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VHF-Fassadenpreis 2020 geht an ein Hotel mit Faltenwurf bzw. Allmann Sattler Wappner Architekten

(21.9.2020) Die Wertschätzung traditioneller Architektur sowie ein behutsamer Umgang mit dem Bestand bildeten die Grundlage zur Erweiterung des Hotels Der Öschberghof in Donaueschingen. Das Münchner Architekturbüro Allmann Sattler Wappner hat dafür nun den Deutschen Fassadenpreis 2020 für Vorgehängte Hinterlüftete Fassaden (VHF) erhalten.

Gratulation v. l.: Oliver Fröhlich (Jury/BWM Fassadensysteme), Ronald Winterfeld (FVHF), Dr. Christine Lemaitre (DGNB) Simon Köppl (Allmann Sattler Wappner) Alexandra Wagner (Allmann Sattler Wappner), Prof. Andreas Fuchs (Jury/Fat Lab), Andreas Reinhardt (FVHF) und MinDirig. Lothar Fehn Krestas (BMI). Foto © Dirk Heckmann 


  

Der Öschberghof in Donaueschingen überzeugte die Fachjury unter Vorsitz von Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, mit einer perforierten Gebäudehülle, „deren textile Qualität die Gebäude in der Nacht von innen leuchten lässt". Am 17. September 2020 wurden über den Hauptpreis hinaus ein Sonderpreis für Nachhaltigkeit und vier Anerkennungen im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung ver­lie­hen – organisiert erstmals als Hybridveranstaltung mit den Nominierten, ihren Bauherren sowie FVHF-Ehrengästen in Berlin und parallel im Live-Stream auf YouTube. Der FVHF vergibt den renommierten Architekturpreis seit 1999 bereits zum 13. Mal.

Archetypus eines Schwarzwaldgehöfts behutsam erweitert


Foto © Brigida González

Die Jury lobte das prägende Konzept, den Archetypus eines Schwarzwaldgehöfts aus einzelnen und in Gruppen stehenden Satteldachhäusern zu zitieren und den 1970er-Jahre-Bestand behutsam zu erweitern: „Der Entwurf von Allmann Sattler Wappner strukturiert und ergänzt das in die Jahre gekommene Gebäudeensemble Hotel und Golfresort Der Öschberghof subtil und prägnant. Dabei spielt die Gebäudehülle eine entscheidende Rolle. Die vertikale Struktur der ungleichmäßig gefalteten Blechbahnen umhüllt die klargeschnittenen Satteldachvolumen und wird konsequent in deren Dachflächen fortgeführt. Öffnungen, Fenster und Fassaden werden mit perforierten Flächen behutsam überspielt oder mit klaren Ausschnitten scharf inszeniert. Dabei verleihen die perforierten Flächen dem robusten Material eine ,textile‘ Qualität und lassen die Volumen in der Nacht von innen leuchten.“

Die Münchner Architekten erhalten übrigens nach 2004 und 2007 damit bereits zum dritten Mal den begehrten Architekturpreis. Jurymitglied Prof. Andreas Fuchs, Fat Lab, Stuttgart und FVHF-Vorstand Andreas Reinhardt überreichten den Pokal an Alexandra Wagner, Partnerin und Design Direktorin bei Allmann Sattler Wappner Architekten.

Sonderpreis: 90% der Fassade aus gebrauchten Bauteilen

Das besondere Nachhaltigkeitskonzept des Recyclinghauses Hannover nahm die Jury zum Anlass, das Projekt von Cityförster Architekten beim diesjährigen Deutschen Fassadenpreis für VHF mit einem Sonderpreis zu honorieren: „Das Experimentalhaus von Cityförster in Hannover ist eine kleine Revolution: Der Prototyp beweist, wie sich mit leicht verfügbaren Recyclingmaterialien vorbildlich ressourcenschonend bauen lässt. Der Denkanstoß aus Hannover befeuert die Diskussion über graue Energie und Ressourcenverbrauch und zeigt ganz nebenbei, wie Auswege aus einem aktuell umweltschädlichen Bauen gestalterisch höchst anspruchsvoll gelingen können“, resümiert die Jury.

Foto © Olaf Mahlstedt 

Vier weitere Architekturbüros und die jeweiligen Bauherren erhielten für ihre herausragenden Projekte Anerkennungen:

Das Preisgeld von zusammen 11.000 Euro verteilt sich auf 5.000 Euro für den Gewinner, 2.000 Euro für den Sonderpreis und je 1.000 Euro für die vier Anerkennungen.

Die Preisverleihung zum Nachsehen sowie weitere Hintergründe zur Bedeutung des Preises mit persönlichen Statements und Portraits stehen auf dem FVHF-Youtube-Channel zur Verfügung:

Bitte , um dieses Video anzusehen.
gute 75 Minuten: Deutscher Fassadenpreis 2020 für VHF

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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