der vollständigen Durchströmung der gesamten Trinkwasseranlage,
  • einer hygienegerechten Temperaturhaltung von warmem und kaltem Trinkwasser,
  • dem regelmäßigen Wasseraustausch auf Basis des bestimmungsgemäßen Betriebs sowie
  • dem in den Rohrleitungen anliegenden Nährstoffangebot für Bakterien.

Mit dem Trinkwasser-Management-System „AquaVip Solutions“ betrachtet Viega sowohl diese vier Einflussfaktoren als auch die zwischen ihnen bestehenden Wechselbeziehungen ganzheitlich, und zwar vom Hausanschluss bis zur letzten Zapfstelle.

Über einen neu konstruierten Durchfluss-Trink­was­ser­er­wärmer (DTE; Bild rechts) beispielsweise wird die Menge des vorzuhaltenden warmen Trinkwassers reduziert. Elektronisch gesteuerte „Easytop“-Regulierventile sorgen wiederum für eine hygienegerechte Temperaturhaltung in der Trinkwasserverteilung. Automatisch auslösende Spülstationen, Spülkästen und Auslaufarmaturen sichern zudem den bestimmungsgemäßen Betrieb der Trinkwasseranlage ab.

Kommt es in den Kaltwasser führenden Rohrleitungen zu einem hygienekritischen Temperaturanstieg, wird auch dieser Volumenstrom entsprechend behandelt, und zwar indem er über einen ebenfalls neu entwickelten Durchfluss-Trinkwasserkühler (DTK) geführt wird.

Vernetzte Elektronik als Steuerung

Möglich ist das durch eine vernetzte Elektronik als Herzstück des neuen Trinkwasser-Management-Systems „AquaVip Solutions“. Diese Elektronik ist skalierbar und kann an die individuellen Anforderungen jeder Trinkwasseranlage angepasst werden. Über eine Vielzahl von Sensoren erfassen werden die Betriebszustände der Trinkwasseranlage sowie die für den Erhalt der Trinkwassergüte entscheidenden Parameter erfasst. Dazu zählen vor allem das Temperaturniveau in warmen Trinkwasser und kalten Trinkwasser sowie eventuelle Nutzungsunterbrechungen. Bei Über- oder Unterschreiten definierter Soll-Werte wird dann automatisch eine bedarfsgerechte Hygienespülung ausgelöst.

Sämtliche Messwerte und Aktionen werden zentral gespeichert. So kann der Betreiber bei eventuellen Auffälligkeiten den bestimmungsgemäßen Betrieb der Trinkwasseranlage problemlos nachweisen. Wird ein zentrales Monitoring für mehrere Liegenschaften gewünscht, lässt sich die Elektronik auch in ein bestehendes Gebäudeautomationssystem integrieren.

Mehr als ein Dutzend neuer Installationskomponenten werden für „AquaVip Solutions” in den Markt eingeführt. Dazu gehören unter anderem WC-Spülkästen, die zusätzlich als automatische Spülstation für warmes und kaltes Trinkwasser fungieren (Bild rechts).

Energiesparend: Systemtemperatur des Warmwassers auf bis zu 45°C!

Durch den permanent güteüberwachten Betrieb der Trinkwasseranlage ist es nach aktuellen Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung sogar möglich, die Systemtemperaturen für das Warmwasser perspektivisch deutlich abzusenken. Dafür wird in einen Teilstrom des zirkulierenden Wassers zusätzlich eine Ultrafiltrationsanlage (UFC) installiert. Sie reduziert die Gesamtzellzahl (GZZ) der Bakterien im Rohrleitungsnetz sowie das Nährstoffangebot (DOC) – und sorgt so dafür, dass auch die vierte Einflussgröße aus dem Wirkkreis der Trinkwassergüte, die Nährstoffe im Rohrleitungsnetz, hinreichend in dem Hygienekonzept „AquaVip Solutions“ berücksichtigt ist.

Ist die Gesamtzellzahl unter dem Wert von 40.000 Zellen pro Milliliter stabil erreicht und sind darüber hinaus durch „AquaVip Solutions“ die weiteren Betriebsparameter der Trinkwasseranlage abgesichert, kann die Systemtemperatur des warmen Trinkwassers auf bis zu 45°C abgesenkt werden. Das bestätigen umfangreiche Feldversuche unter wissenschaftlicher Begleitung.

Diese Temperaturabsenkung ist für die weitere Verringerung des Primärenergieeinsatzes in Gebäuden von entscheidender Bedeutung. Der Hintergrund: Durch immer dichtere Gebäudehüllen hat der prozentuale Anteil des Energiebedarfs für die Warmwasserbereitung stark zugenommen. In Passivhäusern macht er mittlerweile schon bis zu 50% aus. Bei einer Absenkung der Systemtemperaturen von Trinkwasser warm um 10 K und mehr reduziert sich der Primärenergieeinsatz sofort entsprechend. Zudem unterstützen die niedrigeren Systemtemperaturen den Einsatz regenerativer Wärmeerzeuger wie Wärmepumpen, denn bei Warmwasser muss zum Beispiel zum Erreichen einer Mindestvorlauftemperatur von 48 °C nicht mehr mit einem Elektroheizstab nachgeheizt werden, so dass die Wärmepumpen in ihrem wirtschaftlichen Betriebsbereich <55°C arbeiten können.

Hygienegerechte Auslegung als Basis

Das Trinkwasser-Management-System „AquaVip Solutions“ wurde gezielt für den Einsatz in Gebäuden mit großen Trinkwasseranlagen konzipiert, wie sie für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime oder Wohnkomplexe typisch sind. Die produkttechnischen Lösungen mit Trinkwassererwärmung, Ultrafiltration, thermisch und hydraulisch permanent überwachten Parametern im Trinkwasser und automatischer Unterstützung des bestimmungsgemäßen Betriebs stellen dabei die folgerichtige Ergänzung zur hygienischen Auslegung von Trinkwasseranlagen in solchen Gebäuden dar.

Gekennzeichnet sind solche Anlagenplanungen vor allem durch die bedarfsgerechte Dimensionierung des Rohrleitungsnetzes, durch eine möglichst auch bauliche thermische Trennung der Rohrleitungsinstallationen für Trinkwasser warm und Trinkwasser kalt sowie eine klare, nachvollziehbare Struktur der Rohrleitungsnetze unter Minimierung des Trinkwasservolumens.

Schon mit „Viptool“ planbar

Das Trinkwasser-Management-System „AquaVip Solutions“ umfasst viele neue und innovative Produkte. Für die Auslegung großer Trinkwasseranlagen als typischem Einsatzbereich von „AquaVip Solutions“ pflegt Viega die neuen Produkte zeitnah über ein entsprechendes Update auch in die Planungssoftware „Viptool Engineering“ ein.

Weitere Informationen zum Trinkwasser-Management-System „AquaVip Solutions“ können per E-Mail an Viega angefordert werden.

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