DGNB aktualisiert Zertifizierung für Gebäude im Betrieb
(18.2.2026) Das System für Gebäude im Betrieb der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) in der Version 2026 richtet sich an Eigentümer, Bestandshalter und Betreiber von Bestandsimmobilien. Der überarbeitete Kriterienkatalog berücksichtigt aktuelle regulatorische Vorgaben wie die EU-Taxonomie und soll eine strukturierte Bewertung der Gebäudeperformance unterstützen.
Grundlage der Zertifizierung ist eine umfassende Bestandsanalyse. Sie erfasst den Ist-Zustand eines Gebäudes einschließlich Verbräuchen, Kosten und Auswirkungen auf Umwelt und Nutzer. Auf dieser Basis lassen sich gezielte Verbesserungsmaßnahmen planen und priorisieren. Auch Kommunen mit eigenem Immobilienbestand können das System einsetzen.
Inhaltlich bleibt die Struktur mit zehn Kriterien entlang der Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales erhalten. Im Unterschied zu Neubau- und Sanierungssystemen liegt der Fokus auf betriebsrelevanten und beeinflussbaren Aspekten. Das Verfahren folgt dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess nach dem Prinzip Plan, Do, Check, Act. Ergebnis sind gebäudespezifische Transitionspläne, die eine schrittweise Weiterentwicklung bis hin zur Klimaneutralität unterstützen und Risiken wie Wertverlust oder Leerstand reduzieren.
Die Dokumentation ist auf Kennzahlen und Reporting ausgerichtet. Anwender erhalten standardisierte Auswertungen für die ESG-Berichterstattung. Neu integriert ist unter anderem das Thema Biodiversität. Ergänzend bleibt eine ESG-Verifikation zur EU-Taxonomie möglich.
Das System eignet sich für einzelne Gebäude ebenso wie für komplette Immobilienportfolios. Es ermöglicht eine transparente Vergleichbarkeit der Performance und unterstützt Asset-, Property- und Portfolio-Manager bei strategischen Investitionsentscheidungen. Voraussetzung ist eine mindestens einjährige Betriebsphase. Das Zertifikat gilt drei Jahre und kann durch Rezertifizierung verlängert werden. Die Auszeichnung erfolgt in den Stufen Bronze, Silber, Gold und Platin.
Die Überarbeitung entstand in Zusammenarbeit mit internationalen Partnerorganisationen wie der Schweizer Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (SGNI), dem Green Building Council Denmark (RFBB), der Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) und dem Green Building Council España (GBCE). Ziel ist eine bessere Vergleichbarkeit über Ländergrenzen hinweg bei gleichzeitiger Berücksichtigung nationaler Anforderungen.
Parallel passt die DGNB ihre Qualifizierungsangebote an. Künftig soll es eine eigene Ausbildung zum Auditor für Gebäude im Betrieb sowie eine separate, modulare Fortbildung zum geprüften Experten für EU-Taxonomie geben.
Weitere Informationen können per E-Mail an DGNB angefordert werden.
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