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Sopraloop: Soprema bereitet PET-Kunststoffe für die Herstellung von Dämmstoffschaum auf


  

(28.7.2019) Die Soprema Gruppe hat am 9. Juli 2019 in Straßburg das Recyclingwerk Sopraloop eingeweiht. In diesem Werk kommt ein weltweit wohl einzigartiges Verfahren zum Einsatz, mit dem sich Verpackungsabfälle aus komplexem PET aufbereiten lassen.

Zur Erinnerung: Komplexe PET sind Kunststoffe, die derart mit anderen Kunststoffen verbunden sind, dass sie bisher nicht wiederverwertet werden konnten.

Anlieferung von Verpackungsabfällen aus komplexem PET (alle Fotos © Soprema) 

PET zu Polyol

Mit der von Soprema entwickelten Technologie ist es jetzt aber doch möglich, gebrauchte PET-Verpackungen wie undurchsichtige, mehrschichtige oder vollverschweißte PET-Flaschen und -Schalen so zu verarbeiten, dass sie erneut dem Produktionskreislauf zugeführt werden können. Dafür werden die PET-Kunststoffe in einer Kombination von mechanischen und chemischen Prozessen zu Polyolen (siehe Wikipedia dazu) recycelt. Diese können dann als Rohstoff in der Industrie genutzt werden.

Mechanisches Recycling, Waschen und Zerkleinern des PET zu Granulat 

5.500 Tonnen Polyole in der ersten Produktionsphase

Die zu Polyolen recycelten Kunststoffe will Soprema im ersten Schritt als einen Hauptbestandteil in der Produktion von Polyurethan-(PUR-)Dämmstoffplatten einsetzen. Zunächst werden die eigenen PUR-Werke im französischen Saint-Julien-du-Sault und in Hof/Oberroßbach (Westerwald) beliefert, die beide in etwa gleicher Entfernung zu Straßburg liegen. Zu einem späteren Zeitpunkt ist die Ausweitung des Sopraloop-Prozesses auf andere Länder in Europa und in Nordamerika vorgesehen.

PET-Granulat 

Das Investment für das Sopraloop-Werk betrug eigenen Angaben zufolge 7 Mio. Euro. Im Einführungsjahr wird eine Produktions- bzw. Recyclingkapazität von 3.000 Tonnen komplexer PET-Verpackungen angestrebt. Daraus werden in der Startphase voraussichtlich 5.500 Tonnen und bald darauf 10.000 Tonnen Polyole pro Jahr erzeugt. Innerhalb von 5 Jahren, so das Ziel, soll die Produktion verdoppelt oder sogar verdreifacht werden. Momentan lassen sich bis zu 50% der eingesetzten Polyole durch recyceltes Material substituieren. Mit wachsender Erfahrung im Recyclingprozess soll eine weitaus höhere Rate erreicht werden.

Anlage für das chemische Recycling  

Das Sammeln, Vorsortieren und der Transport der PET-Abfälle erfolgt in Frankreich in Kooperation mit dem Recyclingunternehmen Citeo, zunächst auf Pilotstrecken. Ziel der Zusammenarbeit ist die Schaffung eines - noch nicht existierenden - französischen Transportsystems zur Annahme und Verarbeitung von PET-Verpackungen in Sortierzentren.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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