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Aus der Praxis: Timmer-Schlauchheber erleichtert Verarbeitung schwerer Steinwolle-Dämmplatten

(03.11.2026) Die Vogelsang GmbH & Co. KG aus Sendenhorst-Albersloh hat die Verarbeitung von Steinwolle-Dämmplatten durch den Einsatz eines individuell konfigurierten Schlauchhebers von Timmer optimiert. Das System vom Typ heavyLift übernimmt das Handling bis zu 38 kg schwerer Dämmplatten beim Beschicken einer CNC-Schneidemaschine. Ein speziell entwickelter Greifer ermöglicht dabei die sichere Aufnahme des porösen Materials ohne direktes Ansaugen.

Der speziell entwickelte Greifer ermöglicht eine kraftsparende Handhabung. (Foto: Timmer GmbH) 

Individueller Zuschnitt von Gefälledämmungen für Flachdächer

Die Vogelsang GmbH & Co. KG ist seit 25 Jahren auf die Konfektionierung von Dachdämmstoffen spezialisiert. Das Unternehmen verarbeitet unter anderem expandiertes Polystyrol (EPS), Polyisocyanurat-Hartschaum (PIR) und Steinwolle. Ein Schwerpunkt liegt auf der Herstellung individuell geplanter Gefälledämmungen für Flachdächer. „Jedes Dach ist anders. Deshalb erstellen wir zunächst die passenden Pläne und schneiden die Dämmplatten anschließend auftragsbezogen zu”, erklärt Inhaber Matthias Vogelsang.

Mit der Einführung einer CNC-Schneidemaschine im Jahr 2025 ergaben sich neue Anforderungen an das Materialhandling. Während EPS- und PIR-Dämmplatten vergleichsweise leicht zu bewegen sind, erfordert die Verarbeitung von Steinwolle aufgrund ihres höheren Eigengewichts einen deutlich größeren Kraftaufwand. Die am häufigsten eingesetzten Steinwolle-Platten messen 1.200 × 1.000 mm bei einer Dicke von 200 mm. Ihr Gewicht beträgt rund 38 kg pro Stück. Im täglichen Fertigungsbetrieb müssen etwa 60 bis 100 dieser Platten bewegt werden. Nach der Anlieferung auf Paletten und dem Entfernen der Transportfolie werden die Dämmplatten einzeln auf die CNC-Schneidemaschine aufgelegt. Dort erfolgt der auftragsbezogene Zuschnitt zu Gefälledämmplatten. Zu Beginn wurde dieser Arbeitsschritt noch manuell ausgeführt.

Der individuell entwickelte Klemmgreifer nimmt die bis zu 38 kg schweren Steinwolle-Dämmplatten direkt vom Palettenstapel auf. (Foto: Timmer GmbH) 

Sondergreifer für poröse Steinwolle entwickelt

Auf der Fachmesse LogiMAT in Stuttgart suchte Matthias Vogelsang nach einer geeigneten Hebelösung. Eine herkömmliche Vakuumaufnahme durch direktes Ansaugen erwies sich aufgrund der porösen Materialstruktur der Steinwolle als ungeeignet. Der Hersteller Timmer aus Neuenkirchen entwickelte deshalb eine Sonderlösung auf Basis seines Schlauchhebers heavyLift. Anstelle einer direkten Vakuumansaugung wird das Material mit einem speziell konstruierten Greifer mechanisch geklemmt. Für die Entwicklung stellte Vogelsang dem Hersteller eine Materialprobe zur Verfügung. Dadurch konnte Timmer den Greifer unmittelbar an den Originaldämmplatten konstruieren und testen.

Die Konstruktion musste zwei Anforderungen erfüllen: die schweren Platten zuverlässig aufnehmen und gleichzeitig Beschädigungen des empfindlichen Dämmmaterials vermeiden. „Bei solchen Anwendungen geht es darum, den Prozess des Kunden genau zu verstehen und daraus eine optimale Lösung zu entwickeln”, erklärt Dirk Lütke-Bohmert, Verkaufsingenieur bei Timmer.Die Sonderkonstruktion ermöglicht es, die großformatigen Dämmplatten anzuheben, zu transportieren und präzise auf der Bearbeitungsfläche der CNC-Maschine abzulegen.

Der heavyLift-Schlauchheber mit Sondergreifer erleichtert das Anheben und Positionieren großformatiger Steinwolle-Platten. (Foto: Timmer GmbH) 

Schlauchheber seit August 2025 im Einsatz

Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur produktiven Nutzung verging weniger als ein halbes Jahr. Seit August 2025 wird der heavyLift bei Vogelsang eingesetzt. „Für eine Sonderlösung inklusive Neukonstruktion des Greifers – absolut klasse”, bewertet Matthias Vogelsang die kurze Umsetzungszeit. Auch die Einweisung der Beschäftigten erforderte nach Angaben des Unternehmens nur wenig Zeit. „Die Bedienung ist in wenigen Minuten erlernt.”

Im Fertigungsalltag wird der Schlauchheber von wechselnden Mitarbeitern genutzt. Er übernimmt das Anheben der Dämmplatten von der Palette und deren Positionierung auf der CNC-Schneidemaschine. Bei klassischen Gefälledachplatten kann der Schlauchheber auch die fertig zugeschnittenen Elemente wieder als Ganzes aufnehmen und auf einer weiteren Palette ablegen. Werden aus einer Platte mehrere kleine Formate geschnitten, erfolgt das Abnehmen weiterhin manuell.

Mobile Kraneinheit ermöglicht flexible Fertigungsabläufe

Neben der individuell angepassten Greiftechnik war die Flexibilität des Hebesystems ein wesentliches Auswahlkriterium. Die Kraneinheit ist mobil ausgeführt und lässt sich mithilfe eines Gabelstaplers oder Hubwagens an einen anderen Standort innerhalb der Fertigung versetzen. Dadurch kann Vogelsang die Position des Schlauchhebers an veränderte Produktionsabläufe oder Maschinenanordnungen anpassen. Diese Möglichkeit war insbesondere während der Einführung des neuen CNC-Fertigungsprozesses wichtig, da die endgültige Anordnung der Maschinen und Arbeitsplätze zunächst noch nicht vollständig feststand. „Wenn man mit einem neuen Produkt startet, muss man sich erst in die Abläufe einarbeiten. Da kann es passieren, dass man eine Maschine noch einmal anders stellen muss”, erläutert Vogelsang. Durch die mechanische Unterstützung beim Heben und Positionieren der schweren Dämmplatten wird die körperliche Belastung der Beschäftigten reduziert. Gleichzeitig lassen sich die einzelnen Arbeitsschritte auch bei einem höheren Auftragsvolumen effizienter durchführen.

Weitere Automatisierung bei steigenden Stückzahlen möglich

Mit der Einführung des heavyLift hat Vogelsang die Handhabung großformatiger Steinwolle-Dämmplatten in die CNC-Fertigung integriert. Die Kombination aus Schlauchheber und speziell entwickeltem Klemmgreifer ermöglicht eine materialschonende Verarbeitung, ohne dass die porösen Platten direkt angesaugt werden müssen. Sollte die Steinwolle-Verarbeitung künftig weiter ausgebaut werden, zieht das Unternehmen eine zusätzliche Hebelösung in Betracht. Denkbar wäre beispielsweise ein deckengeführtes System mit größerem Arbeitsbereich. „Der Schlauchheber ermöglicht ein materialschonendes und wirtschaftliches Handling des Materials und schont dabei auch noch die Gesundheit der Mitarbeitenden deutlich”, fasst Matthias Vogelsang zusammen.

Weitere Informationen können per  angefordert werden.

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