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Traditionelle Tongefäße als Vorbild: Keramikfassade umhüllt dreigeschossige Bodega in Spanien


  

(18.6.2021) Um ihren Gästen und Kunden neben dem Geschmackserlebnis auch ein beeindruckendes Raumerlebnis zu bieten, hat die Winzerfamilie Lozano das Madrider Architekturstudio Morph mit der Planung einer neuen Bodega am Firmensitz in Villarobledo beauftragt (siehe Google-Maps oder auch Google-Street-View). Der Neubau orientiert sich an traditionellen Tonkrügen und übernimmt dabei die fingerbreiten Rillen der handgefertigten Tongefäße als großzügige Lamellenstruktur im Innenraum und fein gerillte Keramikfassade an der Gebäudehülle.

Während früher in Klöstern beeindruckende Weinkeller angelegt oder beispielsweise in der Region Bordeaux prunkvolle Châteaus gebaut wurden, spricht die Architektur heutiger Weingüter eine zeitgenössische Formensprache. Weltweit werden neue, architektonisch außergewöhnliche Bauten errichtet, um das „göttliche Getränk“ in einem passenden Ambiente zu präsentieren.

alle Fotos © Álvaro Viera Rodríguez 

Für das traditionelle, in vierter Generation geführte Weingut Lozano haben Morph Estudio einen markanten Baukörper entworfen, der sich mit seiner speziellen Form und Fassadengestaltung einzigartig in die Landschaft einfügt und zugleich von Weitem sichtbar ist. In homogener Materialisierung entwächst der kargen Landschaft ein dreigeschossiges Gebäude, das mit seiner aufsteigenden Fassade an die umliegenden Weinberge erinnern will. Die terrakottagelben Keramikplatten zitieren in Material und Form traditionelle Tonkrüge mit kleinen Rillen, in denen der Wein gereift ist.

Auf dem Gelände der Lozano Weinbauern ergänzt der großzügige Neubau mit Verkostung, Shop und Schaulager die Verwaltungs- und Industriegebäude, in denen seit über einhundert Jahren Wein und Obstsäfte gekeltert und in der ganzen Welt vertrieben werden. Tradition und Erfahrung wurden in Villarobledo schon immer vorausschauend mit den modernsten Anlagen und neuesten Technologien verbunden.

Ton gibt den Ton an

Diese Maßgabe erfüllt auch die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) mit Moeding Longoton-Ziegelplatten aus Niederbayern. Die Keramikfassade bildet nicht nur den Witterungsschutz des Gebäudes, sondern verleiht ihm eine einprägsame und unverwechselbare Erscheinung. Für die feine horizontale Gliederung der großflächigen Fassade wurden traditionell gerillte Weinkrüge aus Ton als Vorlage genommen. Daraus entwickelten die Architekten zusammen mit dem Hersteller individuell geformte Platten mit fingerbreiten Rillen, die sich schwungvoll und in detailverliebter Präzision auch um die Gebäudekanten ziehen. Für die konkaven und konvexen Krümmungen der Fassadenhaut wurden Fassadenplatten mit einem Radius von 2.000 mm individuell nach einem von Moeding entwickelten Produktionsverfahren hergestellt.

Aus dem umfangreichen Farbspektrum wählten die Architekten „Terrakottagelb“, ein Farbton, der sich an den sandfarbenen Böden der Region orientiert. Die natürliche Oberfläche variiert im Erscheinungsbild je nach Witterung, färbt sich bei Niederschlag dunkler und reflektiert bei Sonne die umgebenden Lichtstimmungen.

Insgesamt bekleiden etwa 2.000 m² Longoton-Platten die Fassadenflächen. Jede der bis zu 1.500 mm langen Platten hat bis zu vier Rillen, die waagrecht verlaufen und aus der Ferne kaum von den Horizontalfugen zwischen den Elementen zu unterscheiden sind.

Unterbrochen wird die enge Reihung durch doppelte Rillenbreiten, die - auch wegen des leicht schrägen Zuschnitts der Platten - an Erdschichten erinnern sollen. In dieses Raster fügt sich im Erdgeschoss der verglaste Zugang über fast die gesamte Länge des Gebäudes nahtlos ein und stellt die perfekte Ergänzung zu der sonst geschlossenen Fassadenhaut dar.

Weitere Informationen zu Longoton-Keramikplatten können per E-Mail an Moeding angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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