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GZB-Marktstudie: "Wärmepumpen - auch zukünftig ein Renner im Markt"

(14.11.2010) Wärmepumpen werden auch künftig im Heizungsmarkt eine wichtige Rolle spielen. Gegenüber heute wird ihre Bedeutung sogar noch zunehmen. Das geht aus der Studie "Analyse des deutschen Wärmepumpenmarktes" hervor, die das bei der Hochschulle Bochum angesiedelte Internationale Geothermiezentrum (GZB) im Auftrag des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) für die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien Statistik (AGEE-Stat) erarbeitete. Nachdem die Ergebnisse bereits seit Anfang des Jahres den Auftraggebern zur Verfügung standen, kann nun auch jeder Interessierte Trends und Entwicklung auf dem Wärmepumpenmarkt aus der Studie ablesen.

Die weltweit steigende Nachfrage nach fossilen Energieträgern wie Erdöl und Erdgas hat zu einem starken Anstieg der Energiepreise geführt. Gleichzeitig sorgten die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen dafür, dass die Nachfrage nach Heizungssystemen, die Erneuerbare Energien nutzen, in den vergangenen Jahren in Deutschland stark zugenommen hat. Wärmepumpen, die einen Großteil der Heizenergie aus dem Erdreich oder der Umgebungsluft ziehen, sind ein immer wichtigerer Faktor bei der Nutzung unerschöpflicher und klimafreundlicher Energiequellen.

Marktentwicklung Wärmeerzeuger insgesamt 1999-2009


Querverweis: Präsentation von BDH-Präsident Klaus Jesse Anfang Januar 2010 anlässlich der SHK Essen-Fachpressekonferenz (Bild vergrößern)

So konnte der Marktanteil der Wärmepumpenheizungen in Deutschland von 1,1% im Jahr 2000 auf rund 10% im Jahr 2008 gesteigert werden. Insgesamt wurden allein im Jahr 2009 rund 55.000 neue Wärmepumpenanlagen, die zur Heizwärmebereitstellung die Umweltwärme ihrer Umgebung (Luft, Erdreich oder Grundwasser) nutzen, auf dem deutschen Markt abgesetzt. Bundesweit sollen derzeit rund 334.000 Wärmepumpenheizungen installiert sein. Besonders effektiv und umweltfreundlich sind hierbei Wärmepumpen die in Verbindung mit Geothermie als Energiequelle genutzt werden.

Auf Basis dieser Bestandserhebung wurde durch das GZB eine Marktprognose für den Zeitraum 2009 bis 2020 erarbeitet, der die aktuelle Szenarien und Prognosen des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE) und des Bundesumweltministeriums (BMU) für den zukünftigen Ausbau Erneuerbarer Energien zu Grunde gelegt wurden. Außerdem wurden die Technologie- und Nachfragetrends dargestellt. Hierzu zählen u.a. ...

  • die Erweiterung des Leistungsspektrums,
  • die Nutzung alternativer Wärmequellen,
  • die Nutzung alternativer Kältemittel und
  • die Markteinführung von Gas-Wärmepumpen für den Einfamilienhausbereich.

starkes Wachstum

Die Modernisierung von bestehenden Heizsystemen sowie energieeffizientere Gebäude - sowohl im Bestand als auch im Neubau -, sollten  dem Einsatz von Wärmepumpen zukünftig stärker entgegen kommen. Denn nach Angaben des BEE sind 88% der ca. 17. Mio. Heizungsanlagen in Deutschland älter als 10 Jahre und stehen daher perspektivisch zur Modernisierung an. Die Prognose des GZB geht daher von einem starken Wachstum der Wärmebereitstellung aus Wärmepumpen aus. Bis 2020 wird sich der gesamte Anlagenbestand von Heizungswärmepumpen über 940.000 Anlagen im Jahr 2015 auf rund 1,8 Mio. Anlagen im Jahr 2020 vervielfachen.

Dipl.-Ing. Michael Platt - Mitarbeiter beim GZB und einer der Autoren der Studie - rechnet auch mit steigenden Verkaufszahlen von geothermischen Wärmepumpen. "Bis zum Jahr 2017 wird die Anzahl der jährlich in Deutschland abgesetzten Sole-Wasser und Wasser-Wasser-Wärmepumpen auf ein Volumen von ca. 65.000 verkauften Anlagen pro Jahr steigen, und sich anschließend dort einpendeln", so Platt. Zu diesem Ergebnis kommt man, wenn man die Annahmen des BMU-Leitszenarios zu Grunde legt. Insgesamt werden 2020 dann bereits über 800.000 Wärmepumpen installiert sein, die Erdwärme nutzen. Bei der Heizungsmodernisierung im Bestand werden dagegen auch zukünftig vor allem Luft-Wasser Wärmepumpen eingesetzt, die als Energiequelle die Umgebungswärme nutzen.

technische und strukturelle Trends

Besonders interessant sind die Prognosen der Bochumer Wissenschaftler, welche technischen Trends die Entwicklung des Wärmepumpenmarktes zukünftig mitbestimmen werden. Neben der grundlegenden technischen Weiterentwicklung von Wärmepumpen und damit stetig besseren Wirkungsgraden der Anlagen, wird vor allem die Nutzung weiterer Wärmequellen erwartet - dazu zählen ...

Ein weiterer Trend in Deutschland, ist die zunehmende Relevanz des Energiebedarfes zum Kühlen und Klimatisieren der Gebäude. Auch hier wird die erdgekoppelte Wärmepumpe zukünftig ihre Stärken ausspielen, da die Gebäudeklimatisierung kostengünstig über dasselbe Heizsystem erfolgen kann.

Insbesondere für die Modernisierung bestehender Heizsysteme wird die Bedeutung von gasangetrieben Wärmepumpen für Wohngebäude steigen, da somit die notwendigen hohen Heizungsvorlauftemperaturen erreicht werden können. Finanziell attraktiv wird die Gaswärmepumpe bei der Modernisierung zusätzlich durch die Nutzung bestehender Gashausanschlüsse.

Dipl.-Ing. Michael Platt will die Ergebnisse der Studie im Rahmen des diesjährigen Geothermiekongresses vom 17.-19.11.2010 in Karlsruhe der Fachöffentlichkeit vorstellen.

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