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Acht Nominierungen für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur

(13.9.2021) Die Protagonisten von acht Projekten können sich nun Hoffnung machen, als Sieger beim diesjährigen Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur her­vor­zu­gehen - darunter ein Recyclinghaus, Neubauten in Holzbauweise sowie verschiedene vorbildliche Sanierungen.

Foto © DGNB 

Die renommierte Auszeichnung wird in diesem Jahr zum neunten Mal gemeinsam von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis und der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) vergeben. Die Preisverleihung soll im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages am 3. Dezember 2021 in Düsseldorf erfolgen.

Mehrfamilienhaus in Holzbauweise, Oskar-von-Miller-Straße, Nürnberg

Mit der Vielseitigkeit von Holz als Baustein für klimagerechtes und nachhaltiges Bauen beschäftigen sich gleich mehrere Projekte. In Nürnberg punktet ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus in der Oskar-von-Miller-Straße mit seiner besonderen Massivholzkonstruktion. Der Neubau fügt sich auf gelungene Weise in die prominente Mustersiedlung der „Deutschen Bauausstellung“ von 1949 ein und verleiht mit seiner Freiraumqualität dem Ensemble den Charakter einer gewachsenen Siedlung:

Foto © Erich Malter 

Hotel Bauhofstraße, Ludwigsburg

Ein Gewinn für sein Umfeld ist auch das Hotel an der Bauhofstraße in Ludwigsburg, bei dessen Errichtung und Betrieb die größtmögliche Reduzierung des CO₂-Ausstoßes eine zentrale Rolle spielt. Das als modulares Bausystem entwickelte Gebäude will einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung des Holzbaus im innerstädtischen Kontext leisten:

Foto © Brigida Gonzalez 

TauberPhilharmonie, Weikersheim

Und auch Kulturbauten lassen sich in Holz neu denken, wie die TauberPhilharmonie in Weikersheim zeigt. In seiner Baugestalt, Orientierung und hölzernen Materialität fügt sich die konsequent zeitgenössische Architektur unaufgeregt in das historisch gewachsene Umfeld ein. Es ist ein Pilotprojekt für ein nachhaltiges Gesellschaftshaus im ländlichen Raum:

^Foto © Philipp Mürdter 

Verwaltungsgebäude Tierpark, Berlin

Das Verwaltungsgebäude des Tierparks Berlin steht beispielhaft für eine ressourcenschonende Sanierung. Statt für den Totalabbruch entschied man sich für den Erhalt des DDR-Systembaus aus den frühen 1960iger Jahren. Mit wenigen gezielten Maßnahmen, wie einer neuen vorgehängten Fassade in vorgefertigter Holztafelbauweise aufgewertet, kann das Haus zu einem späteren Zeitpunkt erweitert oder zerstörungsfrei zurückgebaut werden:

Bildnachweis: ZRS Architekten Ingenieure & Tierpark Berlin, Fotograf: Matthew Crabbe 

Casa Rossa, Chemnitz

In Chemnitz bilden der Umgang mit der vorgefundenen Bausubstanz und das respektvolle Weiterbauen den Beispielcharakter der Sanierung eines Gründerzeitgebäudes, der Casa Rossa. Die Ästhetik des Imperfekten und der minimalistische Ansatz machen das Projekt zu einem Pionier der Umbauwende:

Foto © Steffen Spitzner 

Recyclinghaus, Hannover

Zu den Nominierten zählt auch das Recyclinghaus im Stadtteil Kronsberg in Hannover. Das zweistöckige Einfamilienhaus ist ein Prototyp für experimentelles Bauen. Als Reallabor für verschiedenste Arten und Dimensionen des Recyclings demonstriert das Gebäude, was heute bereits möglich ist. Das Haus hat bereits einen Sonderpreis im Rahmen des  VHF-Fassadenpreises 2020 erhalten - siehe auch Bericht vom 21.9.2020:

Foto © Olaf Mahlstedt 

Einfach Bauen, Bad Aibling

Im Projekt „Einfach Bauen“ im bayerischen Bad Aibling werden auf vorbildliche Weise die Möglichkeiten und Grenzen des gleichnamigen Prinzips wissenschaftlich fundiert betrachtet. Hierfür wurden drei identische Häuser in Leichtbeton, Massivholz und Mauerwerk errichtet. Bei diesen werden die Konstruktion, das Nutzerverhalten, die Behaglichkeit und das Raumklima über einen längeren Zeitraum vergleichend bewertet, um Erkenntnisse über Einsparungen in der Gebäudetechnik zu erhalten:

Foto © Sebastian Schels 

Indem die Ergebnisse frei verfügbar gemacht werden, leistet das Projekt wichtige Impulse für alle Beteiligten an der Wertschöpfungskette des Planens und Bauens, welche zum Startpunkt für eine neue Bauentwicklung werden können - kleiner Querverweis dazu: „Drei ähnliche Studentenwohnhäuser in München sollen ökologischen Trend setzen“ vom 25.8.2019:

Kö-Bogen II – Europas größte Grünfassade, Düsseldorf

  • Bauherr: CENTRUM Projektentwicklung GmbH, Düsseldorf; B&L Gruppe, Hamburg
  • Architekt: ingenhoven architects

Mit dem Kö-Bogen II in Düsseldorf hat es auch Europas größte Grünfassade unter die besten Acht beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur geschafft. Das mehrgeschossige Gebäude für Büro und Handel überzeugt mit seiner städtebaulichen Setzung und als ambitionierter Versuch, Bauen, Technik und Natur zu verbinden und im Sinne einer neuen Qualität einer grüneren, menschlicheren Stadt wirksam werden zu lassen:

Foto © ingenhoven architects /HGEsch 

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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