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Burj Khalifa mit 828 Metern das höchste Gebäude der Welt

(10.1.2010) Am 4.1.2010 erlebten die internationale Öffentlichkeit und tausende Besucher in Dubai die Einweihung des (vorerst?) größten Turms der Welt im Rahmen einer feierlichen Eröffnungszeremonie mit Feuerwerken, Lasershow und Wasserfontänen. Die zeremonielle Messung des Burj Khalifa ergab eine Höhe von 828 Metern, und damit sprengen die Maße des Turms (vorübergehend?) alle Rekorde. Das streng gehütete Geheimnis wurde vor einer auf 400.000 Menschen geschätzten begeisterten Menge auf einem gigantischen Bildschirm übertragen, während Lasershow und Feuerwerke den Nachthimmel erleuchteten. Dabei bekam auch das zunächst als "Burj Dubai" bekannte Gebäude den Namen "Burj Khalifa" - benannt nach dem Herrscher von Abu Dhabi und Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Khalifa bin Said al-Nahjan.

Burj Khalifa (siehe auch Google-Maps) ist gemäß den drei Hauptkriterien des Council on Tall Buildings and Urban Habitat (CTBUH) das höchste Gebäude der Welt. Der CTBUH stuft die höchsten Bauwerke der Welt auf Grundlage der ...

  • "Höhe bis zum Bauabschluss",
  • "Höhe bis zum höchsten belegten Stockwerk" und
  • "Höhe bis zur Spitze" ein.

Burj Khalifa ist mit 828 Metern also 320 Meter höher als Taipei 101, der mit 508 Metern seit 2004 den Weltrekord als höchstes Gebäude der Welt innehielt - siehe auch Beitrag "Taipeh 101 - das (nicht mehr) höchste Gebäude der Welt". 2004 war wiederum auch das Jahr des Baubeginns, in dem das Projekt Burj Khalifa auf den Weg gebracht wurde.

Burj Khalifa hat außerdem ...

  • das höchste belegte Stockwerk der Welt auf mehr als 550 Metern Höhe,
  • die höchste Besucherplattform im Freien - At the Top auf der 124. Etage
  • und den höchsten Servicefahrstuhl, der auf 504 Meter Höhe fährt.

850 Pfähle, bis zu 55 Meter tief in den Wüstenboden getrieben, tragen den höchsten Turm der Welt; der  besteht laut dem Department of Tourism and Commerce Marketing in Dubai immerhin aus insgesamt ...

  • 330.000 m³ Beton,
  • 39.000 t Bewehrungsstahl und
  • 142.000 m² Glasfläche.
  • Für seine Errichtung wurden 22 Millionen Arbeitsstunden benötigt.

Das alles hat dem Vernehmen nach die atemberaubende Bausumme von umgerechnet 2,85 Mrd. Euro gekostet.

Mohamed Alabbar, Vorstandsvorsitzender des Bauträgers Emaar Properties, erklärte bei der Eröffnung, dass die Welt mit Bekanntgabe der endgültigen Höhe des Burj Khalifa nun einen neuen Maßstab für den Bau von Hochhäusern habe: "Burj Khalifa ist ein Beispiel für globale Zusammenarbeit und die enorme positive Energie, die entstehen kann, wenn Menschen aus aller Welt zusammen kommen, um ein gemeinsames Ziel zu verwirklichen. Tausende von Experten und Facharbeitern aus aller Welt haben an diesem einmaligen Vorhaben mitgewirkt."

Bei der Errichtung des Burj Khalifa kamen die neusten Entwicklungen im Wind Engineering und der Baustatik sowie die neusten Bausysteme, Baumaterialien und Bauverfahren zum Einsatz. Die gestalterische Konzeption des Turms war auf die 12.000 Menschen, die hier leben und arbeiten werden, ausgerichtet. Die Übergabe an die verschiedenen privaten und gewerblichen Bewohner des Burj Khalifa beginnt im Februar.

Mit einer bebauten Gesamtfläche von rund 560.000 Quadratmetern verfügt Burj Khalifa neben dem mit Spannung erwarteten Armani Hotel Dubai und den Armani Residences über mehr als 185.000 Quadratmeter Wohnfläche und fast 30.000 Quadratmeter hochwertiger Büroflächen. Daneben bietet der Turm moderne Clubs, Wellness- und Fitness-Center, Gourmetrestaurants und die Aussichtsplattform 'At the Top' auf dem 124. Stockwerk.

Burj Khalifa bildet den Mittelpunkt des 200 Hektar großen Megaprojekts von Emaar Properties, das zu einem neuen Stadtzentrum von Dubai werden soll.

DAI: "Baukultur ist ein Wert, kein Superlativ!"

Mit Interesse, Neugier, aber auch einer gesunden Portion Skepsis haben deutsche und europäische Bauschaffende - wenn sie nicht selbst beteiligt waren - die Mega-Baustellen in Dubai in den letzten Jahren verfolgt. Keiner weiß genau, wohin die planerische Hybris der Scheichs noch führen wird. Eines sei allerdings aus Sicht des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V. (DAI) sicher: Einen nachhaltigen Beitrag zur Baukultur in der Welt stelle "die Betonstahl und Glas gewordene Wüste" kaum dar. Der Verband forderte anlässlich der Eröffnung des höchsten Gebäudes der Welt in Dubai dazu auf, über den kulturellen Wert des Planens und Bauens intensiver nachzudenken.

"Wir sollten uns in Mitteleuropa weder mit dem Bauen auf Ölgrund - oder muss man besser sagen: Sand? - messen noch vergleichen wollen", sagt der DAI Präsident Christian Baumgart. "Baukultur hat etwas mit Werten zu tun und definiert sich nicht durch höher, größer, weiter. Diesen Aspekt müssen wir im Auge behalten. Außerdem sind unsere Herausforderungen weniger die Gestaltung von immer mehr und immer größeren Neubauten, als vielmehr die sach- und fachgerechte Sanierung, die energieeffiziente Umrüstung und die nachhaltige Aufwertung von Gebäuden im Bestand in Maßstäben des gesunden Wohnens und Arbeitens", so Baumgart weiter zu der Rolle und den Aufgaben der planenden und bauenden Berufe in Deutschland.

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*)  zur Erinnerung:  Abu Dhabi war Ende 2009 Dubai finanziell zur Seite gesprungen, nachdem der Stadtstaat (durch die Finanzkrise?) schwerwiegende Finanzprobleme einräumen musste.

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