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Ingenieurpreis des Deutschen Stahlbaues 2015 für eine Überdachung und eine Großbrücke


  

(16.12.2014) Der von bauforumstahl zum zweiten Mal in Zu­sammenarbeit mit der Bundesingenieurkammer als ideellem Partner ausgelobte „Ingenieurpreis des Deutschen Stahlbau­es“ machte ein weiteres Mal deutlich, wie breit gefächert das Arbeitsfeld von Bauingenieuren ist.

Der Ingenieurpreis in der Kategorie Hochbau geht an Mike Schlaich von Schlaich Bergermann und Partner für die Überdachung vor dem KundenCenter der Autostadt in Wolfsburg (siehe Nr. 14 im PDF-Übersichtsplan der Autostadt, Bing-Maps und/oder Google-Maps):

Überdachung vor dem KundenCenter der Autostadt in Wolfsburg
Foto: schlaich bergermann und partner © Tobias Hein (Bild vergrößern)

Das neue Dach in der Autostadt in Wolfsburg stellt durch seine Wölbung gleichsam ei­ne Willkommensgeste dar und fügt sich harmonisch in die hügelige Umgebung ein. Die Idee eines „Blattes in der Landschaft“ wurde durch die leichte, geschwungene Form des Stahlträgers mit dem luftigen Flächentragwerk umgesetzt. Es ist ein membranbe­spanntes Seilnetzdach entstanden, das mit vergleichsweise geringem Materialaufwand eine Fläche von rund 1.600m² überspannt.

Die Wahl der Sattelform unterstützte die Realisierung eines sehr leichten Flächentrag­werks aus vorgespannten Zugelementen. Das Konzept des gemeinsamen Lastabtrages von Membran und Seilnetz führte zu einer schlichten Detaillierung und Erscheinung des Daches. Die Membran legt sich bei der höheren Druckbeanspruchung von oben auf das Seilnetz, während die Sogbeanspruchung auch punktförmig abgetragen werden kann.

In der Kategorie Brückenbau gewinnt Stephan Lüttger von der Max Bögl Stahl- und Anlagenbau GmbH & Co. KG für die Fertigung und Montage der spektakulären Großbrü­cke Sundsvall in Schweden (siehe HERE und/oder Google-Maps):

Großbrücke Sundsvall in Schweden:
© Max Bögl Stahl- und Anlagenbau GmbH & Co. KG (Bild vergrößern)

Die 1.420 m lange und 23.000 Tonnen schwere Stahlbrücke mit Stützweiten zwischen 88 und 170 m überspannt den Bottnischen Meerbusen bei Sundsvall in einer Höhe von bis zu 33 m. Mit der im Grund- und Aufriss gekrümmten Brückengradiente und dem sich über die gesamte Brückenlänge ändernden Brückenquerschnitt entspricht die Brücke inmitten der Hafenstadt nicht nur hohen architektonischen Anforderungen, sondern ihr Bau erfreut auch die moderne Ingenieurkunst.

Das Fertigungs-, Montage- und Logistikkonzept der Brücke ist in seiner Größenordnung wohl für den modernen Deutschen Stahlbau ein Meilenstein. Um den technischen An­forderungen und dem engen Gesamtterminplan gerecht zu werden, waren alle Bereiche des modernen Stahlbaus gefordert:

  • Angefangen mit der umfangreichen und komplexen 3D Planung des Bauwerks
  • über die Steuerung der Fertigungs-, Logistik- und Montageabläufe mittels in­teraktiv verknüpfter Prozesssteuerung incl. der Organisation der Logistikkette zwischen den einzelnen Produktionsorten
  • bis hin zur technisch hoch anspruchsvollen Hubmontage über dem Meer.

Die Haupttragkonstruktion des Brückenträgers mit der Hülle und den beiden Längsträ­gern besteht komplett aus orthotropen Platten. Bei der erforderlichen Fertigungsleis­tung von einem gesamten Brückenquerschnitt mit 24 m Länge pro Woche mussten so­mit pro Woche im Schnitt 16 orthotrope Platten hergestellt werden. Dies war mit der herkömmlichen Fertigungsweise logistisch nicht zu leisten und es musste eine spezielle Umlauffertigung entwickelt werden.


... als ideeller Partner
  

Die Vergabeentscheidung für den „Ingenieurpreis des Deut­schen Stahlbaues“ resultierte aus der Bewertung von heraus­ragenden Neubauten und Lösungen für das Bauen im Bestand sowie Berechnungsstrategien, Fertigungsverfahren, Montage­konzepte und Details oder Einzelbauteile, die seit 2012 erstellt und in der Praxis angewendet bzw. gebaut worden sind.

Von insgesamt 36 Einreichungen zum Wettbewerb kamen 23 aus der Kategorie Hochbau und 13 aus dem Brückenbau. Au­ßer den beiden Preisen gab es noch acht Auszeichnungen.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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