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Finalisten des DAM Preises 2021


  

(9.11.2020) Vier Projekte aus den Bereichen Wohnen, Kultur und Bildung, Arbeit sowie Freizeit sind in das Finale des DAM Preises 2021 gerückt. Teilweise sind es hybride Gebäude, die mehrere dieser Funktionen zugleich erfüllen. Die Jury wählte folgende Projekte als Finalisten:

WERK12, München

Das WERK12 steht auf dem ehemaligen Pfanni-Gelände nahe des Münchner Ostbahnhofs. Das Areal entwickelt sich seit einigen Jahren zu einem experimentierfreudigen Stadtviertel. Umlaufende breite Balkonstege und Kaskadentreppen charakterisieren das Gebäude nach außen; seinen frisch-frechen Auftritt erhält es durch riesige Buchstaben mit Comics entlehnten Lautmalereien an der Fassade. Der freie Platz vor dem Gebäude unterstützt den Auftritt.

Foto © Ossip van Duivenbode 

Die Bilder des niederländischen Expo-2000-Pavillons tauchen nicht von ungefähr vor dem geistigen Auge auf: Er animierte den Bauherren zu dem Auftrag. Innen weist der fünfgeschossige Bau eine hohe Flexibilität für verschiedenste Nutzeransprüche auf.

Durch eingezogene Galerien in den hohen Räumen entstehen zusätzliche Ebenen. Offene Installationen und Sichtbeton prägen das Innere. Ein Fitness-Studio belegt drei Etagen, eine davon mit Pool. Dazu kommen verschiedene Gastronomienutzungen und Büroflächen.

Wohnregal, Berlin

Das „Wohnregal“ spiegelt große Experimentierfreude wieder: Die Architekten haben die serielle Produktions- und Konstruktionsweisen aus dem Industriebau auf ein Eckwohnhaus übertragen und ihrer Nachbarschaft einen Betonbaustein an die Seite gestellt, der sich zugleich einpasst, irritiert und neugierig macht:

Foto © David von Becker 

Die Schmalseite besteht aus einem offenen, nur durch ein Stahlnetz gesicherten Treppenhaus. Es wird in den fünf Obergeschossen beidseits von kleinen Loggien gerahmt. Die langen Seiten zur Straße und zum Hof hingegen sind raumhoch mit Schiebelementen verglast.

Foto © David von Becker 

In den ganz unterschiedlich großen Wohnungen mit fließenden Grundrissen kommt das Baukastensystem aus π-Decken, Balken und Stützen noch einmal voll zu Geltung; dabei scheinen durch die Toleranzfugen die Balken auf den Stützen regelrecht zu schweben.

Verwaltungsgebäude mit gebäudeintegriertem Dachgewächshaus, Oberhausen

Zentral am Markplatz von Oberhausen ist die ungewöhnliche Kombination aus einem Verwaltungsgebäude mit einem Gewächshaus auf dem Dach entstanden. Verbunden werden die beiden Elemente durch einen vertikalen Garten:

Foto © hiepler, brunier 


Foto © hiepler, brunier (Bild vergrößern)
  

Auf dem unprätentiös und zugleich kraftvoll auftretenden Eckgebäude aus Backstein mit raumhohen Fenstern thront die luftige Gewächshausstruktur, deren gezacktes Dach ein wenig an Eisberge erinnert.

In den unteren Etagen ist die Agentur für Arbeit untergebracht, oben baut ein engagiertes Gärtnerteam in ausgedehnten Glashallen Obst, Gemüse und Zierpflanzen an, zudem forscht die Fraunhofer Gesellschaft in einem Teil des Gewächshauses.

Die Erschließung des Dachbereichs erfolgt separat aus einem Gartenhof über eine Stahlkonstruktion, die mit Kletterpflanzen und Pflanztrögen begrünt ist. Den oberen Abschluss bildet ein Steg mit Panoramablick über Oberhausen.

Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin

Foto: Schnepp Renou
Die neue Ernst-Busch-Hochschule fasst alle zuvor verstreut gelegenen Dependancen an einem Ort zusammen. Die Architekten haben dafür die ehemaligen Opern-Werk­stätten aus den Fünfzigerjahren um einen Bühnenturm und eine Caféteria erweitert, die als neue Bauteile an den Bestand andocken:

Fotos © Schnepp Renou

Der Bühnenturm lässt durch eine Holzlattenverkleidung die dahinterliegende Schicht aus Polycarbonatplatten hindurchschimmern, die Caféteria ist ein mit gelochten Streckmetall verkleideter Flachbau. Im Bühnenturm sind zwei akustisch abgekoppelte Probensäle übereinander gestapelt; über die Etagen des Altbaus verteilen sich Werkstätten, eine Bibliothek und kleinere Probenräume.

Mittig im Haus liegt eine Sichtbeton-Treppenskulptur zur vertikalen Erschließung. Das Innere wurde neu geordnet, bestimmend für die ästhetische Wirkung der breiten Korridore ist eine klare Zäsur: Bis zur Höhe von 2,30 Meter wurde saniert, alles darüber roh belassen.

Architekturführer Deutschland 2021

Architekturführer Deutschland 2021
  

Die Finalisten werden mit der Veröffentlichung des Architekturführers Deutschland 2021 und mit allen nominierten Bauten in einer handlichen gedruckten Version vorgestellt. Das bei DOM publishers verlegte Buch ist bereits erschienen:

  • Herausgeber: Yorck Förster, Christina Gräwe, Peter Cachola Schmal
  • 2020
  • Softcover, 224 Seiten, 135 × 245 mm, 500 Abbildungen
  • ISBN: 978-3-86922-771-9
  • erhältlich u.a. bei Weltbild und Amazon

Die Bekanntgabe des Preisträgers und Verleihung des DAM Preises 2021 sowie die Eröffnung der Ausstellung mit dem Preisträgerprojekt und allen Bauten der Shortlist finden am 29. Januar 2021 im DAM bzw. online statt. Zu diesem Anlass erscheint auch das Deutsche Architektur Jahrbuch 2021 mit ausführlichen Besprechungen der Bauten aus der Shortlist und des Preisträgers - vergleiche auch Beitrag „Deutsches Architektur Jahrbuch 2020“ vom 3.2.2020.

Kooperationspartner des DAM Preis ist seit 2017 die Firma Albrecht JUNG GmbH & Co. KG.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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