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Eberhard Schöck 86-jährig gestorben

(24.1.2022) Am 19.1.2022 ist Eberhard Schöck, Bauingenieur und Gründer der Schöck AG in Baden-Baden, im Alter von 86 Jahren gestorben. Angetrieben von der Vision, das Bauen moderner zu machen, und dem Mut, Dinge neu zu denken, hat Herr Schöck die Branche mit maßgeblichen Erfindungen wie etwa dem Isokorb nachhaltig verändert. Aus dem 1962 gegründeten Schöck Bautrupp entwickelte er die Schöck Bauteile GmbH, den heute führenden Anbieter von tragenden Wärmedämmelementen und Trittschalllösungen.

Eberhard Schöck, Gründer der Schöck AG (Foto © Schöck AG) 

„Man darf nie beim Alten stehen bleiben. Um erfolgreich zu sein, muss man ganz neue Dinge entwickeln oder bestehende Dinge verbessern.“ Dieser Leitspruch bestimmte das Leben und Werk von Eberhard Schöck. Nach Abschluss des Bauingenieur-Studiums legte er mit dem Schöck Bautrupp den Grundstein für eine erfolgreiche Unternehmensgeschichte. Heute beliefert die Schöck Gruppe Kunden in über 40 Märkten und beschäftigt mehr als 1.100 Mitarbeiter. Herr Schöck blieb seinem Unternehmen auch nach Beendigung der Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender im Juli 2003 bis zum Schluss eng verbunden.

Durchbruch und Marktrevolution mit dem Isokorb


Eberhard Schöck Anfang der 1980er Jahre bei der Präsentation seines tragenden Wärmedämmelements Schöck Isokorb.
  

Eberhard Schöck zog mit ungewöhnlichen Neuentwicklungen wie Kellerfenstern in Styroporschalung oder Europas erstem glasfaserverstärkten Polyesterlichtschacht in Eiform schon früh die Aufmerksamkeit auf sich. 1983 gelang ihm der Durchbruch mit dem Isokorb, der den Markt umkrempelte: Als Teil der Wärmedämmung reduziert er Wärmebrücken an auskragenden Bauteilen wie beispielsweise an Balkonen, Attiken oder Vordächern (Bild rechts). Kurz darauf präsentierte das Unternehmen die  Tronsole, ein richtungsweisendes Produkt für effektiven Trittschallschutz in Treppenhäusern. Die Idee dazu ging ebenfalls auf den Firmengründer zurück. Beide Innovationen wurden zum Patent angemeldet.

Soziales und gesellschaftliches Engagement

Als Arbeitgeber lag ihm das Wohl seiner Mitarbeiter am Herzen. Früh schon führte er für die Betriebsangehörigen eine Sozialkasse und die Beteiligung am Unternehmenserfolg ein. Mit Gründung der Eberhard-Schöck-Stiftung 1992, deren Auf- und weiteren Ausbau er aktiv vorantrieb, übernahm er auch gesellschaftlich Verantwortung und setzte sich für die Verständigung und die Aussöhnung mit den Ländern Osteuropas ein: Unter dem Motto „Wandel durch Ausbildung“ fördert seine Stiftung das Bauhandwerk in Mittel- und Osteuropa durch Modellprojekte und Qualifizierungs- sowie Austauschprogramme. Weitere Aktivitäten folgten, wie die Vergabe des „Schöck Bau-Innova­tions­preises“ oder des „Nachwuchspreises Betonbauteile“ sowie die Unterstützung von Förderangeboten im kulturellen oder studentischen Bereich.

Auf Initiative seiner Ehefrau Sabine Schöck, mit der er seit 1961 verheiratet war, wurde darüber hinaus 2012 die Schöck-Familien-Stiftung gegründet. Diese engagiert sich unter dem Motto „Zukunft durch Bildung“ für benachteiligte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Indien, Nepal, den Ländern Afrikas und Deutschland sowie in diversen Förder- und Sozialprojekten in Baden-Württemberg.

Auszeichnungen

Eberhard Schöck wurde mehrfach für sein Wirken als Erfinder und Innovator wie auch als Unternehmer ausgezeichnet: Das Land Baden-Württemberg ehrte ihn 2009 mit der Wirtschaftsmedaille und 2018 mit der Staufermedaille in Silber für sein Lebenswerk. 2020 wurde er für seine Erfindung des Isokorb als „Nachhaltigste Innovationsleistung“ für die Rudolf-Diesel-Medaille nominiert. Mit dem „Erfinder-Oscar“, Europas ältestem Innovationspreis, werden jährlich Unternehmerpersönlichkeiten und Unternehmen für ihren Erfindergeist und ihre Fähigkeit, Ideen erfolgreich unternehmerisch umzusetzen, ausgezeichnet.

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