Baulinks -> Redaktion  || < älter 2021/1033 jünger > >>|  

20 Jahre Perlit-Ziegel


  

(6.7.2021) Das Patent mit der Nummer DE 198 07 040 C5, eingereicht am 19. Februar 2001, gab der Mauerwerksbranche einen ganz neuen Impuls: Durch die Füllung mit einem Wärme­dämm­stoff - konkret mit Perlit - wurde aus einem Standard-Poroton-Ziegelstein ein Wärmedämmziegel. Erfunden wurde der Perlit-Ziegel von Schlagmann Poroton, und Detail-Leser kürten ihn 2011 zum „bedeutendsten Baustoff der letzten 50 Jahre“ - siehe Beitrag „Poroton-Zie­gel mit Perlitfüllung gewinnt Detail-Baustoff-Wettbewerb“ vom 25.4.2011.

Zur Erinnerung: 1995 brachte die Einführung der 3. Wärmeschutzverordnung (WschV) den klassischen Ziegel an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit hinsichtlich seiner Wärmedämmeigenschaften. Der Vorgänger der Energieeinsparverordnung (EnEV) setzte auf eine deutliche Senkung der Gebäude-Energie­ver­bräuche, Hintergrund waren steigende Energiepreise.

Bestrebungen, die Wärmedämmwerte von Ziegelsteinen zu verbessern, gab es viele. Allerdings verschlechterten diese gleichzeitig die statischen Eigenschaften der Probanten. Dem Ziegel drohte deshalb die Degradierung zur reinen Tragwand als Basis für ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS). An diesem Punkt kam den Produktentwicklern bei Schlagmann Poroton die zündende Idee, die Dämmung im Ziegel unterzubringen, anstatt sie außen an die Ziegel zu kleben. So konnten die Dämmeigenschaften erhöht und gleichzeitig die statischen Werte des Ziegels beibehalten werden.

Mit dem Poroton-T9 kam dann 2001 erstmals ein Ziegel auf den Markt, der mit einem robusten Ziegelgerüst und massiven Stegen alle statischen Anforderungen gleichzeitig mit verschärften Dämmwerten erfüllen konnte. Wände aus diesen Ziegeln können so massiv monolithisch, also ohne WDV-System erstellt werden. Daneben fand man mit Perlit einen ökologischen Dämmstoff natürlichen Ursprungs, der aus vulkanischem Gestein entsteht. Bis heute lassen sich mit perlitgefüllten Poroton-Ziegeln Energiesparhäuser nach den verschiedensten Anforderungen bauen.

Die Entwicklung ging/geht weiter

In den folgenden Jahren wurde die Tragfähigkeit der Perlit-Ziegel immer weiter verstärkt, um auch im Objektbau rein monolithisch bauen zu können - siehe u.a. Beitrag „Poroton S9-P: Neuer gefüllter Ziegel für mehr als sechs Geschosse“ vom 19.9.2017. Heute sind Gebäude mit bis zu neun Vollgeschossen realisierbar - ideal für den Wohnungsbau. Zusätzlich kam mit der Poroton-WDF eine perlitgefüllte Fassadendämmung zur Sanierung von Bestandsbauten hinzu - siehe auch Beitrag „Premiere für Poroton-Wärmedämmfassade“ vom 21.1.2009.

Mit dem momentan „wärmsten“ Ziegel, dem Poroton T6,5, lassen sich ohne Klimmzüge KfW-40-Häuser bauen - siehe Beitrag „Schlagmanns neuer Energiesparmeister: Poro­ton-T6,5“ vom 7.10.2020.  Und seit 2019 sind die perlitgefüllten Ziegel klimaneutral, zertifiziert vom TÜV Nord - siehe auch „Premiere: Deutschlands erster klimaneutraler Ziegel heißt Poroton-T7“ vom 5.2.2019.

alle Fotos/Bilder © Schlagmann Poroton 

Darum Perlit!

„Perlit ist in der Summe aller Eigenschaften der beste Dämmstoff, den wir kennen,“ erklärt Johannes Edmüller die Entscheidung für den Dämmstoff. Perlit ist u.a. ein natürlicher Dämmstoff, frei von Schadstoffen und Ausdünstungen, leicht und nicht brennbar, wohngesund, ökologisch und wiederverwertbar. Doch die Forschung geht bei Schlagmann Poroton weiter, auch am Dämmstoff.

Auch andere Hersteller und Dämmstoffe

Darüber hinaus wird das Konzept auch von anderen Herstellern angewendet, die ihre Zie­gel- und Leichtbetonsteine mit Mineralgranulat, Mineralwolle, Holzfasern oder sogar Phenolharz füllen - siehe auch Magazin-Seite „Mauerwerk mit gefüllten Mauersteinen“.

Weitere Informationen zu Wärmedämmziegel können per E-Mail an Schlagmann angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

Impressum | Datenschutz © 1997-2021 ARCHmatic - Alfons Oebbeke (XING, linkedin)
ANZEIGE