Baulinks -> Redaktion  || < älter 2001/0098 jünger > >>|  

Der Ring Deutscher Makler informiert: Stabilisierungstendenzen bei Eigentumswohnungen

(9.3.2001) Der Markt für Eigentumswohnungen hat sich nach Beobachtung des Ring Deutscher Makler in den Großstädten des alten Bundesgebietes in den letzten 12 Monaten nicht so positiv entwickelt wie es noch zu Beginn des Jahres 2000 erwartet worden war. So waren die Preise nach plus 1 Prozent am Anfang des Jahres 2000 bereits zur Jahresmitte wieder knapp 3 Prozent im Minus. Nach dieser Marktdelle haben sich jedoch zum Jahresanfang 2001 im Gesamttrend leichte Stabilisierungstendenzen bemerkbar gemacht.

Markt mit Steigerungspotential

Die weitere Entwicklung des Marktes für Eigentumswohnungen wird vom RDM überwiegend positiv beurteilt. Im Mittelpunkt des Kaufinteresses stehen zurzeit Wohnungen für die Selbstnutzung. In diesem Marktsegment dürften sich die Auswirkungen der Steuerreform ebenso nachfragesteigernd bemerkbar machen wie das gegenüber dem Vorjahr wieder leicht rückläufige Niveau der Hypothekenzinsen. Weitere Nachfrageimpulse dürften aufgrund der in einigen Großstädten bereits wieder anziehenden Mieten entstehen, die nach aller Erfahrung für eine zunehmende Kaufbereitschaft im Eigentumswohnungsmarkt sorgen. Schließlich dürfte das nach der Rezession der vorangegangenen 6 Jahre vergleichsweise günstige Preisniveau nachfragestützend wirken. So kosten Eigentumswohnungen im mittleren Marktsegment zurzeit im Durchschnitt etwa 12 Prozent weniger als 1994/95.

Die stärksten Positivimpulse dürften zurzeit von den süddeutschen Märkten, insbesondere vom Großraum München ausgehen. So ist nach den Erfahrungen mit den zyklischen Marktentwicklungen in den 70-er, 80-er und 90-er Jahren meistens eine Vorreiterrolle des süddeutschen Raums beobachtet worden, betont der RDM. Insgesamt wird daher im weiteren Jahresverlauf mit stabilen bis leicht anziehenden Preisen für Eigentumswohnungen gerechnet. So beobachtet der Ring Deutscher Makler in kapp 60 Prozent der Großstädte nach den vorangegangenen Preisrückgängen wieder stabile bis leicht anziehende Preise für Eigentumswohnungen.

Märkte im Überblick

Gegenwärtig kostet eine durchschnittliche großstädtische Eigentumswohnung aus dem Bestand (mittlerer Wohnwert, 3 Zimmer, ca. 70 Quadratmeter, normale Wohnlage, bezugsfrei) 2.725 Mark je Quadratmeter.

Die Preisspanne reicht von 1.925 Mark in Bremen, 2.300 in Kiel und Karlsruhe, 2.500 in Mannheim und Berlin über 3.000 Mark in Hamburg, 3.600 Mark in Köln, 4.050 in München bis zum Spitzenwert von 4.500 in Düsseldorf.

Aufgrund der zurzeit günstigen Marktverfassung kann Familien, deren Mietbelastung in kleineren Großstädten etwa 1.200 Mark und in größeren Großstädten etwa 1.500 Mark erreicht, zum Erwerb einer Eigentumswohnung geraten werden, sofern etwa 30 Prozent des Kaufpreises als Eigenkapital aufgebracht werden können. In den Großstädten eignen sich hierfür in erster Linie Wohnungen aus dem Bestand, die zurzeit noch relativ reichhaltig angeboten werden. Sofern als Eigenkapital einsetzbare Rücklagen oder ein in Kürze zuteilungsfähiger Bausparvertrag vorhanden sind, sollte intensiv geprüft werden, ob der Erwerb einer Eigentumswohnung als Alternative zur Miete realisierbar ist, rät der RDM. Das in diesem Frühjahr anhaltend niedrige Hypothekenzinsniveau begünstigt zusätzlich die Anschaffung von Wohnungseigentum.

Ostdeutsche Bundesländer: Vor der Trendwende

Aufgrund der hohen Leerstandsrate im Gesamtwohnungsbestand sowie des Privatisierungsdrucks der Wohnungsgesellschaften und auch aufgrund der Wiederverkäufe aus Abschreibungsmodellen bedarf der Eigentumswohnungsmarkt in den neuen Bundesländern einer gesonderten Beurteilung.

Nach den starken Preisrücknahmen von 10,4 bzw. 6,3 Prozent in den beiden Vorjahren zeichnet sich aktuell mit einem Rückgang um nur noch knapp 2 Prozent eine deutliche Stabilisierung ab. Demnach stoßen gut gelegene, relativ neuwertige Wohnungen aus dem Bestand bei dem erreichten Durchschnittspreisniveau von knapp unter 2.500 Mark je Quadratmeter auf kaufkräftige Nachfrage. In den ostdeutschen Bundesländern werden Eigentumswohnungen nach den Preisrückgängen der letzten Jahre zurzeit um rund 30 Prozent preiswerter angeboten als 1995. Nach Beurteilung des RDM ist gegenwärtig der Zeitpunkt für den Erwerb einer preisgünstigen, relativ neuen Eigentumswohnung daher besonders günstig.

Das Preisniveau reicht von 2.200 Mark im Ostteil Berlins sowie in Gotha und Halle, über 2.600 Mark in Gera, 2.800 Mark in Dresden und Leipzig, 2.900 Mark in Wismar bis zu 3.000 Mark in Chemnitz. Insgesamt werden die Chancen für eine Marktstabilisierung im weiteren Jahresverlauf vorsichtig positiv beurteilt.

Stadt
Eigentumswohnungen (bezugsfrei)
3 Zimmer, ca. 70 m², mittlerer Wohnwert,
Verkäufe aus Bestand
(Preise in DM je m²)

Berlin / Ostteil 2.200
Berlin / Westteil 2.500
Hamburg 3.000
München 4.050
Köln 3.600
Frankfurt 3.500
Essen 2.750
Dortmund 3.200
Düsseldorf 4.500
Stuttgart 2.800
Bremen 1.925
Hannover 2.200
Leipzig 2.800
Nürnberg 2.215
Dresden 2.800
Augsburg 2.200
Bonn 3.000
Braunschweig 2.300
Bremerhaven 1.800
Chemnitz 3.000
Eisenach 2.900
Erfurt 2.300
Flensburg 2.200
Freiburg / Br. 3.200
Gera 2.600
Gotha 2.200
Halle 2.200
Heidelberg 3.750
Jena 2.800
Kaiserslautern 2.400
Karlsruhe 2.300
Kiel 2.300
Lübeck 2.100
Magdeburg 2.300
Mainz 3.000
Mannheim 2.500
Oldenburg 2.050
Potsdam 3.400 (Neubau)
Rostock 2.700
Saarbrücken 2.000
Schwerin 2.400
Wiesbaden 3.500
Wismar 2.900

 

Quelle:

siehe auch:


zurück ...

Impressum | Datenschutz © 1997-2020 ARCHmatic - Alfons Oebbeke (XING, linkedin)
ANZEIGE