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Koalition setzt Solarstrombranche unter harten Innovationsdruck

(2.6.2008) Die Solarförderung soll deutlich schneller gesenkt werden als bisher. Darauf verständigten sich führende Umwelt- und Wirtschaftspolitiker am 29. Mai 2008. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) bewertet das Verhandlungsergebnis zwiespältig. BSW-Solar-Geschäftsführer Carsten Körnig: "Das Anziehen der Förderschrauben setzt die Solarbranche unter härtesten Entwicklungsdruck. Innovative Unternehmen können es voraussichtlich schaffen, die Solarstromkosten entsprechend zu senken und die ambitionierten Vorgaben durch Ausreizen aller Effizienzpotenziale zu erfüllen." Nach Einschätzung von Solarforschern kann Solarstrom in sieben Jahren günstiger sein als fossiler Strom aus der Steckdose. Nach Angaben des BSW-Solar will die Solarbranche am Standort Deutschland bis 2010 über fünf Milliarden Euro in den Ausbau modernster Solarfabriken und in Forschung und Entwicklung investieren. Die Branche beschäftigt hierzulande derzeit rund 40.000 Menschen.

Die Solarstromförderung für Photovoltaikanlagen auf Gebäuden soll nach dem Willen der Koalition in den Jahren 2009 und 2010 um jeweils acht Prozent im Jahr gesenkt werden, ab dem Jahr 2011 sogar um jährlich neun Prozent. In den letzten vier Jahren wurde die Förderung jährlich um fünf Prozent verringert, um den technologischen Fortschritt abzubilden und anzustoßen. Der sich am 29. Mai 2008 abzeichnende Kompromiss soll am 6. Juni 2008 im Bundestag beschlossen werden. Carsten Körnig: "Wenn der Kompromiss so beschlossen wird, scheint die Gefahr eines Markteinbruchs gebannt."

Scharfe Kritik übt der BSW-Solar an der deutlichen Schlechterstellung von größeren Solarstromanlagen, die z.B. auf großen Hallendächern oder Freiflächen errichtet werden. Die Förderung von Solarstrom aus neuen ebenerdig errichteten Solarparks soll in den Jahren 2009 und 2010 um jeweils 10 Prozent gesenkt werden, statt um bislang jährlich 6,5 Prozent. Damit sind große Solaranlagen nach Einschätzung des BSW-Solar zukünftig voraussichtlich nicht mehr rentabel zu betreiben. In Deutschland haben PV-Freiflächenanlagen einen Marktanteil von zehn Prozent. Sie gelten als Exportschlager. Ganz gestrichen werden soll nach dem Willen der Koalition zudem der bislang gewährte Förderbonus für gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen. Körnig: "Hier muss der Gesetzentwurf in der nächsten Woche dringend nachgebessert werden. Ansonsten verabschiedet sich Deutschland aus wichtigen Zukunftsmärkten."

Insgesamt sind in Deutschland in den letzten Jahren rund 430.000 Solarstromanlagen installiert worden. Gemeinsam erzeugen sie ungefähr (nur) so viel Strom, wie die Einwohner der Stadt Hamburg verbrauchen.

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