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Neustart mit Schiefer: Verwandlung einer alten Hauptschule in ein „Quartier der Generationen“

(16.6.2020) Als in Meinerzhagen 1955 ein neues Wohngebiet entstanden ist, wurde auch eine neue Schule bestehend aus zwei Gebäuden gebaut. Viele Jahre lang hat sie Kindern den Weg ins Leben erleichtert; inzwischen hat die Alte Gemeinschafts-Haupt­schule aber ausgedient.

Die Alte Gemeinschafts-Haupt­schule als Ausgangspunkt... 

Bereits seit 2015 suchte die Stadtverwaltung nach einem Investor für das alte Ge­bäu­de - gefunden wurden drei: Die Dachdeckermeister Rolf Lutz und Mike Sternkopf sowie der Pflegedienst-Chef Claudius Hasenau nahmen sich der Schule mit einem Investitionsvolumen von 18 Mio. Euro an. Entstanden ist das „Quartier der Generationen“, ein Projekt mit breitem Nutzen für die Stadt (siehe auch Google-Maps):

... für den Umbau zum „Quartier der Generationen“ (alle Fotos © Rathscheck Schiefer) 

Solide Substanz

Basis für die umfangreichen Umbauten war eine bemerkenswert robuste Bausubstanz mit 3 m hohen Räumen. So waren und und sind die Ziegelwände der Schule 48 cm dick, die Betondecken auf eine Nutzlast von 500 kg/m² ausgelegt und beide Gebäudetrakte komplett unterkellert.

Das 133 m lange Hauptgebäude beherbergt heute zu einem Viertel ein Demenzwohnheim. Eine Hälfte des Gebäudes ist im Erd- und Obergeschoss als sozialer Wohnungsbau konzipiert; es entstanden 34 öffentlich geförderte, barrierefreie Wohnungen. Die insgesamt 17 Wohnungen unter dem Dach sind frei finanzierter Wohnungsbau.

Der kürzere Trakt gegenüber bietet auf seinen 67 m Länge durchweg Mietwohnungen und im hinteren Teil einen Kindergarten.

Das ursprüngliche einfache Satteldach der alten Schule wurde komplett abgerissen und bei gleicher Firsthöhe zu einer Steil-Mansarde mit Flachdach umgestaltet. Die neue Solaranlage leistet 198 kWp. Ein Blockheizkraftwerk mit 20 kWh ergänzt die Energiezufuhr.

Gebäudehülle KfW 55

Die 7.500 m² große Fassade wurde nachvollziehbarerweise mit dauerhaften Materialien des Dachdeckerhandwerks bekleidet. Die investierenden Dachdeckermeister entschieden sich an der Fassade für eine Mischung aus Schiefer und Biberschwanzziegel:


  

Die Ziegel sind grau glasiert und der rechteckige Schiefer von Rathscheck Schiefer in vier Gebindehöhen zu einer Dynamischen Deckung gestaltet (Bild rechts). Die großen Gebäude werden durch die Materialwahl reduziert. Auch die neuen Balkone teilen die Bauten.

Zur Erfüllung der Anforderungen an ein KfW 55 Haus wurden die 48 cm dicken Ziegelwände mit 14 und 12 cm Mineralwolle (WLS 031) gedämmt. Die Dämmung wurde zweilagig zwischen 26 x 6 cm dicke Balken verlegt. Darauf folgten eine Windsperre sowie Lattung und Konterlattung bzw. Vollschalung für die Schieferdeckung. Auf den Steil- und Flachdächern kamen 24 cm dicke PU-Aufsparrendämmungen zum Einsatz.

Für den erforderlichen Komfort erhielten alle Gebäude Aufzüge. Acht Aufzüge fahren vom Keller bis unters Dach. Im Innenhof zwischen den zwei Gebäudetrakten wurde ferner ein reizvoller Garten mit einem Wasserlauf angelegt. Die Gebäude sind heute komplett genutzt.

Bautafel

Weitere Informationen zur Dynamischen Deckung können per E-Mail an Rathscheck angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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