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„Architektur als Impulsgeber im ländlichen Raum“: 12. Egon-Eiermann-Preis ist entschieden

(3.7.2017) Wie kann Architektur abwanderungsbedrohten ländlichen Räumen Impulse geben und eine neue identitätsstiftende Rolle übernehmen? Zu diesem Thema suchte der mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Egon-Eiermann-Preis in seiner 12. Auflage visionäre Konzepte. Bei 127 zugelassenen Einreichungen vergab die Jury vier gleichwertige Preise und vier Anerkennungen.


„Alte Ziegelei - Landbad Bordenau“, Nick Chadde

Preisträger Egon-Eiermann-Preis 2017

Eine „poetischen Transformation einer ehemaligen Ziegelbrennerei zu einem ruralen Wohlfühlbad auf dem Lande“ zeigt das Projekt „Alte Ziegelei - Landbad Bordenau“. Dafür erhält Nick Chadde von der Bauhaus Universität Weimar einen mit 1.000 Euro dotierten Preis. „Mit starken Bildern, aber ebenso klugen und handwerklich präzise gesetzten Grundrissen, Schnitten und Details gelingt es ihm, ein identitätsstiftendes Gebäude vom Gewerblichen ins Kulturelle zu translozieren und somit einen wunderbaren Ort für eine generationsübergreifende dörfliche Gemeinschaft anzubieten“, urteilte die Jury.

Kyra Mootz von der Universität Stuttgart wurde für ihr „Anti|Museum“ ausgezeichnet. Dazu die Jury: „Der Beitrag liefert einen konzeptionellen Ansatz, das Gelände der ehemaligen Steinkohlegrube Frankenholz zu vitalisieren und dem Areal durch gezielte Interventionen zu einer neuen Identität zu verhelfen. Es werden Zeitschichten sowie ihre Potenziale differenziert und komplex gedacht und vernetzt. Somit entsteht ein spannendes Miteinander von Landschaftsraum, Bestand und Neubau. Ein Beitrag, der vielschichtige Ansätze bezogen auf die zukunftsorientierte Revitalisierung ländlicher Brachflächen aufzeigt.“


„Anti|Museum“, Kyra Mootz

Ein weiterer mit 1.000 Euro dotierter Preis ging an die Studenten Johannes Wohlfarth und Ralf Erdei von der Universität Stuttgart für ihr Projekt „Samen-Bibliothek“ (Bild rechts). „Der Entwurf besticht durch einen starken skulpturalen Ausdruck, der von der Nutzung eines gigantischen Samensilos vorgegeben ist. Die Weiten der amerikanischen landwirtschaftlichen Anbaugebiete lassen das gewaltige Betongebäude als von Weitem sichtbare Landmark in Erscheinung treten. Der Entwurf steht für eine gesellschaftliche Utopie, bei der die Artenvielfalt in den Fokus rückt, aktiv von den Nutzern gefördert wird und so das Gefühl einer Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellt: ein Thema, das gerade heute in der Landwirtschaft wieder aktuell ist“, urteilte das Preisgericht.

„Handwerk als Impulsgeber“ nennen Philipp Hufschmid und Patrick Fromme von der TU München ihren Entwurf eines neuen Gebäudeensembles für einen Drechsler. Die Jury dazu: „Mit einer authentischen Sachlichkeit wird die Geschichte des Ortes weitergeschrieben und neu interpretiert. Die Häuser stehen sowohl für sich wie auch als ein Teil der dörflichen Struktur. Die Aufteilung der Funktionseinheiten Arbeiten, Wohnen und Ausstellen bzw. Verkaufen in drei eigenständige Gebäude entspricht dem handwerklichen Prozess, der den Häusern einen nachhaltigen Sinn verleiht. Jedes Element der Architektur erfüllt seine Aufgabe und bildet dabei ein Ganzes, welches rückwirkend nicht mehr in seine Einzelteile zerlegt werden kann.“


„Handwerk als Impulsgeber“, Philipp Hufschmid und Patrick Fromme

Darüber hinaus wurden mit einer von vier Anerkennungen ausgezeichnet ...

  • Juri Franck von der Universität Kassel,
  • Jannis Petereit und Rebekka Kühn von der TU Braunschweig,
  • Lisa-Marie Hottenrott von der Bauhaus Universität Weimar und
  • Lisa Schneider vom Karlsruher Institut für Technologie.

Die Preisverleihung mit Ausstellungseröffnung findet voraussichtlich im Dezember statt. Ort und Datum werden noch bekannt gegeben.

„Die regelmäßige Förderung von Studierenden und jungen Architekten sowie die Zusammenarbeit mit den Hochschulen besitzt in der Unternehmenskultur von Eternit seit jeher einen hohen Stellenwert“, erklärt Rolf Haberlah, Country Manager Eternit Fassade Deutschland, das langjährige Engagement des Unternehmens.

Neben dem Preisgeld für die Preisträger stiftet Eternit den begleitenden Lehrstühlen von Preisträgerarbeiten jeweils 1.000 Euro für Exkursionen, Ausstellungen oder Publikationen.

Neben der Vorsitzenden Architektin Jórunn Ragnarsdóttir (Stuttgart) gehörten der diesjährigen Jury die Architektin Elke Delugan-Meissl (Wien), der Architekt Andreas Fuhrimann (Zürich) und Prof. Architekt Ludwig Wappner (München) an. Zudem war Vera Gerdes, Eternit Produkt- und Marketingmanagerin, Mitglied des Preisgerichts.

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