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1, 3, 5, 50 aus 150: Die „besten Einfamilienhäuser 2017“

Einfamilienhochhaus Atelierhaus ELLI
Erster Preis: Holzer Kobler Architekturen GmbH für das Projekt Einfamilienhochhaus Atelierhaus ELLI (Bild vergrößern)
  

(4.10.2017) Es ist nicht die Baukultur, die die Menschheit medial gerade beschäftigt, sondern das Thema Wohnen - und damit die ureigenste Aufgabe der „architectura“: der Schutz von Leib und Leben sowie von Hab und Gut. Laut einer McKinsey-Studie werden sich 2025 1,6 Mrd. Menschen mit den Kosten für akzeptablen Wohnraum, für den in der Regel ein Budget von 30% des Einkommens zur Verfügung steht, finanziell übernehmen oder inakzeptable Wohnverhältnisse hinnehmen müssen.

Ist es vor diesem ernsten Hintergrund nicht unangemessen, 50 Häuser aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol als Häuser des Jahres 2017 zu küren? Sie alle haben nichts mit Wohnungssuche, -not und -mangel zu tun. Einfamilienhäuser können a priori kaum zur Lösung der globalen Wohnkrise beitragen.

Andererseits sollte es beim Bauen nicht nur um Quantität gehen, sondern auch um Qualität. Und dafür sind die Häuser des Jahres nun einmal die besten Vorbilder. „Gelungene Architektur“, hat David Chipperfield vor einiger Zeit dem SZ-Magazin in einem Interview verraten, „bringt das Beste in uns zum Vorschein: Offenheit, Großzügigkeit, Sanftmut, Ruhe, Harmonie, Freundlichkeit. Umgekehrt kann ein Raum einen Kriechstrom aus Einsamkeit und Sinnlosigkeit in uns erzeugen.“ Er meinte zudem: „Nicht schlechter Geschmack ruiniert die Welt, sondern Architekten, die vergessen haben, dass sie als Berufsanfänger die Welt zu einem besseren Ort machen wollten. Ein Gebäude zu entwerfen ist kinderleicht und kostet nicht viel Zeit, eigentlich kann das jeder. Die Herausforderung beginnt, wenn Sie an die Menschen denken, die in diesem Gebäude leben sollen.“

Fakten zum diesjährigen Wettbewerb

Zum siebten Mal lobte der Callwey Verlag in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Architektur Museum (DAM) und der Unterstützung des InformationsZentrums Beton sowie  von Hofquartier den Wettbewerb „Häuser des Jahres - die besten Einfamilienhäuser“ aus. Die Jury erkor im Februar 2017 aus über 150 Einreichungen 50 Projekte und benannte aus diesen ...

  • einen Preisträger,
  • drei Auszeichnungen und
  • fünf Anerkennungen.

Erster Preis geht 2017 nach Zürich

Den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis gewann die Holzer Kobler Architekturen GmbH aus Zürich für das Projekt Einfamilienhochhaus Atelierhaus ELLI in Zürich (siehe Google-Street-View bzw. Google-Maps).


Foto © Holzer Kobler Architekturen GmbH / Callwey Verlag

Besonders die Mission des kostengünstigen Bauens und das gleichzeitige Konzept für innerstädtische Nachverdichtung hat die Jury begeistert und gibt eine überzeugende Antwort auf die heute drängendsten Fragen. Sowohl der ein Raum breite Wohnbau als auch das Atelier, das doppelgeschossig organisiert unter dem Hinterhof untergebracht wurde, sind jeweils für sich gesehen gelungene Maßnahmen zur innerstädtischen Nachverdichtung. Besonders geschickt aber ist deren Zusammenschaltbarkeit, die sogar den angrenzenden Altbau mit einbezieht, in dem sich die kleinen Räume des Wohnhauses mit den großzügigen, stützenfreien des Ateliers kombinieren lassen. So ergibt sich eine hohe Nutzungsflexibilität.

Vorgefertigte Betonelemente bilden die Hülle des Gebäudes und prägen dessen architektonischen Ausdruck, der aus dem Anspruch der Kostenreduzierung entwickelt wurde. Das Bild vom „Wohnen im Rohbau“ wird mit wohldurchdachten Details ergänzt, die mit einer kraftvollen Palette an Farbtönen zusammen Akzente im Inneren setzen. Dies führt zu einer klaren Aussage, die das Rohe, Provisorische in ein wohnliches, von zeitloser Eleganz geprägtes Gebäude verwandelt.

Die Auszeichnungen gingen an ...

  • studioRAUCH, München, für das Haus „Fenster zum See“ in Hechendorf/Seefeld
  • Architekt Pavol Mikolajcak, Bozen (I), für das Haus „Zwei, drei, eins“ in Villanders
  • Architektur & Baumanagement/ Baumeister DI Jürgen Haller, Mellau (AUT), für das Gebäude „Haus, Halle und Hof“ in Dellmensingen

Die Anerkennungen gingen an ...

  • LP architektur ZT GmbH, Altenmarkt im Pongau (AUT), für das Haus „Bücherstadel“ in Embach
  • Bfs d flachsbarth schultz, Berlin, für das Projekt „Gartenhaus“ in Berlin-Zeh­len­dorf
  • Architekt bernardo bader zt gmbh, Dornbirn (AUT), für sein Objekt „Archetypus“ in Laterns
  • EBERLE ARCHITEKTEN BDA, Augsburg, für das Haus „Längsgestreift“ in Mering
  • Reuter Raeber Architekten, Basel (CH), für das Objekt „Gebauter Dualismus) in Riehen

Das Buch zum Wettbewerb präsentiert diese 50 der besten Häuser - mit zahlreichen Fotos, Lage- und Architektenplänen und aussagekräftigen Projektbeschreibungen aus der Feder der Architekturjournalistin Katharina Matzig. Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums und Jury-Vorsitzender verfasste die Einleitung.

Die bibliographischen Angaben zum Buch:

  • Häuser des Jahres - Die besten Einfamilienhäuser 2017
  • von Peter Cachola Schmal / Katharina Matzuig
  • 2017. 272 Seiten, 466 farbige Abbildungen und Pläne, 23 x 29,7 cm, gebunden
  • ISBN 978-3-7667-2278-2
  • erhältlich u.a. bei Weltbild und Amazon

Alle 50 Arbeiten präsentiert das Deutsche Architektur Museum (Frankfurt am Main) vom 29. September bis 26. November 2017 in einer Ausstellung.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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