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Contra und Pro zur geplanten Streichung der Förderung von Brennwerttechnik


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(14.5.2017) Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) plant die Neuordnung der finanziellen Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen. Demnach sollen Heizungsmodernisierungen mit Brennwerttechnik spätestens ab 2020 nicht mehr gefördert werden. Hybridheizungen, also Kombinationen aus fossiler und solarer/alternativer Wärmetechnik, sollen aber gemäß der neuen Förderstrategie des Bundeswirtschaftsministeriums auch weiterhin gefördert werden - für Vertreter fossiler Energieträger ein Strohhalm,  für die Solarbranche indiskutabel.

Contra von der Heizölbranche (IWO)

Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) kritisiert - aus seiner Sicht nachvollziehbar: „Statt die Anreize zur Effizienzverbesserung in den Heizungskellern zu erhöhen, plant man deren Streichung. Das ist nicht nachvollziehbar und wird die ohnehin noch zu niedrige Modernisierungsrate weiter drosseln ... Die Umrüstung auf effiziente Brennwertkessel kann in erheblichem Umfang CO₂-Emissionen einsparen.“ Dies bestätige auch der Klimaschutzplan der Bundesregierung. Millionen Menschen könnten demnach durch solche Modernisierungen schnell und bezahlbar in die Energiewende einsteigen. Die derzeitige Bezuschussung der Brennwerttechnik sei dabei besonders wirksam: 1.000 Euro Fördermittel lösen eine Investition von rund 10.000 Euro und bis zu 30 Prozent Energie- und Treibhausgaseinsparung aus.

IWO-Geschäftsführer Willig weist zudem darauf hin, dass Brennwertheizungen langfristig sogar eine klimaneutrale Perspektive hätten: „Derzeit wird an neuen, treibhausgasreduzierten Energieträgern geforscht, die dann in diesen hocheffizienten Heiztechnologien zunehmend genutzt werden könnten. Investitionen in neue Brennwertheizungen sorgen daher nicht, wie von manchen befürchtet, für Lock-In-Effekte.“ Sie würden auch nicht zu Lasten erneuerbarer Heiztechniken gehen. „Gerade Öl-Brennwertheizungen werden überdurchschnittlich oft zusammen mit regenerativen Energieträgern genutzt“, hebt Willig hervor. Dass Hybridheizungen weiterhin gefördert werden sollen, wird vom IWO explizit begrüßt.

Marktentwicklung Wärmeerzeuger 2006-2016
Grafik aus dem Beitrag „Marktentwicklung Wärmeerzeuger 2016 von Gas und Öl, über Wärmepumpen, bis Biomasse“ vom 20.3.2017

Pro vom Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE)

Der BEE begrüßt grundsätzlich die vom BMWi vorgelegte neue Förderstrategie für Energieeffizienz und Wärme aus Erneuerbaren Energien. „Die Förderung ausschließlich auf fossilen Energieträgern basierende Heiztechnik auslaufen zu lassen ist richtig und längst überfällig, dies muss auch für den fossilen Anteil bei Hybridanlagen gelten“, kommentiert Harald Uphoff, kommissarischer Geschäftsführer des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE).

„Der Subventionierung des fossilen Zeitalters im Heizungskeller gehört so schnell wie möglich ein Ende gesetzt“, sagt Uphoff. Ein Fördersystem, das mit dem Klimaschutzplan 2050 im Einklang stehen will, dürfe zwar offen für alle Technologien, nicht aber für alle Brennstoffe sein. Immerhin liege der Marktanteil von Öl-, Kohle- und Gasheizungen nach wie vor bei 85%. In den Jahren 2013 bis 2016 stieg allein der Anteil fossiler Öl-Brennwertheizungen aufgrund niedriger Erdölpreise von 6,7 auf knapp 10% an -  zusätzlich begünstigt durch Steuermittel.

Der BEE kritisiert explizit, dass das BMWi an der Förderung von Hybridheizungen festhalten will: „Bei zunehmender Erderhitzung den noch klimafeindlichen fossilen Teil der Hybridheizungen weiter mit Steuermitteln zu alimentieren, ist kontraproduktiv und führt nur dazu, dass die dringend erforderliche Energiewende im Wärmesektor verschleppt wird“, mahnt Uphoff. Hier gilt es, die vom BMWi ausgegebene Förderlosung „je ambitionierter die Investition, desto attraktiver das Förderangebot“ nur auf den Anteil der Erneuerbaren anzuwenden. Zumal auf dem Markt bereits Hybridanlagen angeboten werden, die rein Erneuerbare Energieträger einsetzen. So würden saubere Wärme und Kälte konsequent im Wettbewerb zu den Fossilen bessergestellt werden. Das ist dringend geboten, denn 2016 war der Anteil Erneuerbarer Energien im Wärmebereich laut Bundesregierung sogar leicht rückläufig.

Positiv sieht der BEE die Pläne zur Förderung von Wärme- und Kältenetzen, entsprechender Speicher sowie großer Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energie. Hier gilt es, möglichst zügig die haushalts- und beihilferechtlichen Fragen zu klären. „Gerade die Wärmeinfrastruktur bedarf langfristiger Planung, so dass es hier schnell zu einer Klärung kommen sollte, damit Energieversorger zügig in die Beantragung und Umsetzung gehen können“, sagt Uphoff.

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