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Fachnetzwerk CU Bau: Plattform für Faserverbundwerkstoffe im Bauwesen


  

(10.5.2022) Um die verschiedenen Klimaschutzziele zu erreichen, ist in jedem Fall klimafreundliches und nachhaltiges Bauen notwendig. Verringerte CO₂-Emissionen, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft bei Sanierung und Neubau sind Voraussetzung dafür. Stark steigende Baustoffpreise, immer knapper werdende Rohstoffe sowie steigende Preise für CO₂-Zertifkate und Strom erhöhen den Druck, klimafreundliche und doch wettbewerbsfähige Produkte zu verwenden und innovative Produkte, Verfahren und Prozesse dafür zu entwickeln. Hinzu kommt das Interesse von Investoren an nachhaltigkeitszertifizierten Bauwerken.

Für diese Herausforderungen im Bauwesen bietet der Leichtbau mit Faserverbundwerkstoffen neue Lösungen und ein enormes Anwendungspotential. Bisher sind diese Werkstoffe im Bauwesen noch nicht in einem bereiteren Umfang etabliert und bei vielen Entscheidern noch nicht Teil ihrer Planungen. Deshalb treibt das Fachnetzwerk CU Bau des Composites United e.V. (CU) als nationale und internationale Plattform dieses Thema für seine Mitglieder aus Industrie und Wissenschaft voran.

Hybride Bauweisen

Roy Thyroff, im Netzwerk Composites United e.V. Geschäftsführer CU Bau, erklärt: „Unser Ziel ist, dass die gesamte Bauwirtschaft - Architekten, Planer, Bauingenieure, Zulassungsstellen sowie Bauunternehmen - Bauprodukte mit faserverstärkter Beton- und Polymermatrix mit entsprechenden Zulassungen einsetzen kann.“ Dabei geht es nicht nur um Bauweisen mit faserverstärkten Kunststoffen und textilbewehrtem Beton, sondern darüber hinaus auch um hybride Bauweisen, wie z.B. Hybridbauwerke aus Holz und Carbonbeton. Denn faserbasierter, hybrider Leichtbau führt die besten Eigenschaften verschiedener Materialien klimafreundlich zusammen, bietet somit gegenüber herkömmlichen Baustoffen große Vorteile für den Klimaschutz und ermöglicht völlig neue Bauweisen.

5 Arbeitsgruppen im CU Bau

In CU Bau sind derzeit fünf Arbeitsgruppen aktiv, die dem Wissenstransfer, der Vernetzung und der Anbahnung gemeinsamer Projekte dienen:

  • Faserverbundwerkstoffe für Neubau und Sanierung,
  • Prozesse, Verfahren und Digitalisierung,
  • Entwurf, Planung, Bemessung und Konstruktion,
  • Nachhaltigkeit, Gesundheit und Kreislaufwirtschaft und
  • Bildung, Öffentlichkeitsarbeit und Zusammenarbeit mit Behörden.

Besonderes Zukunftspotential: Grüne Carbonfasern

Im Bereich der Faserverbundwerkstoffe mit Carbonfasern wird aktuell eine neue technologische Grundorientierung verfolgt: Einerseits aus Pflanzen über chemische Prozesse, andererseits über Holzextraktion aus Zellulose. Hierbei ist anzumerken, dass die Nutzung von Holz als grüner Rohstoff am weitesten technisch fortgeschritten ist und kurz vor dem Durchbruch für die grüne Carbonfaser steht. In beiden Varianten werden die gewonnenen Carbonfasern neue Betonprodukte noch „grüner“ machen. Außerdem wird die Rohstoff-Verfügbarkeit deutlich erhöht, so dass sich Marktmengen an Carbonfasern von über 1 Mio. Jahrestonnen erzeugen lassen.

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