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Wicona-Test Centre verspricht Qualitätsvorsprung für Kunden

(16.5.2009) Die Hydro Building Systems GmbH hat ihr Serviceangebot für Wicona-Kunden erheblich erweitert: am Standort Bellenberg (siehe Google-Maps) ging jetzt das neue Test Centre in Betrieb. Insgesamt rund 3,5 Mio. Euro investierte das Ulmer Aluminiumsystemhaus in den Neubau; zugleich wurde das benachbarte Wicona-Schulungszentrum modernisiert und mit multifunktionellen TEmotion-Fassaden ausgestattet (siehe dazu Beitrag vom 13.5.2009).


Ohne entsprechende Prüfzeugnisse und Zulassungen sind komplexe Produkte wie Fassaden oder Fenster heute nicht mehr am Markt absetzbar. Systemprüfungen bzw. Ersttypprüfungen (ITT = Initial Type Test) haben zwar im Standardbereich die Abläufe vereinfacht, aber Sonderkonstruktionen, spezielle Objektlösungen oder generelle Anforderungen im Leistungsverzeichnis, die von der Norm abweichen, machen individuelle Prüfungen erforderlich. Das neue Test Centre stellt den Wicona-Kunden für all diese Fälle die notwendigen Einrichtungen zur Verfügung.

Ausstattung und Testabläufe wurden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Fenstertechnik (ift Rosenheim) entwickelt und abgestimmt. Deshalb entsprechen die in Bellenberg durchgeführten Prüfungen den Ablaufkriterien akkreditierter Prüfinstitute und basieren auf den anerkannten Regeln der Technik. Werden Prüfzeugnisse durch ein akkreditiertes/notifiziertes Prüfinstitut gefordert, kann dies in Kooperation mit dem ift im Wicona Test Centre abgewickelt werden (im Bild rechts die Fassadenprüfstände).

Vorteile für die Wicona-Kunden

"Bislang mussten die Bauteile zur Prüfung an zertifizierte Prüfinstitute transportiert werden", erläutert Ulrich Deiniger, Leiter Testing in Bellenberg, "jetzt können wir selbst einen zeitnahen und direkten Service für unsere Kunden anbieten. Das verschafft ihnen und uns einen Wettbewerbsvorteil." Prüfkörper direkt aus der Serieproduktion können getestet werden, da die Maße der modularen Prüfstände flexibel anpassbar sind. Im direkt ans Test Centre angegliederten Wicona Technologie Centre mit Musterwerkstatt lassen sich beispielsweise vom Kunden produzierte Prüfkörper vor dem Einbau in den Prüfstand kontrollieren. Eventuell noch erforderliche Korrekturmaßnahmen können direkt vor Ort flexibel und mit geringem Zeit- und Kostenaufwand durchgeführt werden.

Das Test Centre bietet zwei Groß-Fassadenprüfstände, je einen Prüfstand für Fenster und Beschläge, eine Zug-Druck-Prüfmaschine und eine so genannte Hot Box für Wärmedurchgangsmessungen.

Die Fassadenprüfstände (Bild rechts und rechts oben) ermöglichen Prüfungen mit maximalen Abmessungen der Prüfkörper von 10 x 10 m. Innerhalb dieser Grenzen können die Maße vom Kunden frei gewählt werden. Bei der Breite ergeben sich Vorteile, wenn Rastermaße berücksichtigt werden können. Die Fassade wird mit Fassadenankern in der Vorrichtung eingehängt, um die Fassade wird dann der bauseitige Anschluss nachgebildet. Folgende Prüfungen können vorgenommen werden:

  • Luftdurchlässigkeit nach EN 12153
  • Statische Schlagregendichtheit nach EN 12155
  • Dynamische Schlagregendichtheit nach EN 13050 (Bild rechts)
  • Widerstandsfähigkeit bei Windlast nach EN 12179
  • Stoßfestigkeit nach EN 14019
  • Tragfähigkeit absturzsichernder Verglasungen nach TRAV

Der Fensterprüfstand ist ausgelegt für Fenster, Türen, Festfelder und Kombinationen. Die maximale Elementgröße einschließlich Prüfrahmen liegt bei 3,6 x 2,9 m. Möglich sind folgende Prüfungen:

  • Luftdurchlässigkeit nach EN 1026
  • Schlagregendichtheit nach EN 1027
  • Widerstandsfähigkeit bei Windlast nach EN 12211
  • Belastung mit weichem und schwerem Stoßkörper nach EN 13049

Am Beschlagsprüfstand werden dynamische Beschlags- bzw. Elementprüfungen an Türen und Fenstern bis zu einer Höhe von 4 m durchgeführt. Möglich sind z.B. die Dauerfunktionsprüfung nach EN 1191 für Beschläge für Fenster und Fenstertüren mit Dreh-Kipp-, Dreh- und Kippbeschlägen nach EN 13126-8. Getestet werden können Flügelbreiten bis zu 1550 mm.

Auf der Zug/Druck-Prüfmaschine laufen statische Versuche mit Zug- und Druckbelastungen, auch wechselweise. Geprüft werden unter anderem die Bauteilfestigkeit von Konstruktionsdetails (nach EN 14024), Materialfestigkeiten oder Schraubenauszugswerte.

Die Hot Box ermöglicht die Bestimmung von Wärmedurchgangskoeffizienten für Rahmenprofile (Uf) nach EN 12412-2, außerdem können neue Dämm-Materialien vermessen, Materialkennwerte verifiziert und Rechenprogramme auf Gültigkeit geprüft werden.

Nachhaltigkeit konsequent umgesetzt

Mit dem neuen Wicona Test Centre will u.a. auch Hydro Building Systems demonstrieren, wie sich ihr Leitbild zum Thema Nachhaltigkeit am eigenen Gebäude umsetzen lässt. Zielsetzung war, ein energieautarkes Betriebsgebäude zu errichten. Über einen ganzheitlichen Planungsansatz wurde die ideale Kombination von Fassade, Gebäudetechnik und Nutzung natürlicher Ressourcen ermittelt. Großzüge Fensterflächen in der Fassade und im Dach erlauben ein Arbeiten weitestgehend ohne Kunstlicht. Gleichzeitig kann auf Kühlung ganz verzichtet werden. Der für Fassadentests nicht unerhebliche Wasserbedarf wird durch einen geschlossenen Wasserkreislauf, mit Zisterne und mehrstufigen Filtern, auf ein ökologisch verträgliches Minimum reduziert. Für Heizen und Kunstlicht ergibt sich ein Nutzenergiebedarf von lediglich 23 kWh/m²a, ein Wert nahe am Passivhausstandard. Über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach wird dieser Energiebedarf gedeckt. Der Überschuss von 30.000 kWh/a deckt den Betriebsenergiebedarf des Test Centre. Damit ist das Wicona Test Centre eines der ersten Null-Emissions-Produktionsgebäude.

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