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Colored Concrete Works Award 2017 geht an Rudy Ricciotti fürs MuCEM in Marseille

(21.5.2017) Der Spezialchemie-Konzern Lanxess hat am 17. Mai zum dritten Mal den Colored Concrete Works Award an einen Architekten verliehen, der sich um den Einsatz von farbigem Beton verdient gemacht hat - und zwar an Rudy Ricciotti für sein Bauprojekt „Musée des Civilisations de l’Europe et de la Méditerranée“ (MuCEM) im südfranzösischen Marseille (siehe Google-Maps):


Foto © Agence Rudi Ricciotti

Bei der Realisierung wurden insgesamt 1.100 m³ Beton in Form von Betonfertigteilen sowie 250 m³ Ortbeton verbaut. Für den gewünschten dunkelgrauen Farbton sorgten die Lanxess-Pigmente Bayferrox 330 und Bayferrox 318.

Jörg Hellwig, Leiter des Geschäftsbereichs Inorganic Pigments (IPG) bei Lanxess, überreichte den Preis in der Berliner Vertretung des Spezialchemie-Konzerns. Vor Gästen aus Politik, Bauindustrie und Wirtschaft stellte Hellwig in seiner Laudatio heraus: „Ricciottis graziles, zeitgenössisches Bauwerk fügt sich hervorragend in die historisch bedeutende Umgebung des Marseiller Hafens ein. Das ,Musée des Civilisations de l’Europe et de la Méditerranée‘ steht damit beispielhaft für die Symbiose aus Tradition und Moderne. Zeitgleich verbindet es Ästhetik mit Funktionalität. Mit unserer Initiative ‚Colored Concrete Works‘ möchten wir genau solche einzigartigen Bauwerke würdigen und zugleich die Bedeutung von farbigem Beton unterstreichen.“


v.l.n.r.: Jörg Hellwig, Leiter des Geschäftsbereichs Inorganic Pigments bei Lanxess, Tilman Reichert, Architekturbüro Rudy Ricciotti Architectes, und Keynote Sprecher Chris Kühn, MdB. (alle Fotos © Lanxess AG)

Komposition aus Bedeutung, Funktionalität und Farbwahl

Der Geschäftsbereich Inorganic Pigments hatte den Award im November 2016 weltweit ausgeschrieben. Bis zum 10. März 2017 war es Bauherren und Architekten möglich, sich mit realisierten Bauprojekten zu bewerben. Teilnehmen konnten jene, deren Gebäude nicht älter als fünf Jahre waren und die für die Realisierung Beton eingesetzt haben, der mit anorganischen Eisenoxid- oder Chromoxidpigmenten eingefärbt worden ist. Aus allen Einreichungen wählte die Jury das Projekt „Musée des Civilisations de l’Europe et de la Méditerranée“ als Preisträger aus. Das Museum ist eines der spektakulärsten Frankreichs und zählt inzwischen zu den 50 meistbesuchten der Welt.

Die netzartige Betonstruktur, die das MuCEM umhüllt, öffnet sich dem Licht der provenzalischen Sonne, wodurch einzigartige Lichtspiele entstehen. An der äußeren Spitze des „Alten Hafens“ gelegen, dem kulturellen und historischen Zentrum Marseilles, bildet die dunkle Farbe des MuCEM einen stimmigen Kontrast zum Beige des geschichtsträchtigen Forts Saint Jean, das am Eingang zum Hafen thront - siehe auch Google-Street-View:

An diesem historisch bedeutsamen Ort bezieht Ricciottis Gebäude aus der lehrbuchmäßigen quadratischen Grundfläche und dem horizontalen Profil seine eigene Identität.

Des Weiteren hat Ricciotti Wert darauf gelegt, dass alle Formteile und 384 Paneele nahe dem Baugelände hergestellt und vorbereitet wurden, um durch kurze Wege die Umweltauswirkungen gering zu halten und gleichzeitig durch den Einsatz lokaler Verarbeiter und Spezialisten die soziale Identifikation mit dem Bauwerk zu erhöhen.

Die internationale Expertenjury, die sich für das „Musée des Civilisations de l’Europe et de la Méditerranée“ als diesjähriges Siegerprojekt entschied, setzte sich zusammen aus ...

  • Prof. Ralf Niebergall, Vizepräsident der Bundesarchitektenkammer,
  • Ulrike Kunkel, Chefredakteurin der Deutschen Bauzeitung,
  • Prof. Tobias Walliser, Gründer des Architekturbüros Laboratory for Visionary Architecture,
  • Bernd Heuer, Geschäftsführer des Vereins agenda4, einem Zusammenschluss von Unternehmen und Hochschulen der Bau- und Immobilienwirtschaft, sowie aus
  • den Lanxess Pigment-Experten Thomas Pfeiffer und Dr. Carsten Rosenhahn.

Der 115 m lange, freitragende Fußgänger-Steg aus Beton verbindet die Dachterrasse des Museums mit dem Fort Saint Jean. Die Außenhaut des Museums setzt sich wie ein riesiges Puzzle aus 384 jeweils 3 x 6 Meter großen Beton-Paneelen zusammen. (Foto © Agence Rudi Ricciotti)

Filigrane Leichtigkeit und massive Beständigkeit

Bewusst setzte Ricciotti laut eigenem Bekunden bei der Realisierung des Projekts auf den Einsatz von schwarz durchgefärbtem Beton als Baumaterial. Dem Architekten war es wichtig, dass sein markantes Bauwerk nicht mit dem Fort konkurriert, es sich aber dennoch von der Umgebung abhebt. Gleichzeitig wollte er aber sicherstellen, dass Optik und Oberflächenbeschaffenheit des Gebäudes langfristig erhalten bleiben - trotz äußerer Einflüsse wie der feuchten und salzigen Seeluft. Ein Betonanstrich hätte in dieser Lage unmöglich dauerhaft Bestand haben können.

Rudy Ricciotti, geboren am 22. August 1952 in Kouba, einem Vorort der algerischen Hauptstadt Algier, ist Architekt und Ingenieur, der Abschlüsse an der Ecole d’Architecture de Marseille (1980) und der Ecole d’Ingénieurs de Genève (1974) erworben hat. Ricciotti wurde für seine architektonischen Bauwerke mit zahlreichen Auszeichnungen prämiert, unter anderem erhielt er 2006 den Grand Prix national de l’Architecture.

Als Architekt von bedeutsamen Projekten in und außerhalb von Frankreich – wie dem „National Choreographic Centre“ in Aix-en-Provence, dem „Potsdamer Nikolaisaal“, der „Footbridge of Peace“ in Seoul oder dem Lütticher „International Centre of Art and Culture“ – erlangte er internationales Ansehen.

auf den weiteren Plätzen

Den zweiten Platz belegten beim Colored Concrete Works Award 2017 Nils Buschmann und Tom Friedrich mit ihrem Projekt „Wohnbauten am Lokdepot“ in Berlin. Drittplatzierter ist Prof. Dr. Vasáros Zsolt mit „Rudapithecus Látványtár“, dem Landschaftsmuseum der ungarischen Kulturstätte „Spectacle Rudopithecus of Monkey Island“ in Rudabánya.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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