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Verbundprojekt zum Zusatznutzen von NawaRo-Dämmstoffen


  

(30.9.2020) Der Einsatz von Naturdämmstoffen ist sicher, kalkulierbar und nachhaltig - zu diesem Ergebnis kommt ein interdisziplinäres Forschungsprojekt mit 12 Partnern aus Forschung sowie Industrieunternehmen und -verbänden. Das Verbundprojekt „Mehr als nur Dämmung - Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen (NawaRo)“ wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gefördert. Unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI), wurden dabei Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen in sechs Arbeitsbereichen untersucht:

  • Brandschutz und Glimmverhalten,
  • Schallschutz,
  • Wärmeschutz,
  • Feuchteschutz,
  • Nachhaltigkeitsanalysen und
  • Emissionen.

Die Forscher stellten im Rahmen des Projekts fest, dass Naturdämmstoffe gesicherte Eigenschaften aufweisen, Konstruktionen verlässlich berechenbar sind und in fast allen Anwendungsgebieten eingesetzt werden können. Mit natürlichen Materialien könne demzufolge kalkulierbar sicher gebaut werden. Normen und baurechtliche Vorschriften könnten nun angepasst und der Weg freigemacht werden für mehr NawaRo-Dämm­stoffe im Bau.

Kalkulierbares Brandverhalten von Natur-Dämmstoffen

In Bezug auf das Brandschutz- und Glimmverhalten haben die Forscher festgestellt, dass sich das Brandverhalten von erdölbasierten Hartschäumen im Vergleich zu Naturdämmstoffen wesentlich unterscheidet: Hartschäume verbrennen extrem schnell mit sehr starker dunkler Rauchbildung, schmelzen und tropfen brennend ab. Die untersuchten NawaRo-Dämmstoffe brennen zwar auch, jedoch verhältnismäßig langsam, mit geringer Rauchentwicklung und tropfen nicht brennend ab. Das Brandverhalten von NawaRo-Dämmstoffen ist damit trotz des materialimmanenten Glimmverhaltens insbesondere in der Frühphase eines Brandes deutlich vorteilhafter als das von Hartschäumen und grundsätzlich kalkulierbar.

Die im Arbeitsbereich Schallschutz gewonnenen Bauteil- und Materialdaten wurden bereits in die aktuelle Überarbeitungsrunde der DIN 4109-33 eingebracht. Darüber hinaus wurden Berechnungsverfahren weiterentwickelt, die den prüftechnischen Aufwand in Zukunft erheblich reduzieren können. Unter anderem ermittelten die Forschenden Materialkennwerte, die aufwendige Bauteilprüfungen wie im Schall- und Brandschutz in Zukunft deutlich reduzieren können.

NawaRo-Dämmstoffe als Puffer bei Hitze, Kälte und Feuchte

Bisher mussten Dämmstoffe vor allem vor Kälte im Winter schützen. Aufgrund des Klimawandels gewinnt der Hitzeschutz im Sommer zunehmend an Bedeutung. Damit wird bei Dämmstoffen neben der Wärmeleitfähigkeit auch die Wärmespeicherkapazität und die Rohdichte bedeutsamer. Die Forscher konnten feststellen, dass es auch hier grundsätzlich keine Einschränkungen für die Verwendung von NawaRo-Dämmstoffen gibt.

Die hohe Speicherfähigkeit von Naturdämmstoffen wirkt sich nicht nur beim Wärmeschutz, sondern auch beim Feuchteschutz positiv aus, insbesondere in Holzkonstruktionen und bei Dachkonstruktionen: Während mineralische Faserdämmstoffe und erdölbasierte Hartschäume praktisch keine Feuchtigkeit aufnehmen können, sind Naturdämmstoffe in der Lage, kurzzeitige Feuchteschwankungen während der Bauphase oder im Gebrauch abzupuffern, ohne dass sich die Materialfeuchte merklich erhöht. Die Konstruktion wird dadurch deutlich sicherer.

Die Wissenschaftler untersuchten routinemäßig auch potenzielle Emissionen und konnten kein grundsätzliches Hindernis für die Verwendung finden. Außerdem ermittelten sie Datensätze zur Ökobilanz, die auch bereits in die Datenbank ÖKOBAUDATeingepflegt wurden. Die Projektbeteiligten arbeiteten mit zahlreichen Praxispartnern aus Unternehmen und Verbänden zusammen.

Teilvorhaben

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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