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Publicity für Architekten und Ingenieure

  • Wie kann ein Architekt/Ingenieur PR für sich nutzen?

(19.8.2007) Schlägt man die bekannten Architekturzeitschriften oder einschlägige Web-Sites auf, so stechen einem gleich die großen Projektartikel ins Auge, in denen neueste Bauvorhaben anschaulich dargestellt und diskutiert werden. Wie gelingt es einem Architekturbüro, seine Projekte in den Medien zu platzieren? Bei Wettbewerbs-Preisträgern oder großen Stararchitekten läuft alles wie von selbst: die Journalisten kommen dann meistens selbst auf die Büros zu. Was aber kann ein Büro unternehmen, wenn dieses öffentliche Interesse zunächst erst einmal nicht vorhanden ist und wie kann das Interesse der Journalisten für die eigenen spannenden Projekte geweckt werden?

Ein Weg dahin ist die systematische Pressearbeit. Systematisch bedeutet hier, kontinuierlich, also nicht nur einmal probieren und es dann sein lassen; Pressearbeit heißt, mit sachlichen Informationen an die Redaktionen herantreten. Diese Informationen werden in Form einer Pressemitteilung zum Beispiel zur Fertigstellung eines Bauvorhabens an die einschlägigen Redaktionen geschickt:


Bild aus dem Objektbericht "Semitransparente Ziegeleindeckung ermöglicht großartige Dachräume" vom 20.6.2007

Dadurch erfahren die Redakteure unter Umständen zum ersten Mal von der Existenz eines Architekturbüros. Wenn aber daraufhin immer wieder zu geeigneten Anlässen Pressemeldungen von einem bestimmten Büro verschickt werden, so verankert sich der Name bereits im Gedächtnis des Redakteurs. Im besten Fall kommt er bei Gelegenheit dann auf das Büro direkt zu. Oder aber die Presseinformation erreicht den Redakteur gerade zur rechten Zeit - d.h. er arbeitet gerade an einem Artikel, in dem die Informationen genutzt werden können.

Instrumente der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Neben der bereits beschriebenen Möglichkeit, regelmäßig mit Presseinformationen zu Bauprojekten an die Medien heranzugehen, gibt es noch verschiedene andere probate Wege, Artikel in den einschlägigen Zeitschriften zu platzieren. So kann ein Architekt oder Ingenieur beispielsweise Fachartikel oder Interviews zu einem speziellen Thema anbieten. Immer wieder sind Redaktionen dankbar, wenn sie zu aktuell diskutierten Themen auf Fachleute und Spezialisten zurückgreifen können. Es bietet sich also an, gerade wenn bestimmte Themen, wie HOAI oder EnEV einmal wieder im Umlauf sind und man selbst eine gewisse Expertise und Praxiserfahrung mitbringt, direkt auf die Medien zuzugehen und sich als Interviewpartner oder Autor eines Fachartikels zur Verfügung zu stellen.

Bei bestimmten Anlässen wie einem Jubiläum oder der Arbeit an einem herausragenden Projekt kann auch ein Porträt des Architekten oder Ingenieurs von Interesse sein. Hier würde man in Form eine Pressemitteilung oder aber telefonisch auf die Medien zugehen.

Ein klassisches Instrument der Öffentlichkeitsarbeit ist die Veranstaltung eines Events, wie beispielsweise ein Tag der offenen Tür oder eine Ausstellung. Mit diesen Veranstaltungen werden interessierte Besucher angezogen und auf das Büro aufmerksam gemacht, was den Bekanntheitsgrad steigert. Durch begleitende Pressearbeit besteht darüber hinaus die Chance, wiederum Erwähnung in der lokalen Presse zu finden.

Zum Pflichtprogramm der PR gehören schon lange der Internetauftritt und die Imagebroschüre. Zumindest der Internetauftritt ist unverzichtbar. Imagebroschüren bieten sich an, weil man Informationen über das Büro immer auch Interessierten und Kunden in die Hand geben kann. Inhaltlich sind beide Präsentationsmöglichkeiten ähnlich aufgebaut: Neben der Vorstellung des Büroinhabers und des Teams sollten graphisch ansprechende Darstellungen der einzelnen Projekte nicht fehlen. Die Philosophie des Hauses und Kontaktdaten sind ebenfalls ein Muss.

Themen und Timing für eine Pressemitteilung

Um das Interesse der Medien zu gewinnen, ist es wichtig, eine Botschaft zu haben. Die ist immer dann gegeben, wenn ein Bauprojekt fertig gestellt ist und es etwas Besonderes zu berichten gibt. Der Bau eines gewöhnlichen Einfamilienhauses eignet sich nicht unbedingt für eine Meldung an die Presse. Aber die Fertigstellung eines öffentlichen Gebäudes mit dem Nutzen für die Gemeinde oder den Stadtteil kann von großem Interesse für die Öffentlichkeit und damit für die Medien sein. Auch die Anwendung besonderer Techniken, wie energetisches Bauen, die Verwendung besonderer Materialien oder aber auch besondere technische Herausforderungen, die aus den ästhetischen Vorgaben resultieren, können berichtenswert sein. Bei solchen Gelegenheiten helfen oft auch gerne Hersteller von verwendeten Baustoffen mit ihrer eigenen Presseagentur aktiv - manchmal muss man sie nur etwas anstupsen:

Solardach, Massivdach, Solardächer, Betonfertigteildach, Massivdächer, Solarzellen, alwitra-Kunststoffdachbahnen, Photovoltaik-Module, Betonfertigteile
Bild aus dem Objektbericht "iRoof / iWall - Wenn Beton und Sonne ..." vom 31.1.2007

Für das richtige Timing einer Pressemeldung gibt es ein wichtiges Kriterium: Aktualität. Die Presse interessiert nichts, was schon Wochen zurückliegt. Die Begehung des neuen Gebäudes oder das Richtfest müssen in naher Zukunft anstehen, damit Journalisten dazu eingeladen werden können. Ein gewonnener Wettbewerb, über den berichtet werden soll, sollte gerade zurückliegen. Ebenso kann die Eröffnung eines neuen Architekturbüros meldenswert sein und sollte entsprechend vor der Eröffnungsfeier kommuniziert werden.

Medien, die in Frage kommen

Wie bereits oben erwähnt zählen zu den wichtigsten Medien für Architekten und Ingenieure die Architektur- und Fachzeitschriften. Sie bilden ein Forum für spannende Projektberichte und nehmen mitunter auch Mitteilungen in Form von News auf. Neben den Fachmedien bieten sich für Bauprojekte immer auch die lokalen Tageszeitungen an. Denn ein Bauprojekt stößt immer auch auf das Interesse der anwohnenden Bevölkerung. Bei der Tagespresse ist es wichtig, je nach Thema auf die einzelnen Ressorts zuzugehen. So kann ein Architekturthema für das Feuilleton, für den Immobilienteil oder die lokalen Nachrichten gleichermaßen interessant sein. Darüber hinaus können bei besonders spannenden Themen auch Fernseh- und Rundfunkredaktionen angesprochen werden. Eine genaue Recherche der in Frage kommenden Sendungen und ihrer Redaktionen sollte im Vorfeld angegangen werden. Spezialisierte PR-Agenturen können in der Regel schnell einen Überblick über die verschiedenen Medien geben.

Kontakte und Kontinuität

Eine erfolgreiche Pressearbeit beruht auf Kontinuität. Wenn sich ein Büro für eine aktive Pressearbeit entscheidet, sollte es auch einige Zeit dabei bleiben. Auch wenn sich nicht gleich beim ersten Versand einer Pressemeldung zahlreiche Artikel veröffentlichen lassen, so verankert sich das Architektur- oder Ingenieurbüro bei den Redakteuren im Bewusstsein. Oft reagieren sie erst nach mehrmaligem Kontaktieren, weil ihnen dann der Name auch etwas sagt. Wichtig ist es auch, dass das Büro aktuelle und korrekte Adressen im Presseverteiler hat. Bei der Kontaktaufnahme ist es empfehlenswert, Redakteuren nichts aufzudrängen, sondern ihm lediglich Informationen anzubieten. Die Redaktionen werden in der Regel mit Informationen bombardiert und können bei zu starker Bedrängung verärgert reagieren.

siehe auch für weitere Informationen:

  • Dr. Andrea Brill
    Die Autorin dieses Beitrages führt das PR-Büro Brill PR in München und bietet Presse- und Öffentlichkeitsarbeit insbesondere für Architekten und Ingenieure an.

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