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Bosch investiert 100 Millionen Euro in Wärmepumpen ... und nicht nur das

(11.7.2019; ISH-Bericht) Bosch Thermotechnik hat nach eigenen Angaben 2018 einen Rekordumsatz von 3,5 Mrd. Euro erzielt. Das Unternehmen ist in einem schwieriger werdenden konjunkturellen Umfeld um 2,3% im Vergleich zum Vorjahr gewachsen, wechselkursbereinigt um 4,6%. Regional hat sich der Umsatz in der Türkei sehr positiv entwickelt, aber auch in den Hauptmärkten Deutschland und Großbritannien war das Wachstum gut. Produktseitig zeigte sich erneut der Bereich Residential Heating als Wachstumstreiber, hier hat vor allem das Geschäft mit Wärmepumpen zum Erfolg beigetragen.

soweit das Auge reicht: Bosch Thermotechnik auf der ISH mit den Markten Buderus und Bosch (vormals Junkers); Foto © baulinks/AO 

In Frankfurt auf der ISH präsentierte sich Bosch Thermotechnik auf rund 4.000 m² in der neuen Messehalle 12 mit den erstmals direkt nebeneinanderliegenden Ständen der Marken Bosch (vormals Junkers) und Buderus. Der Auftritt der Marke Bosch markierte zudem den letzten Schritt des Markenwechsels von Junkers zu Bosch: Die bewährte Heiztechnikkompetenz von Junkers wird erweitert um die Technologiekompetenz von Bosch - zur Erinnerung siehe auch ISH-Bericht von vor vier Jahren: „Neuer Markenauftritt von Junkers unterstreicht Zugehörigkeit zu Bosch“.

Investitionen in Zukunftstechnologien

In der Heiz- und Klimatechnik gewinnt die Elektrifizierung zunehmend an Bedeutung; elektrische Systeme stehen heute gleichberechtigt neben Gas- und Öl-Geräten. „Wir werden unser Angebot an Wärmepumpen, elektrischen Warmwasserlösungen und Klimageräten ausbauen. Daneben wollen wir auch neue Marktsegmente wie das Energiemanagement und brennstoffzellenbasierte Energielösungen für uns erschließen“, so Uwe Glock, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch Thermotechnik.

Bosch Thermotechnik will in den kommenden Jahren rund 100 Mio. Euro in sein Wärmepumpengeschäft investieren. Dabei soll der Fokus auf einfach zu installierenden Produkten mit digitaler Unterstützung liegen. 2018 gab es bereits drei neue Produktanläufe auf drei neuen Fertigungslinien am schwedischen Standort Tranas. Für den europäischen Markt für Heizungswärmepumpen, der 95% des Weltmarktes ausmacht, unterhält Bosch Thermotechnik Entwicklungszentren in ...

  • Tranås (Schweden) für Nordeuropa,
  • Aveiro (Portugal) für Südeuropa sowie
  • mit einem neuen Entwicklungsteam in Wernau (Deutschland) für Mitteleuropa.

Die Erfolge des regional angepassten Portfolios seien bereits deutlich zu sehen: „In Schweden konnten wir seit der Produkteinführung unserer neuen Abluftwärmepumpen unseren Marktanteil mehr als verdoppeln, indem wir uns auf Einfachheit durch Standardisierung sowie einfache Installation und Bedienbarkeit konzentriert haben“, erklärte Herr Glock in Frankfurt:

Foto © baulinks/AO 

Weiterentwicklung der Brennstoffzellentechnologie

Bosch will auch die Entwicklung der Brennstoffzelle für potenzielle neue Energiesysteme weiter vorantreiben. Gemeinsam mit dem Technologie-Spezialisten Ceres Power will das Unternehmen die Festoxid-Brennstoffzellen-Technologie (SOFC) voranbringen. Die 2018 geschlossene strategische Kooperation umfasst auch eine Beteiligung von vier Prozent an Ceres Power. Ziel ist es, die SOFC-Technologie durch Volumenfertigung zu industrialisieren und sie für die vernetzte und dezentrale Energieerzeugung einzusetzen.

„Die hocheffiziente Brennstoffzellentechnologie ist ein wichtiger Beitrag zur Energiewende, da sie zu Versorgungssicherheit und Flexibilität des Energiesystems beiträgt“, ist Uwe Glock überzeugt. Vor allem in einer immer stärker urbanisierten Welt ist die Brennstoffzellen-Technologie für die Versorgungssicherheit entscheidend: 2050 werden voraussichtlich mehr als sechs Milliarden Menschen und damit 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten wohnen. Schon heute schlucken Metropolen 75 Prozent der weltweit verbrauchten Energie. Bis 2035 wird der Energieverbrauch weltweit um 30 Prozent steigen. Dieser erhöhte Strombedarf kann in Zukunft nicht mehr nur mit großen, zentralen Kraftwerken abgedeckt werden. Ziel der Kooperation von Bosch und Ceres Power ist es deshalb, einen neuen Industriestandard bei der SOFC-Technologie für die Nutzung in der dezentralen Energieversorgung zu etablieren.

Sektorkopplung in Gebäuden: Energiemanager von Bosch

Das Hausenergiesysteme werden immer umfassender, elektrischer und komplexer. Bosch Thermotechnik liefert mit dem Energiemanager die Systemregelung, die neben dem Komfort auch die Energiekosten optimiert. Er unterstützt den Smart- Home-Besitzer auf dem Weg in die Energieunabhängigkeit und sorgt dafür, dass Energieverbrauch, -gewinnung und -speicherung effizient zwischen verschiedenen Komponenten wie Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und zukünftig auch Elektrofahrzeugen gemanagt werden. Die Software des Energiemanagers bringt die unterschiedlichen Komponenten intelligent zusammen und ermöglicht Eigenstromnutzung und effiziente Wärmeerzeugung. Der Energiemanager ist in das hauseigene Smart-Home-System integriert: Mit Hilfe der App haben Nutzer alle Daten im Blick und können Hausgeräte problemlos einbinden. Smart-Home-Bewohner können dank effizienter digitaler Steuerung und regenerativer Solarenergie in Verbindung mit einem Batteriespeicher bis zu 70% ihrer Stromkosten sparen - siehe u.a. auch den Beitrag „Junkers Bosch vernetzt Photovoltaik und Wärmepumpe via EMMA und Bosch Smart Home“ vom 18.4.2018:

Foto © Bosch (Junkers) 

Sektorkopplung in Quartieren: elektrische Speicher und Ladeinfrastruktur

Die smarte Sektorkopplung ist ein wichtiger Schlüssel, um künftig die Anforderungen der Menschen an die Energieversorgung in ihren Wohngebieten zu erfüllen. Herr Glock betonte in seiner Key Note, wie wichtig es sei, sich hier strategisch als starker Anbieter ganzheitlicher Systemlösungen und Services zu positionieren: „Wenn man die Energiewende schaffen will, muss man Effizienzen in allen Sektoren heben, und das nicht nacheinander, sondern gemeinsam und gleichzeitig. Dafür braucht man in allen Sektoren effiziente Anlagen und möglichst erneuerbare Energien“, erklärte er auf der Bosch Thermotechnik-Pressekonferenz anlässlich der ISH. Die einzelnen Bausteine - Elektrospeicher, Schnellladestationen, die Festoxid-Brennstoffzellen-Technologie und ergänzende Energiemanagementsoftware - müssen in einem cleveren Gesamtsystem zusammenbracht werden. Auch hier sieht sich Bosch auf einem guten Weg: Mit einer 39-prozentigen Beteiligung an der ads-tec Energy GmbH im Oktober 2018 hat das Unternehmen seine Aktivitäten im Bereich elektrischer Speichersysteme und deren Management gestärkt. „Gemeinsam mit ads-tec Energy können wir umfassende Systeme für das dezentrale Energiemanagement in Gebäuden und Wohnquartieren anbieten und so einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Unsere Beteiligung an ads-tec Energy passt strategisch perfekt zu unserer Zukunftsausrichtung als digitales Klima- und Energieunternehmen“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung von Bosch Thermotechnik. Das Management dezentraler elektrischer Energiesysteme etabliert sich derzeit immer stärker in Städten und Quartieren.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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