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Neuer WHO-Leitfaden für Hitzeaktionspläne vorgestellt

(11.06.2026) Zum bundesweiten Hitzeaktionstag am 11. Juni 2026 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO/Europa) in Berlin den neuen Leitfaden für Hitzeaktionspläne zum Schutz der Gesundheit vorgestellt.

Leitfaden: Hitzeaktionspläne zum Schutz der Gesundheit, 2. Ausgabe (WHO, Europe) 

Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Der Klimawandel ist überall auf der Welt zu spüren, auch hier bei uns in Deutschland und Europa. Neben Wetterextremen wie Dürren oder Starkregen ist es vor allem die Hitze, die vielen Menschen zu schaffen macht. Der Schutz vor Hitze ist auch eine soziale Frage. Denn wer keinen Garten oder Pool hat und in aufgeheizten Wohnungen in zubetonierten Stadtvierteln lebt, kann sich kaum gegen Hitze schützen. Was hilft, sind weniger CO₂-Emissionen und mehr Vorsorge in Stadt und Land: Stadtbäume, Parks, intakte Flüsse, Wälder und Moore kühlen die Luft spürbar ab und speichern zudem Wasser. Unter großen Bäumen ist es oft mehrere Grad kühler. Die Natur kann uns helfen gegen die Hitze, wenn wir sie lassen. Darum investiert diese Bundesregierung mehr als je zuvor in diese konkret spürbaren Maßnahmen gegen den Klimawandel.”

Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa: „Europa erwärmt sich schneller als jeder andere Kontinent – und wir bezahlen dafür mit Menschenleben. Allein in den letzten vier Jahren sind europaweit mehr als 200.000 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben. Das muss ein Ende haben. Hitze ist ein stiller Killer, aber kein unvermeidbarer. Der neue, evidenzbasierte Leitfaden der WHO, den wir heute vorstellen, gibt den Behörden einen klaren Fahrplan an die Hand, um Vorsorgesysteme aufzubauen, die Leben retten. Partner wie die Bundesregierung und das Land Berlin weisen bereits den Weg – sie zeigen, dass globale Standards, wenn sie auf allen Ebenen umgesetzt werden, zu lebensrettenden Maßnahmen vor Ort führen. Wir haben die Instrumente. Nun müssen wir sie nutzen.”

Europa ist stärker als viele andere Regionen von der Klimaerwärmung betroffen und hat mit häufigen Hitzewellen zu kämpfen. Die meisten vorzeitigen Todesfälle aufgrund von extremer Hitze gab es in Italien, gefolgt von Spanien, Deutschland und Griechenland, wobei in Griechenland die hitzeassoziierten Todesfälle bezogen auf 1 Mio. Einwohner am höchsten lagen. In Deutschland gab es laut Robert Koch Institut im Jahr 2025 insgesamt 2.500 Hitze-Tote.

WHO-Leitfaden mit 8 Kernelementen

Der neue WHO-Leitfaden für Hitzeaktionspläne zum Schutz der Gesundheit gibt staatlichen Behörden und anderen Akteuren anhand von 8 Kernelementen wissenschaftlich fundierte Empfehlungen, z.B. zur Verbesserung des lokalen Hitzewarnsystems oder der Risikokommunikation mit vulnerablen Gruppen. Maßnahmen und Entscheidungspunkte sollen einen effektiven Hitzeschutz sicherstellen. Der erste WHO-Leitfaden wurde im Jahr 2008 veröffentlicht und ist nun mit Blick auf aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und Praxis angepasst worden.

In Deutschland sind vor allem die Länder und Kommunen für den Hitzeschutz zuständig. So hat zum Beispiel der Berliner Senat im Jahr 2025 einen landesweiten Hitzeaktionsplan beschlossen. Darin enthalten sind 72 Maßnahmen, die den Hitzeschutz der Berliner Bevölkerung verbessern. Ein großer Baustein sind hierbei Kommunikationsmaßnahmen. Die Bevölkerung wird jeden Sommer über verschiedene analoge und digitale Medien informiert. Auf einem Hitzeschutzportal werden der Hitzeaktionsplan, eine Karte mit kühlen Orten in der Stadt sowie Verhaltenstipps und Kommunikationsmaterialien bereitgestellt. Darüber hinaus hat Berlin zur Stärkung des Hitzeschutzes von Patientinnen und Patienten seit Jahren ein Netzwerk aufgebaut, das viele verschiedene Institutionen des Berliner Gesundheits- und Pflegewesen umfasst.

Der Leitfaden „Hitzeaktionspläne zum Schutz der Gesundheit” steht unter who.int/europe/de/publications zum kostenfreien PDF-Download zur Verfügung.

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