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BBSR-Hintergrundpapier: „Hitze und Starkregen - Wie sich Städte anpassen können“


  

(23.8.2020) Auch Deutschland kämpft immer mehr mit den Folgen des Klimawandels: Höhere Temperaturen, längere und intensivere Trockenperioden, feuchtere Winter und häufigere Wetterextreme wirken sich zunehmend auf die Kommunen aus. Ein Hintergrundpapier des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt, wie sie mit der Hitze umgehen und die Infrastruktur schützen können.

Städte heizen sich im Sommer stärker auf als das Umland und sind zudem aufgrund der dichten Bebauung anfälliger für Sturzfluten. Um Hitze zu reduzieren, müssen die Kommunen Parks, Gärten und kleinere Grünanlagen sichern und ausbauen. Denn bekannterweise kühlen Grün- und Freiflächen in der Nacht sehr viel stärker ab als dicht bebaute Bereiche. Auch freie Flächen außerhalb der Stadt sind schützenswert: Kühlere Luft gelangt von hier ins Standinnere. Überdies senken verschattete Plätze und Wege die Temperaturen.

wassersensible Stadtplanung: Schwammstadt

Bäume und Sträucher, die wenig Wasser benötigen, überstehen auch längere sommerliche Trockenperioden gut. Begrünte Dächer und Fassaden mildern Temperaturspitzen ab. Ein Schlüssel für kühlere Temperaturen sind auch helle Oberflächenmaterialien für Plätze, Wege und Straßen, Fassaden und Dächer. Sie reflektieren das Sonnenlicht und heizen sich nicht so stark auf.

Stadtgrün mindert nicht nur Hitze, sondern unterstützt auch die Vorsorge gegen Starkregen. Grüne Oasen sorgen dafür, dass große Regenmengen versickern können. Kommunen fördern diesen Effekt, wenn sie befestigte Flächen wie Zufahrten, Parkplätze, Gehwege oder Höfe entsiegeln - sie also wieder wasserdurchlässig machen.

Eine wassersensible Stadtplanung orientiert sich am Prinzip der Schwammstadt: Wie bei einem Schwamm wird das Regenwasser in möglichst vielen Bereichen zurückgehalten und erst schrittweise an den Boden, die Kanalisation oder Gewässer abgegeben. Dies erfolgt beispielsweise über natürliche und künstlich angelegte Speicher wie Mulden, Rigolen oder bepflanzte Dächer. Hierdurch kann mehr Wasser verdunsten und zur Kühlung der Städte beitragen. Gleichzeitig wird die Neubildung von Grundwasser gefördert, die Kanalisation entlastet und das Risiko von Überflutungen reduziert.

Risikokarten helfen Kommunen dabei, solche Anpassungen zu planen. Die hoch aufgelösten Karten markieren Bereiche in der Stadt, die sich im Sommer besonders stark aufheizen oder starken Überflutungsrisiken ausgesetzt sind.

„Die Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist eine Querschnittsaufgabe für die Städte. Viele Ämter beteiligen sich daran. Es gibt aber noch große Potenziale, um die Städte robuster gegenüber Klimarisiken zu machen“, sagt BBSR-Experte Fabian Dosch. „Stadtgrün mindert die Hitze und die Folgen von Starkregen – und macht unsere Städte schöner, gesünder und damit noch lebenswerter.“

Das Hintergrundpapier ist via bbsr.bund.de > Veröffentlichungen downloadbar (direkter PDF-Download).

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