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Acht Nominierte im Rennen um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur

(16.8.2020) Eine bunte Mischung aus Bestands- und Neubauprojekten unterschiedlicher Gebäudearten und -nutzungen hat es in die Liste der Nominierten für den diesjährigen Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur geschafft. Sie alle zeigen auf ihre Art, wie sich Nachhaltigkeit, neues Denken und gestalterische Qualität miteinander verknüpfen lassen. Die viel beachtete Auszeichnung wird in diesem Jahr zum achten Mal gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis vergeben.

Foto © DGNB 

„Auch in diesem Jahr decken wir mit den Nominierten für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur wieder eine spannende Bandbreite an architektonischen Lösungen ab“, freut sich DGNB-Präsidiumsmitglied Amandus Samsøe Sattler, unter dessen Vorsitz die Jury stand. „Sie alle erzählen für sich genommen eine überzeugende, vorbildliche Geschichte im Umgang mit ihren konkreten Bauaufgaben.“ Auffällig ist die große Anzahl an Projekten, die den Werkstoff Holz verwenden. Von den acht Projekten kommen ...

  • vier aus Baden-Württemberg,
  • zwei aus Berlin und
  • jeweils eines aus Bayern und dem Saarland.

Fünf Wohnprojekte unter den besten Acht

Besonders stark vertreten unter den Nominierten sind in diesem Jahr Wohngebäude. Hierzu zählt das inklusive Projekt Manara in Ludwigsburg, das Wohngemeinschaften für geflüchtete Jugendliche und Studierende schafft. Geplant von Schlude Ströhle Richter Architekten BDA zeigt es beispielhaft, wie sich Bezahlbarkeit, eine nachhaltige Bauweise, eine schnelle Umsetzung durch Vorfertigung, ein hoher sozialer Anspruch und Wohnqualität miteinander verbinden lassen:

Manara (Foto © Dietmar Strauß) 

In Stuttgart steht das Projekt MaxAcht (Architekt: architekturagentur) einer privaten Baugemeinschaft, das auf vorbildliche Weise die Verbindung einer partizipativen Planung, einer klimagerechten Bauweise und einer gelungenen städtebaulichen Einbindung schafft:

MaxAcht (Foto © Jürgen Pollak) 

Das im Rahmen der Bundesgartenschau 2019 realisierte und von Kaden + Lager geplante SKAIO in Heilbronn war zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung Deutschlands höchstes Holzhochhaus. Als Modellprojekt steht es beispielhaft für die Leistungsfähigkeit des urbanen Holzbaus - siehe auch Beitrag „Deutschlands erstes zehnstöckiges Holz-Hybrid-Hochhaus entsteht in Heilbronn“ vom 14.1.2018:

SKAIO (Foto © Höfele) 

Ähnliches lässt sich auch über das Wohnhaus Walden 48 in Berlin sagen - geplant von Scharabi Architekten in Arbeitsgemeinschaft mit Anne Raupach. Maßstäbe setzt das Projekt in Sachen Brandschutz in Verbindung mit seinen sichtbaren Holzkonstruktionen und dem Verzicht auf Gipsbekleidungen - was zugleich zu einer Vereinfachung und Vergünstigung führt. Zudem stellt es ein gelungenes Beispiel einer innenstädtischen Nachverdichtung an einem lärmbelasteten Ort dar, das mit einer hohen architektonischen Qualität überzeugt:

Walden 48 (Foto © Jan Bitter) 

Die Themen Umnutzung und Sanierung von Bestandsgebäuden finden sich in der Liste der Nominierten bei zwei Projekten wieder:

Zum einen mit UNIQUE³ in Saarbrücken, das als energetisch nicht sanierbar galt und lange leer stand. Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex der ehemaligen Siemens-Niederlassung wurde von Hauser + Luft Architekten Part GmbB zu einem hochwertigen Wohnquartier revitalisiert. Durch eine weitgehende Entsiegelung und eine extensive Dachbegrünung erreicht es zudem lokale klimatische Verbesserungen:

UNIQUE³ (Foto © Iris Maria Maurer) 

Ein anderes Beispiel für einen wertvollen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit dem baulichen Erbe der industriellen Entwicklung bildet das Kraftwerk in München. Dem monofunktional und mit viel Ressourcenaufwand erstellten Gebäude wurde von Stenger2 Architekten und Partner mit kraftvollen gestalterischen Gesten eine Vielzahl neuer Nutzungsmöglichkeiten zugeführt:

Kraftwerk (Foto © Sascha Kletzsch) 

Liebel/Architekten BDA ist es mit dem in Holz-Hybrid-Bauweise erstellten Null-Ener­gie-Fachklassentrakt in Aalen auf angemessene und bescheidene Weise gelungen, architektonisch das umzusetzen, was sinnvoll und notwendig erscheint. Der freistehende Erweiterungsbau des Schubart-Gymnasiums verzichtet auf aufwändige Lösungen und überzeugt als Lowtech-Lösung mit einem kleinen CO₂-Fußabdruck:

Null-Energie-Fachklassentrakt (Foto © Valentin Schmied) 

Abgeschlossen wird die Nominierten-Liste durch das temporäre Gebäude B-Part Am Gleisdreieck, das Teil des künftigen Stadtquartiers „Urbane Mitte am Gleisdreieck“ in Berlin ist. Von Scharabi Architekten geplant, besitzt es eine hohe identitätsstiftende und kommunikative Wirkung. Zudem verfügt es über eine große Nutzungsflexibilität und ist für Folgenutzungen an anderen Standorten hervorragend geeignet:

B-Part Am Gleisdreieck (Foto © B-Part Am Gleisdreieck / HG Esch) 

Vorauswahl durch DGNB-Jury als Teil eines zweistufigen Auswahlprozesses

Für eine fundierte und unabhängige Bewertung werden die Sieger und Finalisten beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur in einem zweistufigen Juryprozess ausgewählt, an dem sich namhafte Experten aus den Bereichen Architektur und Bauen, aber auch Experten aus Kommunen, Forschung, Zivilgesellschaft und Politik beteiligen.

Die Vorauswahl der Nominierten wurde durch die DGNB-Jury, bestehend aus zehn renommierten Architekten und Planern in Deutschland, vorgenommen. Am 15. September 2020 entscheidet in der zweiten Auswahlrunde die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises unter dem Vorsitz von Prof. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung a.D., über die Finalisten sowie den Gewinner. Die Preisverleihung findet am 4. Dezember 2020 im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf statt.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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