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Flachglasbranche rechnet 2017 mit leichten Mengenzuwächsen

(18.6.2017) Laut einer aktuellen Studie, die im Auftrag des Bundesverbandes Flachglas (BF) von der B+L Marktdaten GmbH erstellt wurde, stieg der Umsatz der Flachglasbranche 2016 gegenüber 2015 leicht um 2,1% von 2,51 Mrd. Euro auf circa 2,56 Mrd. Euro. Für 2017 rechnet die Branche mit einem gleichbleibenden Umsatz. „Trotz florierender Baukonjunktur kommen Steigerungen damit kaum bei den deutschen Herstellern an“, so BF-Hauptgeschäftsführer Jochen Grönegräs. Die Branche stellt Float-, Guss-, Sicherheits- sowie Isolierglas für den Bau her und beschäftigt ca. 26.000 Mitarbeiter.


Ergebnisübersicht 2013-2016 mit Umsatz der Einzelbereiche sowie Prognose 2017.
Quelle © B+L Marktdaten GmbH / BF

Die von den Unternehmen der Flachglasbranche hergestellten Produkte entwickelten sich etwas uneinheitlich:

  • So stieg der Absatz des Basisproduktes Floatglas, aus dem die anwendungsfertigen Glaserzeugnisse durch weitere Verarbeitungsschritte gefertigt werden, 2015 von rund 133,1 Mio. m² auf rund 133,8 Mio. m² 2016 - das entspricht einem Plus von rund 0,5%. Für 2017 wird hier mit einer weiteren Steigerung von rund 1,2% auf rund 135,3 Mio. m² gerechnet. Der Umsatz von Floatglas legte von 2015 auf 2016 von 605 Mio. Euro auf rund 610 Mio. Euro zu (+0,7%).
  • Bei Gussglas ging der Absatz 2016 von rund 8,3 Mio. m² auf rund 7,8 Mio. m² zurück (-4,8%). Der Umsatz lag 2016 bei rund 60 Mio. Euro (-5,4%).

Leicht bessere Aussichten bei beschichtetem Glas

Der Absatz von beschichtetem Glas, wie es in den heutigen hochwertigen Isoliergläsern zum Einsatz kommt, stieg 2016 von rund 42,1 Mio. m² auf rund 42,7 Mio. m² (+1,4%). Für 2017 wird mit einer weiteren leichten Steigerung von geschätzt 1,7% auf rund 43,4 Mio. m² gerechnet. Die Produktion stieg leicht - von rund 46,7 Mio. m² 2015 auf rund 47,4 Mio. m² 2015. Beim Umsatz konnte beschichtetes Glas von 291 Mio. Euro 2015 auf rund 296 Mio. Euro zulegen (+1,6%). Gut 16,3% des beschichteten Glases waren 2016 als Sonnenschutzglas ausgeführt. Der Rest waren überwiegend Beschichtungen, die helfen, die Wärmedämmung von Isolierglas zu verbessern. Andere Beschichtungen, darunter auch solche zur Selbstreinigung, machten lediglich 2,3% aus.

Sicherheitsglasarten entwickeln sich unterschiedlich

Leichte Rückgänge musste 2016 der Bereich Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) verkraften - von rund 17,8 Mio. m² auf ca. 17,6 Mio. m² (-0,9%). Für 2017 erwartet der Verband wieder eine leichte Erholung von gut 0,8% bzw. eine Absatzsteigerung auf rund 17,7 Mio. m². Die Produktion von ESG stieg bereits 2016 - von rund 15,4 Mio. m² auf rund 15,6 Mio. m² (+1,6%). Auch die Umsätze stiegen leicht von rund 210 Mio. Euro auf gerundet knapp über 210 Mio. Euro (+0,4%).

Verbund-Sicherheitsglas (VSG) entwickelte sich dagegen insgesamt weiter positiv: Der Absatz stieg von rund 15,5 Mio. m² auf rund 15,8 Mio. m² (+2%). Die Prognose für 2017: Plus 2,1% auf rund 16,1 Mio. m². Auch die VSG-Produktion stieg: von rund 16,8 Mio. m² auf rund 17,4 Mio. m² (+3,1%). Der positiven Mengenentwicklung standen entsprechende Zuwächse beim Umsatz gegenüber: Sie stiegen von 213 Mio. Euro auf rund 221 Mio. Euro (+3,9%). „Treiber der Entwicklung beim Sicherheitsglas ist unter anderem die Förderung für einbruchhemmende Fenster“, erklärt Grönegräs. „Die Anforderungen an ESG werden bauaufsichtlich gerade neu geordnet, und wir kämpfen dafür, dass es auch in Zukunft noch bei Fassaden verwendet werden kann. Im Innenausbau hat es ohnehin seinen Markt gefunden.“

Isolierglas wächst wieder leicht

Weiter gut im Rennen liegt auch das Isolierglas. 2015 konnten 26,3 Mio. m² abgesetzt werden, 2016 waren es rund 26,5 Mio. m² – nach Rückgängen in den Vorjahren wieder ein leichtes Plus von rund 1,1%. Für 2017 wird in diesem Bereich mit einer Zunahme von rund 1,5% auf rund 26,9 Mio. m² gerechnet. „Die Importquote bei Isolierglas liegt immer noch bei lediglich ca. 2%. Aber bei Fenstern - die komplett mit Glas nach Deutschland kommen - wächst der Importdruck weiter“, bekräftigt Grönegräs.

Auf der Produktionsseite gab es einen leichten Zuwachs von 1,4% von rund 29,3 Mio. m² auf rund 29,7 Mio. m² im Jahr 2016. Für 2017 wird auch hier wieder mit einem Plus gerechnet - und zwar in Höhe von rund 1,6%. Der Anteil an modernen Dreischeiben-Gläsern am Isolierglas stieg nur noch leicht auf jetzt gut 59%. Mit „Warmer Kante“, dem hochwertigen Randverbund zur Verbesserung der Wärmedämmung, waren 2016 62,7% der verkauften Isoliergläser ausgerüstet (2015: 62,2%).

Im- und Exporte stiegen überwiegend

In den Bereichen Beschichtetes Glas, ESG, VSG und Isolierglas stiegen die Im- und Exporte. Der Export von beschichtetem Glas stieg um 2,5%, bei ESG schlagen plus 4% zu Buche, VSG wurde 1,2% mehr ausgeführt und bei Isolierglas stiegen die Exporte von 2015 auf 2016 um rund 4,5%. Mehr importiert wurden beschichtetes Glas (+5%) und Isolierglas (+9%). Etwas weniger importiert wurden VSG (-2,1%) sowie ESG (-2,1%).

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