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Baustaatssekretär Gunther Adler 2 Tage vor dem „Wohn-Gipfel“ abberufen - wegen Maaßen


Gunther Adler
  

(19.9.2018; zuletzt upgedatet am 24.9.2018) Zur Erinnerung: Weil CDU-Mitglied Hans-Georg Maaßen als Chef des Verfassungsschutzes nicht mehr zu halten war, wurde er zum Staatssekretär ins Bundesinnenministerium wegbefördert. Dort soll er für Innere Sicherheit und Cyberkriminalität zuständig sein.

Da aber nun Bundesinnenminister Horst Seehofer bereits acht Staatssekretäre (5 beamtete und 3 parlamentarische) in seinem Haus hat, muss offenbar für Herrn Maaßen Platz geschaffen werden. Und es trifft ausgerechnet den in der Bau- und Immobilien-Branche geschätzten, beamteten Bau-Staats­sek­retär Gunther Adler (SPD): Der 55-Jährige wird zwei Tage vor dem Wohn-Gipfel im Kanzleramt in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Das empfindet die Wohnungswirtschaft als einen heftigen Schlag ins Gesicht.

Wohnungswirtschaft not amused

BFW-Präsident Andreas Ibel reagierte unmittelbar: „Die Abberufung von Baustaatssekretär Gunther Adler ist ein erheblicher Verlust in den Bemühungen, mehr bezahlbaren Wohnraum in Deutschland zu schaffen. Die Bundesregierung verliert einen hochqualifizierten und integren Fachexperten, der bei allen Akteuren der Immobilienbranche hohes Ansehen genießt. Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen hat eng mit Baustaatssekretär Gunther Adler zusammengearbeitet, um den Wohngipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vorzubereiten. Dass der zuständige Staatssekretär nun zwei Tage vor dem Wohngipfel abberufen wird, sorgt in der Immobilienbrache für große Unruhe und Besorgnis.“

Bundesarchitektenkammer protestiert

Mit der Abberufung von Gunther Adler verliere das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat einen ausgewiesenen Fachmann, der hohes Ansehen bei Kammern und Verbänden genießt - bedauert die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer (BAK). Barbara Ettinger-Brinckmann erinnerte an die Forderung der planenden Berufe nach einem eigenständigen Bauministerium, die diese vor der letzten Wahl formuliert hatten: „Schon lange weisen wird auf die Dringlichkeit des Themas Bauen und Wohnen hin. Mit der Regierungsbildung kam der Bau im Innenministerium unter - Trost war, dass Gunther Adler als exzellenter Fachpolitiker für Stadtentwicklung, Wohnen und Bauen von Herrn Bundesminister Seehofer als Staatssekretär übernommen wurde. Die Politik hat endlich selbst den Wohnungsbau als Mega-Thema erkannt - nur personell spiegelt sich dies seit heute weniger denn je wider. Jetzt muss man sagen, der Bau hat seine Heimat verloren. Es ist an der Zeit, ein eigenständiges Ministerium zu gründen“. Die Personalie Adler sorge auch vor dem Hintergrund des für Freitag angekündigten Wohn-Gipfels in weiten Teilen der Planungs- und Baubranche für Enttäuschung.

Update vom 24.9.2018: Gunther Adler bleibt

Am 23.9. haben die GroKo-Parteivorsitzenden Frau Merkel, Frau Nahles und Herr Seehofer wieder verhandelt - vorrangig wegen der Reaktion der Wähler -, und für Herrn Maaßen eine neue Lösung gefunden, mit der Konsequenz, dass Herr Adler im Amt bleiben darf (siehe Beitrag dazu).

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