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BG BAU startet Aktionswoche „Gerüste und Leitern”

(08.06.2026) Jedes Jahr kommt es in der Bauwirtschaft und den baunahen Dienstleistungen zu rund 7.000 Unfällen mit Leitern. In der Aktionswoche vom 8. bis 12. Juni 2026 will die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) auf die Risiken aufmerksam machen und zeigen, wie Leitern sicher eingesetzt werden können.

5-Punkte-Programm gegen Leiterunfälle (Bild: BG BAU) 

Hans-Jürgen Wellnhofer, kommissarischer Leiter der Hauptabteilung Prävention bei der BG BAU: „Die Unfallzahlen verdeutlichen: Abstürze von Leitern sind keineswegs harmlos. Sie führen zu schweren Verletzungen – wie Fersenbeinbrüchen –, langen Ausfallzeiten und verursachen hohe Kosten. Für Betroffene haben sie oft schwerwiegende persönliche und berufliche Folgen. Deshalb muss vor jedem Einsatz geprüft werden, ob ein Gerüst, eine Hubarbeitsbühne oder ein Podest sicherer sind. Wo dennoch Leitern eingesetzt werden, gilt: die passende Leiter auswählen, ihren Zustand prüfen und die Sicherheitsregeln konsequent einhalten.”

Vorgaben und Praxishilfen für sichere Leiternutzung

In der DGUV Vorschrift 38 „Bauarbeiten” sowie in der Technischen Regel für Betriebssicherheit TRBS 2121 Teil 2 sind Vorgaben für die Verwendung von Leitern zu finden. Eine praxisnahe Orientierung für den Arbeitsalltag bietet darüber hinaus das 5-Punkte-Programm der BG BAU. Es soll Betriebe und Beschäftigte unterstützen, Leitern sicher auszuwählen, einzusetzen und typische Fehler zu vermeiden.

5-Punkte-Programm gegen Leiterunfälle

  1. Alternativen zur Leiter prüfen: Gibt es Arbeitsmittel mit geringerer Gefährdung?

    Wenn es kein sichereres Arbeitsmittel gibt, dann gilt ... 
  2. Geeignete Leiter: Auswahl der Leiter entsprechend der Tätigkeit und der benutzenden Person
  3. Um die Sicherheit zu erhöhen, passendes und aufeinander abgestimmtes Leiterzubehör verwenden
  4. Beschäftigte unterweisen: regelmäßig, mindestens einmal im Jahr
  5. Leitern prüfen: Vor jedem Einsatz kontrollieren, ob die Leiter in einwandfreiem Zustand ist. Mindestens einmal im Jahr ist eine Prüfung erforderlich.
Beim Einsatz von Leitern gilt: Stufe statt Sprosse. (Bild: Michael Gottschalk, BG BAU) 

Stufe statt Sprosse

Schon Abstürze aus ein bis 2 m Höhe können schwere Verletzungen verursachen. Werden Leitern als Arbeitsplatz oder Verkehrsweg eingesetzt, bieten Stufen- oder Plattformleitern einen sichereren und ergonomischeren Stand als schmale Sprossen. Beschädigte oder verschlissene Leitern dürfen nicht weiterverwendet und müssen konsequent aus dem Einsatz genommen werden.

Zuschüsse für sichere Alternativen

Die BG BAU gewährt Mitgliedsunternehmen finanzielle Förderungen beim Umstieg auf sichere Arbeitsmittel. Arbeitsschutzprämien gibt es z.B. für Investitionen in Leiteralternativen und ergänzende Arbeitsmittel, darunter die leichte Plattform-Leiter, Podestleitern, Ein-Personen-Gerüste, Tritte, Arbeits- und Kleinpodeste sowie Leiterzubehör.

Hintergrund GDA-Aktionswoche

Die Aktionswoche vom 8. bis 12. Juni 2026 ist Teil des bundesweiten Experimentierjahres der von Bund, Ländern und gesetzlicher Unfallversicherung getragenen Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) zum Thema „Absturz”. Ziel ist es, typische Unfallrisiken sichtbar zu machen und Prävention im Arbeitsalltag zu stärken. In der GDA arbeiten Bund, Länder und Unfallversicherungsträger gemeinsam daran, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zu verbessern und Arbeitsunfälle zu verhindern.

Weitere Informationen können per E-Mail an BG BAU angefordert werden.

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