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LKL-Lichtkonzept für die Krone der Sagrada Família

(03.09.2026) Am 10. Juni 2026 erstrahlte der vollendete Jesusturm der Sagrada Família erstmals bei Nacht. Für die Lichtplaner von Licht Kunst Licht (LKL) stellte die Mitwirkung eine große Verantwortung und Ehre dar. Die Beleuchtung des Kreuzes ist Teil einer langfristigen Vision für die nächtliche Erscheinung der gesamten Basilika. Grundlage des Lichtkonzepts ist ein ganzheitlicher Masterplan, den LKL bereits 2019 entwickelte und der den Sakralbau als zusammenhängende symbolische Komposition versteht, die sich schrittweise zum zentralen Jesusturm hin erhebt.

Der Jesusturm erhebt sich im Herzen der Sagrada Família und vollendet die von Antoni Gaudí entworfene vertikale Hierarchie der Basilika. Mit einer Höhe von 172,5 m prägt er künftig die Skyline Barcelonas und macht die Sagrada Família zur höchsten Kirche der Welt. (Bild: Marcela Grassi) 

Die Hierarchie der 18 Türme ist tief in der religiösen Symbolik verwurzelt, die die Architektur der Sagrada Família prägt. Entlang des Umfangs markieren die Aposteltürme die Präsenz des Bauwerks im Stadtbild. Darüber erheben sich die 4 Türme der Evangelisten, die 2022 und 2023 eingeweiht wurden, gemeinsam mit dem seit 2021 beleuchteten Stern des Marienturms. Im Zentrum vollendet der Jesusturm erstmals Gaudís vor über einem Jahrhundert entworfene Silhouette und macht die Basilika zum höchsten Sakralbau der Welt.

Die Beleuchtung des Jesusturms ist Teil eines ganzheitlichen Lichtmasterplans, den LKL für die gesamte Sagrada Família entwickelt hat. Gemeinsam mit den Türmen der Apostel, der Evangelisten und der Jungfrau Maria prägt sie die nächtliche Identität der Basilika. (Bild: Marcela Grassi) 

Die Entwicklung des Konzepts prägten umfangreiche Recherchen zu Gaudís Schriften und seiner architektonischen Symbolik. Der zentrale Jesusturm steht für Christus und nimmt daher innerhalb der nächtlichen Gesamtkomposition die höchste visuelle Präsenz ein.

Gaudís Vision des Lichts

Bereits vor über einem Jahrhundert stellte Gaudí sich das Kreuz des Jesusturms als leuchtende Präsenz bei Tag und Nacht vor. Er beschrieb ein monumentales Kreuz, das „tagsüber das Sonnenlicht reflektieren” sollte. In seinen Schriften beschreibt er beleuchtete Türme und Öffnungen in den Turmspitzen, die so gestaltet sind, dass das Licht aus der Architektur selbst hervorgeht: „Das Licht wird aus der Kirche selbst kommen.”

Die Beleuchtung lässt das Kreuz als natürlichen Abschluss des Jesusturms erscheinen und hebt es durch Kontrast anstatt allein durch Helligkeit hervor. (Bild: Maria Jose Fabra) 

Mehr als ein Jahrhundert später prägt diese Vision als Leitbild die Beleuchtung der Basilika. Das Licht geht behutsam aus der Architektur hervor und bewahrt bei Nacht räumliche Tiefe, Licht und Schatten sowie die plastische Wirkung des Sakralbaus. Die Umsetzung von Gaudís Vision in die Realität erforderte jahrelange Entwicklung, Tests und Verfeinerung. Allein für den Jesusturm wurden mehr als 20 Lichttests vor Ort durchgeführt, ergänzt durch physische Modelle, 3D-Simulationen und lichttechnische Berechnungen.

Licht für eine lebendige Basilika

Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit den Teams der Sagrada Família und entwickelte sich innerhalb einer Baustelle, auf der sich Geometrien, Materialien und Zugangsbedingungen während des gesamten Planungs- und Bauprozesses fortlaufend veränderten. 

In die Kreuzarme sind engstrahlende Scheinwerfer integriert, deren Technologie ursprünglich für maritime Leuchttürme entwickelt wurde. Zu besonderen Anlässen senden sie Lichtstrahlen in den Himmel und greifen damit Gaudís Vorstellung auf: „Nachts sollen vier Lichtstrahlen aus den Armen hervorgehen und die Stadt unter dem Schutz des unermesslichen Kreuzes bergen.”

Bild links: Das monumentale Kreuz krönt den Jesusturm und bildet den Höhepunkt der architektonischen und symbolischen Hierarchie der Sagrada Família. Bild rechts: Das Lichtkonzept betont die Geometrie und Materialität des Kreuzes und lässt es nach Einbruch der Dunkelheit zum natürlichen Blickfang der Basilika werden.
(Fotos: Marcela Grassi)
 

Gaudís Idee, Licht durch Öffnungen in den Turmspitzen austreten zu lassen, erforderte moderne Lichttechnik und eigens entwickelte Spezialoptiken. Präzise ausgerichtete und abgestimmte Leuchtenpositionen prägen die Beleuchtung. Warmweißes Licht mit 3.000 K betont den Stein, während das sanft beleuchtete Turminnere Tiefe und Struktur schafft. Das Kreuz sollte homogen und plastisch wirken, aus jeder Perspektive als stimmiges Ganzes erscheinen und sich klar vom Nachthimmel abheben. Streulicht im Umfeld wurde dabei auf ein Minimum reduziert.

Projektdaten

  • Projekt: Außenbeleuchtung des Kreuzes auf dem Jesus-Turm der Sagrada Família in Barcelona
  • Bauherr: Fundació Junta Constructora del Temple Expiatori de la Sagrada Família, Barcelona
  • Architekten: Antoni Gaudí, Fundació Junta Constructora del Temple Expiatori de la Sagrada Família, Barcelona
  • Lichtplanung: LKL Design Hub Barcelona SL
  • Projektteam: Alejandra Kuri, Naiara Caballero, Nicolas Neira, Martina Weiss
  • Fertigstellung: Juni 2026

Hersteller und Leuchtentypen

  • WE-EF: FLC220 [EE] 139-2030, FLC230 [E] 139-1844, FLC230 [EE] 139-1846, FLC230 [EES] 139-3134, FLC260 [EES] 139-3154 with custom optics 2x2.3°
  • Karl Dose: Virgo 450 custom optics 1.5º
  • Steuerung: DALI

 

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