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Eigens entwickeltes Produktionsverfahren für Renzo Pianos erstes Gebäudeensemble in Wien

(8.11.2019) Die neuen Parkapartments und das Hotel Andaz Vienna Am Belvedere scheinen für einen besseren Blick in die Ferne geradezu von der Erde abheben zu wollen. Doch noch steht das Gebäudeensemble aus fünf Wohn- und Hoteltürmen im neuen Wiener Stadtteil „Quartier Belvedere“ auf dem Areal des ehemaligen Südbahnhofs. Dort wo früher Züge verkehrten, ist nun das erste Projekt von Renzo Piano Building Workshop (RPBW) in Österreich fertiggestellt worden (siehe Google-Maps). Die Keramikfassade stammt von Moeding und ist in ihrer Produktionsart bisher einmalig.

alle Fotos - falls nicht anders ausgewiesen © Michel Denancé 


Foto © Johann Hörner
  

Neben der guten Infrastruktur und den angrenzenden Grünanlagen Schweizergarten, Schlossgarten Belvedere und Botanischer Garten bietet das  „Quartier Belvedere“ auch einen bemerkenswerten Panoramablick über das Zentrum Wiens. Die beste Voraussetzung hierfür versprechen die 346 Wohnungen der Parkapartments und 303 Hotelzimmer am Belvedere in exponierter Lage: erst auf neun Meter Höhe beginnen die ersten Etagen, in 60 Meter enden sie. Somit liegen die Wohneinheiten nicht nur über den Baumkronen des Schweizergartens, sondern auch über den Lärmquellen des Zug- und Autoverkehrs.

Die Sockelgeschosse, die durch die Pilotis (Stützen) ein vielfältiges Wechselspiel aus Baukörpern und landschaftsgärtnerischen Freiräumen zulassen, beinhalten öffentliche Bereichen wie Eingänge, Empfangsräume, Restaurant und Parkhaus. Gleichzeitig gewähren sie durch ihre zum Teil offene Bauweise auch einen Blick unter und zwischen den Gebäudeteilen hindurch.

Diese Säulenkonstruktion und die einzelnen, geschwungenen Baukörper verbessern im Vergleich zum ursprünglich geplanten, massiven Einzelgebäude auch die Wohnqualität der Bewohner: flexible Grundrisse, Ausblick in mehrere Richtungen und Sichtschutz vor Nachbarn. Die Wohnungsgrößen zwischen 45 bis 285 m² sind dabei auf unterschiedliche Lebensentwürfe, Familienkonstellationen und Altersgruppen zugeschnitten.

Neu entwickelt: Gebogene Keramikplatten für Gebäudeecken

Für ein stimmiges, hausübergreifendes Gesamtbild haben die RPBW-Architekten neben einem höhengleichen Gebäudeabschluss auch eine einheitliche Fassadengestaltung gewählt. Neben Aluminium und Glas fallen vor allem die filigranen, grau glasierten Keramikelemente auf. Sie umrahmen die geschosshohen Fenster. „Mit den Keramikplatten von Moeding, die sich durch ihre Dauerhaftigkeit und Formbarkeit auszeichnen, und dank des eigens entwickelten Produktionsverfahrens ließ sich ein Fassadenrelief aus weichen Formen und abgerundeten Gebäudeecken gestalten“, so der Architekt Thorsten Sahlmann (RPBW).

Der individuell hergestellte, helle Grauton bricht dabei die geschlossene Fensterfront durch seinen Sonnenlicht reflektierenden Charakter auf und changiert von grau zu rötlich bis ins Bläuliche. Insgesamt stellte Moeding für die Fassadenflächen 60.000 Einzelteile her - eine Herausforderung in Anbetracht der kurzen Produktionszeit und der speziellen Fertigung von einseitig gebogenen Ziegelplatten. Basierend auf dem Alphaton System ist die Fassade vorgehängt und hinterlüftet montiert.

In Zusammenarbeit mit den Wiener Architekten NMPB, die die Projektleitung vor Ort übernommen hatten, ist es Renzo Piano Building Workshop bei diesem Projekt gelungen, die städtebauliche Lage, die hohe Wohndichte sowie den Anspruch hochwertiger Qualität in eine selbstbewusste Architektursprache zu übersetzen. Die Verbindung zur umliegenden Natur, eine für Renzo Piano wichtige Komponente, findet sich in den baumähnlichen Pilotis wieder und zeugt von außergewöhnlicher Originalität.

Weitere Informationen zu Fassadenkeramiken können per E-Mail an Moeding angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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