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Mit Porotons Unterstützung: "Stadtbild und Energie"

(20.9.2009) "Energietechnische Optimierung, dauerhaftes Bauen und identitätsstiftende Stadträume sind Voraussetzungen für nachhaltige Stadtentwicklung. Die CO₂-Reduzierung und die Verbesserung der Energieeffizienz sind deshalb auch geknüpft an baukulturelle Fragestellungen, denen wir uns in ihrer Komplexität widmen müssen." Mit diesen Worten eröffnete Staatssekretär Prof. Engelbert Lütke Daldrup, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), die Auftaktveranstaltung zum neuen Forschungsprojekt "Stadtbild und Energie", das vom BMVBS und der Deutschen Poroton gefördert wird.


v.l.n.r.: Christian Göbel, Vorstand Deutsche Poroton, Franz-Peter Boden, Bausenator Hansestadt Lübeck, Michael Kaune, Prof. Christoph Mäckler, beide TU Dortmund , Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär BMVBS , Michael Hermann, Leiter des Amtes Hochbau und Gebäudeservice Stadt Regensburg , Prof. Dr. Wolfgang Sonne, TU Dortmund, und Prof. Dr. Gerd Weiß, Vorsitzender der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger der Bundesrepublik Deutschland (Bild vergrößern)

Im Beisein namhafter Architekten, Experten der Bau- und Wohnungswirtschaft, Wissenschaftler sowie Medienvertreter erläuterte Prof. Christoph Mäckler, Deutsches Institut für Stadtbaukunst an der TU Dortmund, dass eine energetische Gebäudeoptimierung nicht zu Lasten identitätsstiftender Architektur und Quartiersbildung gehen darf: "Die heute gängige Methode, vorhandene Bausubstanz und Neubauten mit ölbasierten Dämmschichten einzupacken, überzeugt ökologisch, bautechnisch, ästhetisch, wirtschaftlich, sozial und politisch nicht immer und überall. Von Stadtbaukunst kann an vielen Orten im Zuge der Gebäudesanierung keine Rede mehr sein. Zudem ist der integrative Ansatz von Städteplanung nahezu verloren gegangen." Prof. Wolfgang Sonne vom gleichen Dortmunder Institut spitzte zu: "Bauen ist ein Kulturgut, doch im Rahmen der Maßnahmen zur Energieeinsparverordnung erreichen wir zu häufig nur eine Ortlosigkeit!"

An historischem Platz, in der Schinkelschen Bauakademie in Berlin, unterstrich Christian Göbel, Vorstand der Deutschen Poroton und Geschäftsführer Wienerberger Deutschland: "Es ist daher notwendig, die energietechnische Leistung der Wand im Zusammenhang mit Stadtraum bildenden Qualitäten und der Nachhaltigkeit wieder wertzuschätzen. Die Wärmespeicherfähigkeit der mineralischen Wand emanzipiert auch Altbauten, die keinen Denkmalstatus haben, und in der Mehrzahl doch das Gesicht unserer Städte ausmachen. In Italien beispielsweise erfährt deshalb die massive Wand eine Förderung bei Bauentscheidungen, da sie den Einsatz von ökologischer Klimatechnik minimiert. Kommunal- und Wohnungswirtschaft brauchen bei uns in dieser Hinsicht Hilfestellungen für Neubau und Sanierung."

Deshalb, so waren sich die Fachleute einig, bedarf es eines Leitfadens für verschiedene Gebäudetypologien und Regionen, um zu sinnvollen städtebaulichen und gleichzeitig klimaschonenden Lösungen zu kommen. Vertreter aus Lübeck und Regensburg erläuterten Erfahrungen und praktische Vorgehensweisen, um wertvolle Bausubstanz energetisch "aufzurüsten" - ohne in den Stadtbildcharakter einzugreifen.

Im Rahmen des vierjährigen Forschungsprojektes werden ausgewählte Fallbeispiele unterschiedlicher Bauweisen untersucht und über einen gewissen Zeitraum gemessen - vom mittelalterlichen Stadtkern bis zum Bürogebäude der 1960er Jahre. Lösungsstrategien fließen ein in einen Leitfaden für Architekten, Bau- und Wohnungswirtschaft, der von einem integrativen Ansatz geprägt ist. In Dortmund sei zudem der Bau von zwei Musterhäusern geplant. Wohnungsbaugesellschaften oder Kommunen, die sich am Projekt beteiligen möchten, können sich an das Institut der TU Dortmund wenden. Die in Berlin anwesenden Experten begrüßten einhellig das Projekt. Es werden dringend notwendige Impulse und Weichenstellungen für zukunftsfähige Stadtentwicklungen erwartet, die sich nicht nur ökonomisch und sozial auszahlen werden.

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