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ZDB erwartet für 2019 Umsatzwachstum von 8,7%

(17.9.2019) Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) bewertet die Lage der Baubranche weiterhin positiv. ZDB-Präsident Reinhard Quast erwartet derzeit für 2019 ein Umsatzwachstum von 8,7 % auf 137,5 Mrd. Euro, und für 2020 ein Umsatzplus von 5% auf 145 Mrd. Euro. Des Weiteren geht der Verband von einem Anstieg der Beschäftigten auf 855.000 aus; das wären 20% mehr als 2009.

Wohnungsbau

Bis zum Juni 2019 wurden für ca. 142.400 Wohnungen Neubaugenehmigungen im Wohnungsbau erteilt. Das waren ca. 4.500 Wohnungen weniger als vor Jahresfrist, davon gehen ca. 2.700 Wohneinheiten zulasten des Mehrfamilienhausbaus. Im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser waren es bis Juni nur ca. 550 Wohneinheiten weniger als vor Jahresfrist - siehe auch Beitrag „Grad mal noch Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser auf Vorjahresniveau“ vom 15.8.2019.

Dennoch erwartet der größte Branchenverband der Bauwirtschaft für den Umsatz im Wohnungsbau ein Plus von 9% auf 50,9 Mrd. Euro. „Wir gehen davon aus, dass das Baukindergeld in den folgenden Monaten auch im Neubau Wirkung zeigt. Die KfW berichtet zum 30. Juni 2019 über rund 112.000 gestellte und knapp 56.000 bewilligte Anträge zum Baukindergeld. Bisher wurde es allerdings vorrangig für den Erwerb von Bestandswohnungen genutzt,“ erklärte Herr Quast. „Fehlendes Bauland und zu lange Planungs- und Genehmigungsprozesse verhindern einen höheren Output im Wohnungsbau. Trotzdem erwarten wir, dass in diesem Jahr 297.000 neue Wohnungen fertig gestellt werden.“

Wirtschaftsbau

Insgesamt ergibt sich für den Wirtschaftsbau in 2019 ein ambivalentes Bild. Während der Frühindikator „Baugenehmigungen“ bereits auf eine eingebremste Investitionsneigung hindeutet, werden aktuell die Aufträge noch ausgeweitet. Insbesondere der Dienstleistungsbereich floriert und beauftragt einen Großteil der Bauinvestitionen der gewerblichen Wirtschaft.

Vor diesem Hintergrund erwartet das Baugewerbe bis zum dritten Quartal 2019 eine positive Umsatzentwicklung. Im vierten Quartal wird mit einem Tempoverlust gerechnet. „Das heißt, dass wir von einem Umsatzwachstum von 7,5 % auf 48,6 Mrd. Euro ausgehen,“ so der ZDB-Präsident. 

Foto © baulinks/AO

Öffentlicher Bau

„Die öffentliche Hand investiert wieder. Das merken unsere Firmen landauf landab. Daher gehen wir davon aus, dass der Umsatz im öffentlichen Bau um 10 Prozent auf 38 Mrd. Euro steigen wird. Getragen wird diese Entwicklung maßgeblich vom Tiefbau, dessen Umsatz wir bei 30,6 Mrd. Euro veranschlagen. Der Hochbau sollte die 7-Mrd.-Grenze überschreiten,“ erläutert Quast die Daten des Statistischen Bundesamtes zum öffentlichen Bau.

Insbesondere der Investitionshochlauf des Bundes, wonach die Investitionen in die Infrastruktur auf 17 Mrd. Euro steigen sollen, trägt zu dieser Entwicklung bei. Weiterhin Sorgen macht das Investitionsverhalten der Kommunen, denn 55% der öffentlichen Investitionen werden von den Kommunen ausgelöst. Ihnen gelingt es nicht, den Verschleiß ihrer öffentlichen Infrastruktur aufzuhalten und abzubauen.

Kapazitäten und Investitionen

„Die langanhaltende Investitionszurückhaltung der öffentlichen Hand hat zu einem immensen Investitionsstau geführt. Nun erwarten die Bauherren, dass Bauunternehmen ,mal eben‘ ihre Kapazitäten aufstocken, was sie zwar schon getan haben und in Zukunft auch weiter tun werden, wenn die Investitionen verstetigt werden," erklärte Quast. “Das gilt für die Investitionen in den Wohnungsbau wie auch in die öffentliche Infrastruktur gleichermaßen.“

Quast weiter: „Daher fordern wir, dass die AfA spätestens nach Ablauf der Sonder-AfA von zwei auf drei Prozent erhöht wird, was dem Wertverzehr einer Immobilie auch gerecht würde.“ Auch in den sozialen Wohnungsbau müsse mehr und dauerhaft investiert werden.

Quast zeigte sich erfreut über die Festlegung langfristiger Investitionen im Bereich der Schiene. Hier sollen bis 2029 insgesamt 51,4 Mrd. Euro bereitgestellt werden. „Das ist ein richtiges Signal. Das benötigen wir für die Investitionen in die Bundesfern- und Wasserstraßen ebenfalls.“ Im Hinblick auf die kommunalen Investitionen begrüßte Quast den Vorschlag des IW Köln, einen investiven „Deutschlandfonds“ mit 450 Mrd. Euro für die nächsten zehn Jahre aufzulegen, um den kommunalen Investitionsstau abzubauen. „Das wäre eine klare Perspektive für einen weiteren Ausbau unserer Kapazitäten,“ so Quast abschließend.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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