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New Belgrade Plaza Complex in Coventry: massig umbauter Raum in präzise Keramik gekleidet

(1.9.2018) Für Rachel Haugh, Mit-Namensgeberin von SimpsonHaugh and Partners Group (Manchester/London), müssen bei der Gestaltung eines Hochhauses insbesondere zwei wesentliche Dinge gelingen - nämlich ...

  • die Einbindung des Neubaus in das Umfeld auf Erdgeschossebene und
  • die Ergänzung der vorhandenen Skyline.

Nichtsdestotrotz ist es den Planern des bis zu 20-stöckigen Belgrade Plaza in Coventry auch wichtig gewesen, was zwischen dem unteren und dem oberen Ende der Gebäude passiert. Immerhin beinhaltet der Komplex u.a. ...

  • Einzelhandelsflächen auf Straßenhöhe,
  • 49 Wohnungen und
  • unterschiedliche Arten von Unterkünften für 600 Studenten.

Der architektonische Hintergrund

Der Gebäudekomplex, den Haugh und Ian Simpson als Teil der Stadterneuerung in der Gegend nahe dem Belgrade Theatre geplant haben, befindet sich im nordwestlichen Teil des Zentrums von Coventry (siehe Google-Maps). Die Stadt wurde während des Zweiten Weltkriegs weitgehend zerstört und danach in den 1950ern und 1960ern in einem belanglosen, auf Ausgleich bedachten Stil mit einer Kombination aus Beton und Ziegeln wieder aufgebaut.

Das Ensemble ragt aufgrund seiner Höhe deutlich aus einer Stadtlandschaft mit überwiegend niedrigen Gebäuden, einer Hochringstraße  und der Architektur des Nachkriegswiederaufbaus im Zentrum von Coventry heraus. In unmittelbarer Umgebung der Belgrade Plaza gibt es nicht nur das Theater, sondern auch ein paar vereinzelte Einfamilien- und Doppelhäuser, welche die Bombardierung in den 1940er Jahren überstanden haben - was sich mit Google-Street-View gut erkunden lässt:

Simpson und Haugh haben unübersehbar einen Strukturbruch in diesem ziemlich verschiedenartigen Gebäudemix riskiert - andererseits galt es, ein umfassendes Raumprogramm unterzubringen.

Die keramischen Geheimnisse

Um den durch Höhe und Masse bedingten Größenunterschied abzuschwächen, besteht die Basis des Turms aus zusätzlichen Baukörpern geringer und mittlerer Höhe. Hinzu kommt ein Gittermuster, um die Massivität weiter aufzulockern. Die gesamten Fassadenflächen des Komplexes sind zudem bekleidet mit Agrob-Buchtal-Keramik made in Germany:

  • Die unteren Baukörper mit einem unglasierten erdig-roten Ton, der mit den Ziegelgebäuden der Umgebung harmoniert.
  • Der Turm wurde in hellblau glasierte Fassadenkeramik gehüllt, die nahezu weiß wirkt, aber einen kleinen subtilen Schuss blau enthält. Diese helle Keramik mit ihrer reflektierenden Oberfläche soll den Turm luftig-leichter erscheinen lassen und ihn gewissermaßen erhellen.

Wie bereits erwähnt bestand eine der Haupt-Intentionen darin, die gewaltige Masse der Gebäude durch eine gitterartige Strukturierung aufzubrechen - realisiert durch horizontale und vertikale Vorsprünge, die die Fassade nicht nur proportionieren und filigraner wirken lassen, sondern je nach Lichteinfall und Standpunkt wechselnde Licht-Schatten-Effekte erzeugen. Aus Gründen der architektonischen Stringenz sollte dabei kein Materialwechsel erfolgen, so dass diese Vorsprünge ebenfalls keramisch ausgeführt wurden:

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Um die gewünschte Exaktheit zu erzielen, nutzte Agrob-Buchtal eine seiner ausgewiesenen Stärken - nämlich die hohe Flexibilität in Bezug auf projektspezifische Sonderfertigungen. Für die Vorsprünge entwickelte der Hersteller spezielle Größen und Querschnitte. Die pfeilförmigen Platten für die Schnittpunkte der Kreuzungen wurden basierend auf Detailzeichnungen in diversen Ausführungen im Werk produziert und zugeschnitten. Auch die Montage basiert auf einer individuellen Lösung: Eingesetzt wurde das System KeraTwin K20, und zwar eine Kombination aus Klammerbefestigung und Systemprofil - siehe dazu auch den Beitrag „Neues Fassadensystem von Agrob Buchtal für Keramikfliesen“ vom 6.1.2010.

Als weitere Stilmittel innerhalb der großen Flächen wurden die vielfältigen Möglichkeiten des umfassenden Agrob-Buchtal-Sortiments kreativ genutzt. Durch den Wechsel der Verlegerichtung (je nach Gebäudeseite vertikal bzw. horizontal) und den Einsatz von ebenen und plastisch-dreidimensionalen Oberflächen mit Streifen und Rillen werden die mächtigen Flächen relativiert und rhythmisiert.

Weitere Informationen zu Fassadenkeramiken können per E-Mail an Agrob Buchtal angefordert werden.

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