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Variotec stellt neues Passivhauskonzept "Hybrid 2050 technologies" vor

(11.5.2011) Variotecs neues Passivhauskonzept "Hybrid 2050 technologies" will die Stärken der Holz- und der Massivbauweise miteinander kombinieren. Der Neumarkter Spezialist für Vakuumdämmung sowie Passivhausfenster und -türen kooperiert dazu mit der Finnforest Merk GmbH, der Rudolph Baustoffwerk GmbH sowie dem Institut IEM.


Exakt nach Plan montieren die Handwerker die QASA-Dämmelemente auf der hölzernen Außenwand. Der Bau des Hybrid-Passivhaus-Prototyps läuft derzeit in Stegen bei Freiburg. (Bild vergrößern)

Seitdem Schlagwörter wie "Klimawandel" und "CO₂-Reduktion" die Medien dominieren, ist auch das Interesse der Bauherren an energiesparenden Bauweisen gestiegen. Zwar gibt es Passivhäuser, also Gebäude mit einem umgerechneten jährlichen Heizölbedarf von 1,5 l/m², bereits seit Anfang der 1990er Jahre. Dennoch fristen die Vorzeige-Energiesparer unter den Neubauten eher ein Nischendasein. Zum einen war der Passivhausstandard in Deutschland bislang keine Pflicht und Bauherren mussten dafür höhere Baukosten in Kauf nehmen. Zum anderen bescherten unausgegorene Haustechnik- und Verschattungskonzepte sowie zu leichte Konstruktionen in Kombination mit zu großen Dämmstärken den Bewohnern im Sommer möglicherweise überhitzte Gebäude. Außerdem mussten Architekten jedes Gebäude von Grund auf als teures Einzelstück planen. Gleichwohl soll den Ankündigungen des Bundesbauministeriums zufolge der Passivhausstandard in Deutschland ab 2015 verpflichtend eingeführt werden.

"Um die Kosten für Passivhäuser niedrig zu halten, sollten nur die jeweils technisch besten und wirtschaftlich sinnvollsten Komponenten eingesetzt werden. Zudem liegt der Schlüssel für kostensparendes, energieeffizientes Bauen im Systemdenken und der Fertigteilbauweise", erklärt Dipl.-Ing. (FH) Architekt Martin Forstner. Dieser Grundgedanke stand auch Pate bei der Entwicklung des neuen Passivhauskonzepts "Hybrid 2050 technologies", das der Neumarkter Passivhausexperte und Leiter des Instituts für energieeffiziente Modularbauweise (IEM) während der BAU 2011 in München vorstellte. Forstner entwickelt bereits seit über 10 Jahren zusammen mit Variotec energiesparende Bauteile. An seinem Reißbrett entstand auch das erste vakuumgedämmte Nullheizenergiehaus in Voggenthal - siehe u.a. auch Beitrag "Prima Klima im vakuumgedämmten Passivhaus durch passive Kühlung" vom 26.6.2009. "In meiner 25-jährigen Tätigkeit als Architekt habe ich viele Bausysteme eingesetzt, jedes mit individuellen Stärken und Schwächen. "Hybrid 2050 technologies" vereint erstmals die besten Fertigteile aus dem Massivbau- und dem Holzbaubereich in einem System", erläutert Forstner die Idee.

Das statische Tragwerk besteht aus massiven, lastabtragenden Betonwänden und Beton-Klimadecken sowie einer selbsttragenden Holzbauhülle.


Blick auf die Oberseite der vorgefertigten Klimadecken. Sie haben bereits sämtliche Rohrleitungen für die Haustechnik integriert. Hier fehlt nur noch der Ortbeton. (Bild vergrößern)

Raumluft-Heizung-Akustik-Decke von Rudolph

Als Deckenlösung kommt die "Rudolph Audiotherm-Decke" zum Einsatz. Das armierte Beton-Halbfertigteil mit ...

  • einer Spannweite von bis zu 16m,
  • einer Schallabsorption von bis zu 70%,
  • einer Heizleistung von bis zu 83 Watt und
  • einer Kühlleistung von bis zu 74 Watt

... verfügt bereits über alle haustechnischen Leitungen für Heizung, Kühlung, Be- und Entlüftung, Sanitär und Elektrotechnik. Die Decke als Heiz- und Kühlfläche betrachtet der Architekt als beste Form der Wärmestrahlungsübertragung, da sie die größtmögliche auf den Raum bezogene freie Fläche bietet.

Vakuumgedämmte Holzbausystem-Außenwand mit hinterlüfteter Fassade

In der Außenwand kommt das schlanke Holzbausystem "Kerto in Leno" zum Einsatz. Die aus kreuzweise verleimten Fichtenlamellen hergestellten Bauteile mit der luftdichten Mittellage aus "Kerto-Furnierschichtholz" lassen sich dabei geschossübergreifend produzieren und Ausfräsungen für Fenster und Türen ab Werk integrieren. "Kombiniert mit der Vakuumdämmung QASA von Variotec können wir damit extrem dünne Wandstärken von bis zu 18 cm inkl. Fassadenbekleidung realisieren, die dem Bauherrn gerade bei teuren innerstädtischen Grundstücken bares Geld sparen. Bei Projekten ab 500 m² Nutzfläche im mehrgeschossigen Wohnungsbau kann keine andere Bauweise wirtschaftlich mit unserem Hybrid-Konzept mithalten." In der Fassade sind dem Gestaltungsspielraum ebenfalls keine Grenzen gesetzt. "Wir setzen ein innovatives, wärmebrückenfreies Ankersystem ein, mit dem Handwerker jede hinterlüftete Fassade auf der vakuumgedämmten Holzwand befestigen können, egal ob Stein-, Metall-, Holzfaserzement oder hinterlüftete Putzfassade", schwärmt der Architekt. "Der Großteil der Details für unser Hybridpassivhaus in Kombination mit der Vakuumdämmung ist entwickelt und liegt in Form des Katalogs "QASA Kompendium" vor. Im Bereich der Vakuumdämmung kenne ich übrigens keinen Hersteller, der so viel Erfahrung in der Bauumsetzung hat wie Variotec."

Passivhaus-Hybrid-Fenster mit allem Drum und Dran

Bei den Fenstern und Türen kommt neben der Hebe-Schiebetür "Thermosafe HS" auch das Passivhausfenster "Alterna Vallo" zum Einsatz. Es kombiniert Wärme-, Kälte-, Schall- und Einbruchschutz, Verschattung und Lichtlenkung in einem System. Das mit UW-Werten ab 0,60 W/m²K ausgestatte Fenster bietet Variotec in vier Ausführungen, auch als Holz-Alu-Variante, an - siehe Beitrag "Neues Passivhaus-Hybrid-Fenster vereint viele Schutzfunktionen" vom 31.1.2011.

Heizung wahlweise, Kühlung per Kühlzisterne

Bei der Wahl der Heizquelle setzt Forstner auf das für das jeweilige Projekt beste System - von Gasheizungen über Blockheizkraftwärme bis hin zur Solarenergie. Die Kühlung jedoch stellt er über die Klimadecken sicher, wobei eine spezielle Regenwasser-Kühlzisterne (System Terra Cool) die Kühlenergie erzeugt, die das Gebäude im Sommer angenehm temperiert. Das CO₂-neutrale, passive Kühlungssystem benötigt nur für die Umwälzpumpe Energie. Um die optimale Haustechnik-Kombination zu finden, die auch das tatsächliche spätere Nutzerverhalten widerspiegelt, entwickelt der Architekt zusammen mit den Kooperationspartnern und Studenten der Ohm-Hochschule Nürnberg ein neues Bemessungsprogramm für die Planer.

Praxistest für "Hybrid 2050 technologies"

In Stegen bei Freiburg entsteht derzeit ein neues Reihenmittelhaus mit 250 m² Fläche auf einem nur 200 m² großen Grundstück. Es dient als Prototyp und beherbergt alle Komponenten der Kooperationspartner. Weitere Gebäude im Wohn- und Nichtwohngebäudebereich seien in Planung und sollen 2011 umgesetzt werden.

Weitere Informationen zum Passivhauskonzept "Hybrid 2050 technologies" können per E-Mail an Variotec angefordert werden.

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