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OrganoPor: Biobasierte Platten für WDV-Systeme technisch und preislich auf EPS-Niveau


  

(8.6.2020) Das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit (LBF) hat im Rahmen eines zweijährigen Projektes zusammen mit Dämmstoffherstellern einen biobasierten Fassadendämmstoff entwickelt, der in Herstellung, Verarbeitung und Eigenschaften zu Polystyroldämmplatten konkurrenzfähig sein soll. Da OrganoPor auch preislich mithält, werden ihm Chancen eingeräumt, den Markt zu erobern.

Zur Erinnerung: Gängiger Plattendämmstoff in über 90% aller Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) ist Polystyrolschaum (EPS). Biobasierte Alternativen gab es bisher kaum, Abstriche in Handhabbarkeit oder Anwendbarkeit sowie im Preis mussten hingenommen werden.

OrganoPor ist ein biobasiertes Hybridmaterial und besteht aus ...

  • Rest- und Abfallstoffen wie Kork- oder Maiskolbenschrot,
  • wasserabweisenden Harzen auf Basis von Lignin und
  • mineralischen Füllstoffen als Flammschutzmittel.

Zur Herstellung der Platten werden poröse Partikel aus den nachwachsenden Rohstoffen mit einem biobasierten Duromer inklusive mineralischem Flammschutzmittel beschichtet und verpresst. Dabei handelt es sich um kein(!) neuartiges Herstellungsverfahren.

OrganoPor: Dämmstoffplatten aus nachwachsenden Rohstoffen (Quelle © Fraunhofer LBF) 

Die Dämmstoffplatten verhalten sich im Brandfall analog zur neuesten Generation von Polystyrolschaum-Hybridmaterialien. Bauteildichten von 120 kg/m³ und eine Wärmeleitfähigkeit (λ) von 0,040 W/mK wurden erreicht. Der offenporige Aufbau ermöglicht zudem die Regulierung des Dampfdurchtritts. Anwendungsorientierte Tests vom Industriepartner DAW (Caparol) zeigen zudem, dass sich OrganoPor problemlos in WDVS anwenden lässt.

Aufgrund seiner strukturellen und verarbeitungstechnischen Parallelen zu Polystyrol­schaum-Hybridmaterialien soll sich OrganoPor überdies wirtschaftlich herstellen lassen. Hinzu kommt die günstige Verfügbarkeit der Ausgangsmaterialien. Die Protagonisten der Entwicklung geben OrganoPor große Chancen, sich als ökologischer Dämmstoff am Markt etablieren zu können.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) förderte das Vorhaben „Isolationsmaterialien zur Gebäudedämmung aus biogenen Reststoffen mit ku­gel­förmig-poröser Struktur und brandhemmender Bioharz-Matrix“ über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR). Der Abschlussbericht steht auf fnr.de unter dem Förderkennzeichen 22023516 zur Verfügung.

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