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Leitungsdurchdringungen bei weißen Wannen

(14.10.2020) Die Ausführung von Durchdringungen durch wasserundurchlässigen Beton (WU-Beton) wird im Rahmen der DAfStb-Richtlinie „Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton“ geregelt. Darin heißt es: „Alle Fugen und Durchdringungen müssen bei Beanspruchungsklasse 1 planmäßig mit aufeinander abgestimmten Systemen wasserundurchlässig ausgebildet werden.“

Zur Erinnerung: Die WU-Richtlinie unterscheidet zwei Beanspruchungsklassen:

  • Klasse 1: ständig und zeitweise drückendes Wasser. (bei WU-Dächern gilt stets die Beanspruchungsklasse 1)
  • Klasse 2: Bodenfeuchte und an der Wand ablaufendes Wasser

Bei einer weißen Wanne handelt es sich nicht um einen wasserdichten, sondern einem wasserundurchlässigem Wandaufbau - das heißt, dass Wasser in Form von Druckwasser bis zu 25 mm vollflächig in den Beton eindringen und daran anschließend maximal weitere 70 mm in die vorhandene Kapillare vordringen darf. Auf der wasserabgewandten Seite der Wand kann je nach Feuchtezustand Wasser bis zu 80 mm in die Wand ein- oder ausdiffundieren:

Bilder © Doyma 

Wasserundurchlässigkeit sicherstellen

Nur wenn eine Wandstärke ≥ 200 mm (abhängig von Betongüte, Korngröße, Überdeckung für die Bewehrung, etc.) gewählt wird, kann ein Kernbereich entstehen, der den Wassertransport von der Wasserseite zur Luftseite verhindert (wasserundurchlässig). Aus diesem Grund muss das Leitungsdurchführungssystem eine entsprechend der Beanspruchungsklasse breite Dichtfläche besitzen. Weiterhin ist es auf der wasserzugewandten Seite so zu installieren, dass das Wasser nicht über das vorgegebene Maß in die Wand eindringen kann und damit der Kernbereich nicht verloren geht.

Futterrohre ausdrücklich empfehlenswert

Bei nachträglichen Kernbohrungen wird in der Regel die Bewehrung durchtrennt. Dadurch kann es unmittelbar zu Rissen kommen. Diese müssen vor der Installation des Durchführungssystems saniert werden, und der freigelegte Bewehrungsstahl ist vor Korrosion zu schützen. Daher ist die Verwendung von Futterrohren ausdrücklich zu empfehlen. Üblicherweise werden Futterrohre bei der Erstellung des Bauwerksteils mit eingegossen.

Durchdringungen, insbesondere die Aussparungen hierfür, dürfen außerdem niemals auf Bauwerksfugen sitzen! Zu empfehlen ist ein Abstand zu ihnen von ≥ 300 mm.

Sonderfall: Elementwände

Elementwände sind eine Kombination von Betonfertigteilen und Ortbeton. Hierbei werden zwei Fertigteile durch Gitterträger auf Abstand gehalten und der Hohlraum zwischen ihnen mit Ortbeton vergossen. Die Anforderungen und zu treffenden Maßnahmen sind ebenfalls in der WU-Richtlinie geregelt.

Dichtebene Ortbeton Dichtebene Fertigbauteil

Hinsichtlich der Lage des Durchführungssystems ist dieses in der Dichtebene zu positionieren. Dies ist im Allgemeinen der Ortbeton. Bei Vorhandensein von Flächenabdichtungen oder speziellen Ausführungen der Fertigteile kann dies aber auch die Außenfläche sein. Hierbei ist eine Klärung mit dem Planer oder Errichter der Wand im Vorfeld notwendig. Im Zweifelsfall können spezielle Durchführungssysteme, welche alle Abdichtebenen überdecken, eingesetzt werden.

Weitere Informationen zu Leitungsdurchdringen bei weißen Wannen können per E-Mail an Doyma angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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