Baulinks -> Redaktion  || < älter 2018/1355 jünger > >>|  

Wie sich ein Gewerbebau mit einer Schieferfassade attraktiv verheiraten lässt

(30.8.2018) Eigentlich sind Schieferfassaden in Probstzella nichts Ungewöhnliches. Der Ort liegt schließlich unweit des Thüringer Schiefergebirges. Und doch sprengt die Fassade der Elobau übliche Maßstäbe: Sie ist groß, dennoch voller Bewegung, mit Rathschecks Dynamischer Rechteckdeckung modern gestaltet und dazu hoch wärmegedämmt. Dahinter stehen ein Bauherr mit Prinzipien und Architekten, die seine Visionen vorbildlich umsetzten:

alle Fotos © Rathscheck Schiefer / Gerard Halama 

Der Sensoren-Hersteller Elobau aus Leutkirch im Allgäu ist ein familiengeführtes Stiftungsunternehmen. Mit rund 700 Mitarbeitern produziert das Unternehmen seit 2010 an allen Standorten klimaneutral. Die Unternehmensphilosophie spiegelt sich auch beim neuen Gebäude wider.

Komplexes Anforderungsprofil

In der neuen Produktionsstätte in Probstzella (siehe Google-Maps) befindet sich der Werkzeugbau. Die Vorgaben für die hochpräzisen Maschinen in der 1.150 m² großen Werkhalle: die zulässige Temperaturschwankungen in der Produktion liegt bei ± 1°C:

Um dieses Ziel klimaneutral sicherzustellen, mussten Wärmedämmung, Heiz- und Klimatechnik und der Sonnenschutz exakt stimmen. Dicke Dämmpakete in der Fassade und auf dem Flachdach, Dreifachverglasung mit außenliegenden Jalousien, Photovoltaik auf dem Dach und auf den Freiflächen sowie eine Geo­ther­mie-Kollektoranlage zur Kühlung machen es möglich. Die ersten Erfahrungen mit dem Neubau bestätigen die in der Planung simulierte Energiebilanz, dass das Bauwerk mehr Energie produziert als es selbst verbraucht. Mit einer sogar positiven Klimabilanz sieht sich das Unternehmen in seiner Branche als Vorreiter am Produktionsstandort Deutschland.

Für Menschen gebaut

Der hohe ethische Anspruch der Unternehmensleitung forderte neben der Klimaneutralität auch ein Bauwerk, das die Menschen in den Mittelpunkt stellt. Natürliche Baustoffe waren daher erste Wahl. Schiefer ist ein solcher Baustoff, ein hochwertiges langlebiges Deckungsmaterial, sozusagen Natur pur. Neben dem Schiefer an der Fassade sind es moderne leistungsfähige Holztragwerke, die das Werk prägen. Dem Selbstverständnis des Unternehmens und der Praxis „flacher“ Hierarchien entsprechend, sind die „Anzugsträger“ in der Verwaltung von den „Blaumännern“ in der Produktion nur durch großflächige Schallschutzscheiben getrennt. Das waagerechte Fensterband verbindet zudem in einer Linie Verwaltung und Produktion und wird physisch der Ort gelebten Teamgeistes.

Prägende Schieferfassade

Über dem 3,5 Meter hohen, waagerechten Fensterband erstreckt sich eine 6,5 Meter hohe Schieferfassade. Sie besteht aus insgesamt 50 trapezförmigen Flächen. Die einzelnen Fassadenabschnitte sind in unterschiedlichen Winkeln leicht vertikal gekippt. Sie wirken dadurch felsenhaft, aber auch dynamisch und lebhaft und nehmen dem großen Gebäude die Mächtigkeit:

Die trapezförmigen Fassadenflächen bestehen aus mehreren Basis-Segmenten, die sich rund um das Gebäude wiederholen (Bild). Diese Basisflächen wurden von den Architekten F64 aus Kempten im Allgäu nicht nur in ihrer Größe, Geometrie und Neigung vorgegeben. Auch die Beschieferung, die Größe der Schiefer und die Höhen der Gebinde wurden geplant und bemustert:

Die geneigten Fassadenunterkonstruktionen wurden vom Ingenieurbüro für Tragwerksplanung Merz Kley und Partner aus Dornbirn bemessen. Dazu haben sich die Architekten im Vorfeld der Planungen vom Schieferlieferanten Rathscheck Schiefer aus Mayen beraten lassen. Für die großen Fassadenflächen wurden auch große Schieferformate gewählt. Die Wahl fiel auf Rechteckschiefer der Größen 60 x 30, 50 x 30, 50 x 20, 40 x 25, 40 x 20 und 30 x 15 cm. Für die Dynamische Deckung wurden die Schiefer in Läuferverbänden wild verlegt und erzeugten dabei ein Deckbild, das einem exakt geschnittenen Bruch­steinmauerwerk aus Schiefer ähnelt. Bei einer Mindesthöhenüberdeckung von 4 cm entstanden Deckgebinde mit den Höhen 26, 21, 16, 11 und 9 cm.

Im Ergebnis verbindet diese besondere Deckart die Tradition historischer Schieferdeckungen mit einer modernen geradlinigen Optik, präsentiert sich in Größe und Vielfalt am Elobau-Objekt allerdings in einer bisher nicht bekannten Dimension.

Weitere Informationen zur Dynamischen Rechteckdeckung können per E-Mail an Rathscheck Schiefer angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

ausgewählte weitere Meldungen:

siehe zudem:


zurück ...
Übersicht News ...
Übersicht Broschüren ...

Impressum | Datenschutz © 1997-2019 ARCHmatic - Alfons Oebbeke (Google+, XING, linkedin)
ANZEIGE